Jakob Lorber

Die Wiederkunft Christi

 

Inhalt Vorwort 4 Kapitel 1 — Das große Morgenrot 6 Kapitel 2 — Von der persönlichen Wiederkunft des Herrn 17 Kapitel 3 — Ein Entwicklungsbild der Menschheit 38 Kapitel 4 — Schrifttexterklärungen 46 Kapitel 5 — Der "Antichrist" 52 Kapitel 6 — Die jetzige geistige Sündflut 55 Kapitel 7 — Die Kräfte der Himmel werden sich bewegen 58 Kapitel 8 — Das tausendjährige Reich 60 Kapitel 9 — Vom siebenmaligen Kommen des Herrn 62 Kapitel 10 — Das große und Neue Jerusalem 64 Kapitel 11 — Erklärung des zweiten Kapitels Jesaja 67 Kapitel 12 — Erklärung der Zukunftsbilder Jesajas 70 Kapitel 13 — Erklärung von Jesaja 2,6-22 73 Kapitel 14 — Erklärung des 3. Kapitels Jesaja. Die Zustände einer geordneten Gemeinde 77 Kapitel 15 — Der Zusammenbruch der falschen Religionsgebäude, gedeutet aus Jesaja 3,6–27 82 Kapitel 16 — Die Zahl 666 85 Kapitel 17 — Offenbarung Johannis 86 Kapitel 18 — Erklärung der Offenbarung Johannis 89

 (Festgarten S.59 ff) u.a.

 

Webseite: www.drei-offenbarungen.net

 

 

Von der persönlichen Wiederkunft des Herrn

 

Ich zeigte ihnen, wie in Kürze der geheime Fürst der Welt gerichtet werde, und kurz darauf alles, was seines Anhanges ist. Zugleich zeigte Ich ihnen auch das Ende der Welt * und ein allgemeines Gericht gleich dem zu den Zeiten Noahs. Sie fragen Mich voll tiefen Staunens, wann und wie solches geschehen werde? Ich aber sage ihnen: So wie es zu Noahs Zeiten war, so wird es auch dann sein: die Liebe wird abnehmen und völlig erkalten. Der Glaube an eine aus den Himmeln an die Menschen geoffenbarte reine Lebenslehre und Gotteserkenntnis wird in einen finstersten, toten Aberglauben voll Lug und Trug verwandelt werden. Die Machthaber werden sich der Menschen abermals wie der Tiere bedienen und werden sie kaltblütig und gewissenlos hinschlachten lassen, so sie sich nicht ohne alle Widerrede dem Willen der Glänzenden fügen werden.

* Unter dem Ende der „Welt" wird hier nicht verstanden das Zugrundegehen der Erde, sondern nur das Aufhören des Übergewichtes des Materialismus und dessen Herrschaft, als des Egoismus, der Herrschsucht etc., und somit der Beginn des zur Geltung gelangenden Spiritualismus, d. h. einer positiv-geistigen Lebensanschauung, wie solche als Ideal in der reinen Lehre Jesu und Seinem Leben und Wirken gegeben ist.

Die Mächtigen werden die Armen plagen mit allerlei Druck und jeden freien Geist mit allen Mitteln verfolgen und unterdrücken. Dadurch wird eine Trübsal unter die Menschen kommen, wie auf der Erde noch nie eine war. Aber dann werden die Tage verkürzt werden der vielen Auserwählten wegen, die unter den Armen sich vorfinden werden; denn wo dies nicht geschähe, könnten sogar die Auserwählten zugrunde gehen! — Es werden aber bis dahin von nun an noch tausend und nicht noch einmal wieder tausend Jahre vergehen! — Alsdann aber werde Ich dieselben Engel, so wie ihr sie nun hier sehet, mit großen Ausrufsposaunen unter die armen Menschen senden. Diese werden die im Geiste tot gemachten Menschen der Erde gleichsam aus den Gräbern ihrer Nacht erwecken. Und wie eine Feuersäule sich wälzt von einem Ende der Welt zum anderen hin, werden diese vielen Millionen Geweckte sich hinstürzen über all die Weltmächte, und nicht wird ihnen jemand mehr einen Widerstand zu leisten vermögen!

Von da an wird die Erde wieder zum Paradiese werden, und Ich werde leiten Meine Kinder rechten Weges immerdar. Aber von da an nach einem Verlaufe von tausend Jahren wird der Fürst der Nacht noch einmal auf eine nur sehr kurze Zeit von sieben Jahren und etlichen Monden und Tagen der Zeit nach frei, seiner selbst willen, entweder zum gänzlichen Falle oder zur möglichen Wiederkehr. Im ersten Falle wird dann die Erde zu einem ewigen Kerker ihrem innersten Teile nach umgewandelt werden, aber die Außenerde wird ein Paradies verbleiben.

Im zweiten Falle aber würde die Erde zum Himmel umgestaltet werden und der Tod des Fleisches und der Seele für ewig verschwinden! Wie aber das und ob? Das darf voraushin auch nicht einmal der erste Engel der Himmel wissen; das weiß allein der Vater! …"

"So es auf der Erde einmal gar viele Genussmenschen geben wird, dann wird auch bald ein allgemeines Weltgericht über alle Menschen auf dieser Erde von Gott aus zugelassen. Dann werden wir wohl sehen, ob sich danach wieder irgend Menschen erheben möchten, die mit dem Maßstabe in der Hand zu ihren Nebenmenschen zu sagen sich getrauten: 'Sieh, dieses große Stück Landes habe ich ausgemessen, die Grenzsteine ausgestellt und erkläre es als mein völlig unantastbares Eigentum. Und wer sich erfrechen würde, mir da etwas streitig zu machen oder nur zu sagen: Freund, da hat ein jeder dasselbe Recht, so er nur die Macht und die Mittel dazu besitzt, dein dir eingebildetes Recht aus den Händen zu reißen!, den bestrafe ich mit dem Tode!' — Ich sage euch: Da wird es nimmer einen solchen Menschen geben! — Denn so Ich zum anderen Male auf diese Erde kommen werde, um Gericht zu halten über solche "Epikuräer", aber auch, um den Lohn des Lebens zu geben jedem, der viel Elend und Not aus Liebe zu Gott und zum Nächsten erduldet hat, — dann soll Mir die Erde mit keinem Maßstabe mehr zu jemandes alleinigem Nutzen vermessen werden. Wo man stehen wird, da wird man auch ernten und seine Bedürfnisse befriedigen können. Und die Menschen werden einander wohl unterstützen, aber keiner wird sagen: 'Siehe, das ist mein Eigentum, und ich bin darüber Herr!' — Dann werden die Menschen einsehen, dass Ich allein der Herr bin, sie alle aber sind Brüder und Schwestern. Wohl sollte es auch jetzt so unter den Menschen sein. Doch in dieser Mittelbildungsperiode der Menschen, die noch nicht durch das große Lebensfeuer gereinigt sind, wird das zugelassen bleiben, doch von jetzt an nicht mehr volle 2000 Jahre. Darauf aber wird der Geist bei den Menschen das große Übergewicht bekommen und man wird auf der Erde kein gemessenes Mein und Dein mehr sehen. Von Gott aus gehört die ganze Erde, so wie das im Anfange der Fall war, allen Menschen gleich. Die Weisen sollten sie einteilen nach dem Bedarf der Menschen und sollten sie lehren, die Erde zu bebauen. Und die Früchte sollten dann von den Weisen zum Teile verteilt und der Überfluss in dazu errichteten Speichern aufbewahrt werden, auf dass niemand in der Gemeinde Not zu leiden habe …"

"Das Feuer vor Meiner Ankunft wird heißen: große und allgemeine Not, Elend und Trübsal, wie die Erde eine größere noch nie gesehen hat. Der Glaube wird erlöschen, die Liebe erkalten und alle armen Geschlechter werden klagen und verschmachten. Aber die Großen und Mächtigen und die Könige dieser Welt werden den Bittenden dennoch nicht helfen, ob des zu großen Hochmuts und daraus auch ob der zu großen Härte ihres Herzens! So wird auch ein Volk sich erheben wider das andere und wird es bekriegen mit Feuerwaffen. — Dadurch werden die Herrscher in Schulden geraten und werden ihre Untertanen mit unerschwingbaren Steuern quälen. Es wird damit entstehen eine übermäßige Teuerung, Hungersnot, viele böse Krankheiten, Seuchen und Pestilenz unter den Menschen, Tieren und sogar Pflanzen. Auch werden da sein große Stürme auf dem trocknen Lande und auf dem Meere, und Erdbeben. Das Meer wird an vielen Orten die Ufer überfluten, da werden die Menschen in große Furcht und Angst versetzt werden vor der Erwartung der Dinge, die da über die Erde kommen werden! Das alles wird darum zugelassen werden, um die Menschen von ihrem Hochmute, ihrer Selbstsucht und von ihrer Trägheit abzuwenden. Siehe, das ist die erste Gattung des Feuers, durch das die Menschen für Meine abermalige Ankunft werden geläutert werden.

In derselben Zeit aber wird auch das natürliche Feuer einen gewaltigen Dienst zu versehen bekommen: das Feuer wird die Schiffe auf allen Meeren mit der Schnelligkeit der Winde herumtreiben. Auch werden die Menschen durch ihren scharfen Verstand eherne Wagen und Straßen machen, statt der Zugtiere vor dem Wagen Feuer einspannen und mit dessen Gewalt schnell wie ein abgeschossener Pfeil über die Erde weit hinfahren. Ebenso werden sie auch den Blitz (Elektrizität) zu bannen verstehen, und ihn zum schnellsten Überbringer ihres Willens von einem Ende der Erde bis zum andern machen. Und so die stolzen und habgierigen Könige miteinander Krieg führen werden, wird dabei das Feuer auch den entscheidendsten Dienst zu versehen bekommen. Denn durch seine Gewalt werden eherne Massen in Kugel- (und Zylinder-) Gestalt von großer Schwere in Blitzesschnelle gegen den Feind, gegen die Städte und Festungen geschleudert werden und große Verheerungen anrichten. Die erfinderischen Menschen werden mit diesen Waffen es so weit treiben, dass dann bald kein Volk gegen das andere mehr einen Krieg wird anfangen können. Denn werden zwei Völker mit solchen Waffen sich anfallen, so werden sie sich bald bis auf den letzten Mann aufreiben, was gewiss keinem Teile einen wahren Sieg und Gewinn bringen wird. Die Könige und ihre Heerführer werden solches auch bald einsehen und daher lieber in Frieden und guter Freundschaft sich vertragen. Und wird sich irgendein höchst stolzer und ehrgeiziger Störenfried erheben und gegen seinen Nachbarn ziehen, so werden sich die Friedliebenden vereinen und ihn züchtigen. Auf diese Weise wird dann nach und nach der alte Friede sich unter den Völkern der Erde einstellen und dauernd befestigen. Unter den noch mehr wilden Völkern der Erde werden wohl noch Kriege vorkommen, aber sie werden auch unter ihnen bald zur Unmöglichkeit werden. Ich werde sie durch Meine gerechten Könige und Heerführer zu Paaren treiben und unter sie Mein Licht ausschütten lassen, und sie werden dann auch zu friedlichen und lichtfreundlichen Völkern umgewandelt werden. Siehe, das ist die zweite Art des Feuers, durch das die Menschen werden geläutert werden!

Eine dritte Art Feuers aber wird darin bestehen, dass Ich schon etliche hundert Jahre vorher stets heller erleuchtete Seher, Propheten und Knechte erwecken werde, die in Meinem Namen die Völker aller Orten klar und wahr über alles belehren werden.

Dadurch werden sie diese befreien von allerlei Wahn, Trug und Lüge, die sich durch die falschen Propheten und Priester sogar in Meinem Namen den Weg bahnen werden zu ihrem Untergange und damit den bösen Anfang in nicht gar zu langer Zeit beginnen werden und hie und da schon in dieser Meiner Zeit begonnen haben. Diese werden falsche Zeichen und Wunder gleich den heidnischen Priestern tun. Sie werden viele Menschen verführen und sich dabei große irdische Schätze, Reichtümer, Macht und ein großes Ansehen bereiten. Aber durch das dritte Feuer und sein hellstes Licht werden sie um alles kommen und völlig zugrunde gerichtet werden. Die Könige und Fürsten, die ihnen helfen wollen, werden dabei um alle ihre Macht, um ihr Vermögen und um ihre Throne kommen. Denn Ich werde da Meine Könige und Heerführer wider sie erwecken und ihnen den Sieg verleihen, und so wird die alte Nacht der Hölle und ihrer Boten auf der Erde unter den Menschen ein Ende nehmen. — Durch die dritte Art des Feuers aus den Himmeln wird die Lüge den Kampf mit dem Lichte der Wahrheit ebensowenig siegreich zu bestehen imstande sein, als die natürliche Nacht der aufgehenden Sonne Trotz bieten kann! Sie muss fliehen in ihre finsteren Höhlen und Tiefen; und die einmal im Lichte stehen, werden die Nacht nicht mehr aufsuchen.

Nun will Ich dir denn auch noch eine vierte Art des Feuers zeigen, durch das die Erde und die Menschen und die gesamte Kreatur bei Meiner zweiten Ankunft geläutert werden sollen. Diese Art Feuers wird bestehen in großen natürlichen Erdrevolutionen aller Art und Gattung, namentlich an jenen Punkten der Erde, auf denen sich die Menschen zu große und prachtvolle Städte werden erbaut haben. Denn dort wird herrschen der größte Hochmut, Lieblosigkeit, böse Sitten, falsche Gerichte, Macht, Ansehen, Trägheit, dabei die größte Armut, allerlei Not und Elend, herbeigeführt durch das zu hoch emporgeschwungene Epikuräertum der Großen und Mächtigen. In solchen Städten werden auch allerlei Fabriken im größten Maßstabe errichtet werden, und in ihnen anstelle der Menschenhände arbeiten Feuer und Wasser im Verbande mit tausenderlei kunstvollen aus Erz angefertigten Maschinen. Die Feuerung wird mittels der uralten Erdkohlen bewerkstelligt werden, welche die derzeitigen Menschen in übergroßen Massen aus den Tiefen der Erde sich verschaffen werden. — Wenn solches Tun und Treiben durch die Gewalt des Feuers einmal seinen höchsten Punkt wird erreicht haben, wird sich dann auf solchen Punkten die Erdluft zu mächtig mit den brennbaren Ätherarten erfüllen, die sich dann bald da und dort entzünden und solche Städte und Gegenden in Schutt und Asche verwandeln werden samt vielen ihrer Bewohner. Das wird dann wohl auch eine große und wirksame Läuterung sein! Was aber das auf diese Art bewirkte Feuer nicht erreichen wird, das werden andere große Erdstürme aller Art und Gattung erreichen, selbstverständlich wo es eben nötig sein wird; denn ohne Not wird da nichts verbrannt und zerstört werden. Dadurch aber wird auch die Erdluft von ihren bösen Dünsten und Naturgeistern befreit werden, was dann auf alle andere Kreatur der Erde einen segensreichen Einfluss ausüben wird. Auch wird dies der natürlichen Gesundheit der Menschen dahin dienen, dass alle die vielen und bösen Leibeskrankheiten aufhören und die Menschen ein gesundes, kräftiges und hohes Alter werden erreichen können.

Weil die so geläuterten Menschen in Meinem Lichte stehen und lebendig und wahr die Gebote der Liebe für immerdar beobachten werden, wird auch der irdische Grundbesitz so verteilt sein unter den Menschen, dass da jedermann so viel haben wird, dass er bei einem rechten Fleiße nie eine Not leidet. Die Vorsteher der Gemeinden sowie die Könige werden, völlig unter Meinem Willen und Lichte stehend, dafür sorgen, dass in ihrem Lande bei einem Volke nie ein Mangel sei. Und Ich Selbst werde bald da und dort die Menschen besuchen und sie stärken und aufrichten, wo immer sie die größte Sehnsucht nach und die größte Liebe zu Mir haben werden. Freilich ist diese Weissagung für eine noch ziemlich ferne Zukunft, die aber nicht unerfüllt bleiben wird. Denn alles kann eher vergehen, selbst diese Erde und der ganze sichtbare Himmel, als dass eines Meiner Worte und Verheißungen unerfüllt bliebe!

Es werden in jener Zeit gar viele neue Orte, Länder und Völker entstehen, die jetzt noch keinen Namen haben. Dass Ich aber nur in einem solchen Orte wieder zur Erde kommen werde, wo unter den Menschen noch der meiste und lebendigste Glaube und die meiste und wahrste Liebe zu Gott und den Nächsten bestehen wird, das kannst du als sicher und vollwahr annehmen. Doch so Ich wiederkommen werde, da werde Ich nicht allein kommen, sondern alle die Meinen, die schon lange in Meinem Himmelreiche bei Mir sein werden, werden mit Mir in übergroßen Scharen kommen und stärken ihre noch auf der Erde im Fleische wandelnden Brüder. Und es wird so eine wahre Gemeinschaft zwischen den schon seligsten Geistern der Himmel und den Menschen dieser Erde bestehen, was den derzeitigen Menschen sicher zum größten Troste gereichen wird. — Und nun wisset ihr alles, was euch zu wissen nötig war. Tuet darnach, so werdet ihr das ewige Leben ernten; denn Ich werde euch erwecken am Jüngsten Tage!"

"Das Jahr, den Tag und die Stunde Meiner Wiederkunft kann Ich euch darum nicht fest bestimmen, weil ja alles auf dieser Erde von dem vollkommen freien Willen der Menschen abhängt. Darum weiß das auch kein Engel im Himmel, sondern allein nur der Vater, und der, dem Er es offenbaren will. Zudem ist das genauest voraus zu wissen dem Heil der Seele durchaus nicht unumgänglich dienlich. Für sehr wenige im Geiste völlig Wiedergeborene ja; aber für zahllos viele wäre das wohl ein großes Übel! Darum ist es für den Menschen besser, so er nicht alles ganz bestimmt voraus weiß, was, wie und wann in dieser Welt dieses und jenes über ihn kommen kann und auch kommen muss. Ich sage euch: Es wird die Zeit kommen, in der ihr (in euren Glaubensnachkommen) fragen werdet wie nun hier, wann der Tag des Menschensohnes kommen werde? Sie werden begehren Ihn zu sehen und Ihn dennoch nicht sehen nach ihrem Begehren. Und es werden sich in jenen Zeiten viele erheben und mit weiser Miene sagen: Siehe hier, siehe da, und dann ist der Tag! Aber da gehet nicht hin und folget nicht solchen Propheten! Der Tag Meiner abermaligen Ankunft wird gleich sein einem Blitze, der vom Aufgange bis zum Niedergange am Wolkenhimmel fährt und über alles leuchtet, was unter dem Himmel ist.

Bevor aber das kommen wird, wird des Menschen Sohn vieles leiden. Er wird gänzlich verworfen werden von diesem Geschlechte, nämlich von den Juden und Pharisäern, und in den spätem Zeiten von jenen, die man neue "Juden und Pharisäer" nennen wird. Und wie es geschah zu den Zeiten Noahs, so wird es auch geschehen in der Zeit der abermaligen Ankunft des Menschensohnes. Sie aßen und tranken ganz wohlgemut, sie freieten und ließen sich freien bis auf den Tag, da Noah in die Arche stieg und dann die Flut kam und alle ersäufte. Desgleichen auch, wie es geschah in den Zeiten Lochs; sie aßen und tranken und pflanzten und bauten. An dem Tage aber, da Loth aus Sodoma ging, regnete es schon Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte sie alle um.

Sehet nun, so wird es auch geschehen in jenen Zeiten, wann des Menschen Sohn abermals wird geoffenbaret werden. Wer am selben Tage auf dem Dache ist und weiß um den Hausrat im Hause, der steige nicht vom Dache, um denselben zu holen. Das aber ist also zu verstehen: Wer da ein wahres Verständnis hat, der bleibe in dem Verständnis und steige nicht unter dasselbe in der Furcht, dass er dadurch etwa seine Weltvorteile einbüßen könnte! Denn dergleichen wird zugrundegerichtet werden. Desgleichen ein weiteres Bild: Wer auf dem Felde (der Erkenntnisfreiheit) sich befindet, der wende sich nicht nach dem, was hinter ihm ist (als alte Truglehren und deren Satzungen), sondern er gedenke des Weibes Loths und strebe in der Wahrheit vorwärts.

Ich sage euch noch Weiteres: In derselben Zeit werden zwei in einer Mühle sein und verrichten die gleiche Arbeit. Der eine wird angenommen, d.h. der gerechte Arbeiter, und der ungerechte und eigennützige verlassen werden. Denn wer da sucht seine Seele der Welt wegen zu erhalten, der wird sie verlieren, der sie aber um der Welt willen verlieren wird, der wird ihr das Leben erhalten und ihr zum wahren ewigen Leben helfen.

Und noch weiter sage Ich euch: In einer und derselben Nacht der Seele werden zwei in einem und demselben Bette liegen; da wird auch der eine angenommen und der andere verlassen werden. Das heißt: Zwei werden sich zwar dem Äußeren nach in der Sphäre desselben Glaubensbekenntnisses befinden. Der eine aber wird sein im lebendigen Glauben der Tat und wird darum auch angenommen werden in das lebendige, lichtvolle Reich Gottes. Der andere aber wird bloß am äußeren Kulte festhalten, der keinen inneren Lebenswert für Seele und Geist hat. Er wird, da sein Glaube als ein ohne die Werke der Nächstenliebe toter dasteht, nicht in das lebendige und lichtvolle Reich Gottes aufgenommen werden. Und weiter werden auch zwei auf dem Felde der Arbeiter sich befinden: der eine, der da arbeiten wird im lebendigen Glauben aus Liebe zu Gott und aus Liebe zum Nächsten ohne Eigennutz, wird auch ins wahre Reich Gottes aufgenommen werden. Der aber da auf dem gleichen Felde gleich den Pharisäern arbeiten wird, ohne inneren lebendigen Glauben aus purem Eigennutze, der wird verlassen und ins lebendige, lichtvolle Reich Gottes nicht aufgenommen werden. — Seht, also wird es mit der abermaligen Ankunft des Menschensohnes sich verhalten! So ihr von Meinem Geiste in der Folge aber tiefer durchdrungen sein werdet, dann auch wird euch über all das von Mir euch Gesagte ein helles Verständnis werden; für jetzt aber kann Ich euch das nicht klarer und deutlicher verkünden.

So ihr aber das Wann und Wo durchaus näher bestimmt haben wollt, da merket: Wo ein Aas ist, da sammeln sich auch bald die freien Adler! Sehet euch nun das faule und glaubenslose Pharisäertum an, und ihr sehet das Aas; Ich und alle, die an Mich glauben, Juden und Heiden, aber sind die Adler, die das Aas bald völlig aufzehren werden. Also ist der Seele Sündennacht ein Aas, um das sich das Licht des Lebens auszubreiten anfängt und das Aas vernichtet, wie der Morgen die Nacht mit allen ihren Nebeln und Truggebilden. Wie aber das nun vor unsern Augen geschieht mit dem faulen und wahrheits- und glaubenslosen Judentume, das sicher ein gewaltiges Aas geworden ist, und es mit ihm nach etwa 50 Erdjahren zu Ende kommen wird, so wird es in einer spätem Zeit mit der Lehre und Kirche stehen, die Ich nun gründe. Auch diese wird zu einem noch ärgeren Aase werden, als nun das Judentum ist. Daher werden denn auch die freien Licht- und Lebensadler von allen Seiten über sie herfallen und sie als ein alle Welt verpestendes Aas verzehren mit dem Feuer der wahren Liebe und der Macht ihres Wahrheitslichtes. Und es kann das noch eher geschehen, als da nach Mir, wie Ich nun leiblich unter euch bin, zwei volle Tausende von Erdjahren verrinnen werden, was Ich euch auch schon bei andern Gelegenheiten angedeutet habe.

Wenn aber nun schon in dieser Zeit, in welcher Ich noch im Fleische auf dieser Erde unter euch wandle und lehre, sich welche aufgemacht haben, in Meinem Namen herumziehen und zu ihrem materiellen Vorteile auch Meine Lehre ausbreiten, darunter aber auch ihren eigenen unlauteren Samen mengen, aus dem zwischen dem magern Weizen bald viel böses Unkraut emporwachsen wird: wird es dann in späteren Zeiten zu verwundern sein, so in Meinem Namen noch mehr falsche, unberufene Lehrer und Propheten sich erheben und mit gewaltiger Rede und dem Schwert in der Hand zu den Menschen schreien werden: 'Sehet! hier ist Christus' oder 'dort ist Er!' So ihr und später eure rechten Nachfolger das hören werdet, so glaubet solchen Schreiern nicht! Denn an ihren Werken werden sie ebenso leicht zu erkennen sein wie die Bäume an ihren Früchten. Ein guter Baum bringt auch gute Früchte, aber auf Dornhecken wachsen keine Trauben und auf Disteln keine Feigen.

Worin aber das Reich Gottes besteht, und wie und wo es sich im Menschen selbst nur entfaltet, das habe Ich euch ehedem gesagt. So werdet ihr denn wohl auch begreifen, dass denen nicht zu glauben sein wird, die da rufen werden: Siehe da, siehe dort! Denn wie der Geist inwendig im Menschen ist und alles Leben, Denken, Fühlen und Wissen und Wollen urstämmlich von ihm ausgeht, also ist auch das Reich Gottes, als das wahre Lebensreich des Geistes, auch nur inwendig im Menschen und nicht irgend auswendig oder außerhalb des Menschen. Wer das der vollen lebendigen Wahrheit nach begreift, dem wird ein falscher Prophet in Ewigkeit nichts anzuhaben imstande sein. Wer aber in seinem Gemüte gleicht einer Windfahne oder einem Schilfrohr, der wird freilich schwerlich den ruhevollen und wahrheitshellen Hafen des Lebens finden! Darum seid auch ihr wahre Lebensfelsen, denen Stürme und Wasserwogen nichts anhaben können!

Wohl ist das Reich Gottes in Mir zu euch gekommen und befindet sich bei euch und in eurer Mitte. Aber das genügt nicht zur Erreichung und vollen Erhaltung des ewigen Lebens der Seele, weil das Reich Gottes in Mir wohl zu euch gekommen, aber darum noch nicht in euer Inneres gedrungen ist. Das kann und wird erst dann geschehen, wenn ihr ohne alle Rücksicht auf die Welt Meine Lehre ganz in euren Willen und somit auch in die volle Tätigkeit aufgenommen habt. Wird das einmal der Fall sein, dann werdet ihr nicht mehr sagen: Christus und mit Ihm das Reich Gottes ist zu uns gekommen und wohnt unter uns. Sondern ihr werdet sagen: Nun lebe nicht ich, sondern Christus lebt in mir! Wenn das bei euch der Fall sein wird, dann werdet ihr auch in der Fülle lebendig begreifen, wie das Reich Gottes nicht mit äußerem Schaugepränge zu und in den Menschen kommt, sondern sich nur inwendig im Menschen entfaltet und die Seele in sein ewiges Leben zieht."

"Was aber Meine Worte über den Stand des Glaubens bei den Menschen in der fernen Zukunft betrifft, so des Menschen Sohn wieder auf diese Erde kommen wird, so sage Ich euch, dass Er im ganzen noch weniger lebendigen Glauben finden wird denn jetzt. Denn in jenen Zeiten werden die Menschen durch unermüdliches Forschen und Rechnen unter den weit ausgebreiteten Ästen des Baumes der Erkenntnis in vielen Wissenschaften und Künsten sehr weit kommen. Sie werden mit den in der Natur der Erde jetzt dem Menschen noch ganz verborgenen Kräften Wunderbares zustande bringen und sagen: Sehet! Das ist Gott, sonst gibt es keinen! Der Glaube dieser Menschen wird demnach so gut wie gar keiner mehr sein. Bei diesen Menschen werde Ich bei Meiner Wiederkunft keinen Glauben mehr finden.

Ein anderer auch großer Teil der Menschen aber wird sich in einem noch um vieles dickeren und finstereren Aberglauben befinden als jetzt alle Heiden der ganzen Erde. Diese werden ihre Lehrer, Vertreter und Beschützer haben in den Großen und Mächtigen der Erde eine geraume Zeit. Aber die mit allen Wissenschaften und Künsten wohlausgerüsteten Kinder der Welt werden jenen finsteren Aberglauben mit aller Gewalt unterdrücken und dadurch die Großen und Mächtigen der Erde in eine übergroße Verlegenheit setzen. Denn durch die Wissenschaft und Künste aller Art wird das lange mit aller Gewalt in Blindheit gehaltene Volk einzusehen anfangen, dass es nur des Weltruhmes und Wohllebens der Großen und Mächtigen wegen, die selbst keinen Glauben hatten, in der Knechtschaft gehalten worden ist. Und so Ich dann kommen werde, so werde Ich auch bei den Menschen solcher Zeit keinen Glauben finden! Sind die Blinden aber einmal von der Wissenschaft her auch sehend geworden, so sind sie Anhänger derer, die sie zum größten Teil von der harten Knechtschaft der Großen und Mächtigen frei gemacht haben. Und so Ich da kommen würde und sagen: Höret, ihr Völker der Erde! Ich bin nun wieder zu euch gekommen und will euch von neuem zeigen die rechten Wege zum ewigen Leben eurer Seelen! Was würden die jedes Glaubens baren Menschen dazu sagen? Sie würden Mir zur Antwort geben:

'Freund, wer Du auch seist, lass ab von der alten, verbrauchten und glücklicherweise verrauchten Dummheit, für die seit den Zeiten ihrer ersten Entstehung viele Ströme oft des unschuldigsten Blutes geflossen sind. Wir halten uns nun an die Wissenschaften und Künste aller Art und leben dabei in Frieden und Ruhe, zuversichtlich auch nur zeitlich. Uns ist ein zeitliches, aber friedliches und ruhiges Leben um vieles lieber, als ein durch unzähliges Leiden erkaufter und dabei doch in Zweifel gezogener Himmel mit allen seinen Seligkeiten!'

Ihr sagt: ‚Herr, so lass die falschen Propheten in Deinem Namen nie aufkommen! Willst Du Selbst es aber so haben, muss es Dir auch recht sein, wenn Du bei Deiner einstigen Wiederkunft auf diese Erde unter den Menschen keinen Glauben mehr findest!' Ich aber sage hierzu: 'Die kurzsichtige Menschenvernunft urteilt da freilich nach ihrer Einsicht ganz richtig, und es lässt sich von der diesweltlichen Seite nicht gar zu vieles dagegen einwenden. Gott aber als der Schöpfer und ewige Erhalter aller Dinge und Wesen hat wieder ganz andere Ansichten und Pläne mit allem, was Er aus Sich erschaffen hat! Und so weiß Er auch am allerbesten, warum Er dieses und jenes unter den Menschen dieser Erde zulässt. Am Ende erst wird aller Aberglaube mit den Waffen der Wissenschaft und Künste vom Boden der Erde hinweg- geräumt werden, wobei aber dennoch kein Mensch in seinem freien Willen nur im geringsten beirrt wird. Dadurch wird mit der Zeit wohl eine volle Glaubensleere unter den Menschen sein, aber es wird ein solcher Zustand nur eine höchst kurze Zeit dauern. In jener Zeit erst will Ich den alten Baum der Erkenntnis segnen, und es wird der Baum des Lebens im Menschen wieder zu seiner alten Kraft gelangen. Dann wird es nur mehr Einen Hirten und Eine Herde geben! Solch einen Glauben wie jetzt werde Ich in jenen künftigen Zeiten wohl sicher nimmer finden; aber einen andern! Worin er aber bestehen wird, davon könnet ihr euch jetzt wohl keine Vorstellung machen. Dessenungeachtet wird es dereinst so kommen, wie Ich es euch zum voraus gesagt habe!

Die Lehre, die Ich euch jetzt gebe, ist Gottes Wort und bleibt ewig. Darum werden jene Menschen auch nur diese von Mir überkommen, die ihr von Mir erhalten habt. Aber in jenen Zeiten wird sie ihnen nicht verhüllt, sondern völlig dem himmlischen und geistigen Sinne nach enthüllt gegeben werden. Darin wird das neue Jerusalem bestehen, das aus den Himmeln auf diese Erde herniederkommen wird. In seinem Lichte wird den Menschen erst klar werden, wie sehr ihre Vorgänger von den falschen Propheten gleichwie die Juden nun von den Pharisäern betrogen worden sind! Sie werden dann nicht mehr Mir und Meiner Lehre die Schuld an dem vielen Unheil auf Erden in die Schuhe schieben, sondern den höchst selbst- und herrschsüchtigen falschen Lehrern und Propheten, die sie genau werden erkannt haben, wessen Geistes Kinder sie waren. Wenn aber das hellste Licht des neuen Jerusalem über die ganze Erde scheinen wird, dann werden die Lügner und Betrüger völlig enthüllt, und der Lohn für ihre Arbeit wird ihnen gegeben werden. Je höher von ihnen sich jemand zu stehen dünken wird, desto tiefer wird auch sein Fall sein."

"Ich hätte euch noch gar vieles zu sagen und zu enthüllen, aber ihr könntet das noch nicht ertragen. Wenn aber der Geist der Wahrheit aus Mir über euch kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit und Weisheit leiten, und ihr werdet euch dann vollends im Lichte des neuen Jerusalem befinden. Ob ihr aber dann auch imstande sein werdet, das Licht an eure Jünger übergehen zu lassen, ist eine Frage, die ihr schwer beantworten werdet. Ihr könnt nun noch gar nicht ahnen, zu welch großen und umfassenden Wissenschaften und Künsten es dereinst die Menschen bringen werden, und wie sehr dadurch aller Aberglaube unter den Menschen gelichtet werden wird. Wo aber in der ganzen Welt ist nun wohl die Rede von einer auf den Grundsätzen wohlberechneter Wahrheit stehenden reinen Wissenschaft? Und wo von einer durch solche Wissenschaft berechneten Kunst? Wo es nun unter den Menschen auch noch eine Wissenschaft und eine von ihr abgeleitete Kunst gibt, so sind dabei auch stets über drei Vierteile blinden Aberglaubens.

Auf solch eine faule Frucht von dem noch ungesegneten Baume der Erkenntnis aber lässt sich keine höhere Himmelswahrheit stellen. Wollt ihr sie darauf stellen, so wird daraus eine Frucht zum Vorschein kommen, die man wohl den Drachen zum Fraße vorwerfen, aber nicht den Menschen zur Nahrung geben könnte. Und sehet und merket es wohl: Aus dergleichen Früchten werden auch die falschen Propheten mit all ihren Irrlehren und falschen Wunderzeichen hervorgehen und mehr denn drei Viertel der Erde verderben! Denn man wird sich bemühen, Meine reinste Wahrheitslehre mit den unter den Menschen bestehenden mit Aberglauben untermengten Wissenschaften und wenig leistenden Künsten in der Meinung zu vereinen, dass sie dadurch den Menschen leichter annehmbar würde. So wird man selbstverständlich Meine Lehre stets mehr verunreinigen. Und die Wissenschaften und Künste voll Aberglaubens werden dadurch noch tiefer in die alte Nacht hinabsinken, als sie seit Anbeginn der Menschen jemals gesunken sind. Sie werden am Ende eine Zeitlang nur zum Eigentum der falschen Propheten werden, damit diese mit ihrer Hilfe desto leichter das blind gehaltene Volk für sich gewinnen können.

Aber es wird nicht so bleiben. Denn zur rechten Zeit werde Ich Menschen erwecken für die reinen Wissenschaften und Künste, und diese werden den Menschen von den Dächern herab verkünden, wie die Diener Balaams ihre Wunder bewirkt haben! Dadurch werden die reine Wissenschaft und auch die reinen Künste zu einem unbesiegbaren Vorläufer und Vorkämpfer für Mich gegen den alten Aberglauben werden. Wenn durch sie der Augiasstall wird gereinigt sein, dann werde Ich leicht ein wirksamstes Wiederkommen auf dieser Erde haben. Denn mit der allenthalben reinen Wissenschaft der Menschen wird sich Meine reinste Lebenslehre auch leicht vereinen und ein vollständiges Lebenslicht den Menschen geben, da eine Reinheit die andere nimmerdar verunreinigen kann.

Um bei den Menschen mit der Zeit in den Wissenschaften und aus ihnen hervorgehenden Künsten eine volle Reinigung zu bewirken, muss ihnen zuvor Meine Lehre gepredigt sein, und die vielen Götzen samt ihren Priestern und Tempeln müssen zerstört werden! Ist das geschehen und Mein Evangelium, wenn auch durch viele falsche Propheten, den Menschen gepredigt worden, dann erst werden sie fähig, sich nach und nach in den Wissenschaften und Künsten zu reinigen. Diese werden dann ein Blitz sein, der vom Aufgang bis zum Untergang alles hell beleuchtet, was da ist auf der Erde. Unter dem Aufgang aber versteht man das Geistige und unter dem Untergang alles Naturmäßige!

Ein Mensch kann die tieferen übersinnlichen Wahrheiten nie völlig in ihrer vollen Tiefe fassen, so er den Boden nicht kennt, auf dem er steht und geht als selbst ein natürlicher Mensch! Ich Selbst habe euch darum schon vieles erklärt im Gebiete der besonderen Erscheinungen in dieser Naturwelt und gezeigt den Mond, die Sonne, alle die Planeten und den ganzen endlos weiten gestirnten Himmel. Ich habe euch auch gesagt, dass ein Mensch erst dann Gott vollauf lieben kann, wenn er Ihn in seinen zahllos vielen Werken auch stets mehr und mehr und reiner und reiner erkannt hat. Aber die Hauptsache ist und bleibt das unablässige Bestreben nach der vollen Wiedergeburt des Geistes in der Seele. Durch sie ganz allein wird der Mensch in alle Wahrheit und Weisheit gehoben. Er hat dann ein vollkommenes zusammenhängendes Licht vom Irdischen bis ins reingeistig Himmlische, und mit dem Lichte auch das ewige Leben. Das aber ist dann endlos mehr als alle Wissenschaften von allen Dingen der Natur! Was nützte es einem Menschen, der alle Dinge und Erscheinungen in der ganzen Naturwelt allerwahrst und genau vom Größten bis zum Kleinsten erkennte und zu beurteilen imstande wäre, wäre aber dabei von der Wiedergeburt des Geistes in der Seele dennoch so ferne wie diese Erde vom Himmel! Würden ihm die vielen Wissenschaften wohl das ewige Leben verschaffen können?

Die alte, innere Entsprechungswissenschaft aber ist nur jenen Menschen zugänglich und eigen, die im wahren Glauben und Vertrauen an den Einen wahren Gott niemals wankend und schwach geworden sind, Ihn allzeit als den Vater über alles liebten und ihre Nächsten wie sich selbst. Und das, weil die besagte Wissenschaft die innere Schrift und Sprache der Seele und des Geistes in der Seele ist. Wer diese Sprache verloren hat, versteht die Schrift unmöglich und ihre Sprache kommt ihm in seinem toten Weltlichte wie eine Torheit vor. Denn die Lebensverhältnisse des Geistes und der Seele sind anderer Art als die des Leibes. So ist auch das geistige Hören, Sehen, Fühlen, Denken, Reden und die Schrift ganz anders beschaffen als hier unter den Menschen in der Naturwelt. Darum kann das, was ein Geist tut und spricht, nur auf dem Wege der alten Entsprechungswissenschaft dem Naturmenschen begreiflich gemacht werden. Die Menschen haben diese Wissenschaft durch eigene Schuld verloren. Damit haben sie sich selbst außer Verkehr mit den Geistern aller Regionen und aller Himmel gestellt und können darum das Geistige in der Schrift nicht mehr fassen und begreifen. Sie lesen die geschriebenen Worte nach dem blind eingelernten Laute des toten Buchstabens und können nicht einmal das begreifen und dessen inne werden, dass der Buchstabe tot ist und niemanden beleben kann, sondern dass nur der innerlich verborgene Sinn es ist, der als selbst Leben alles lebendig macht.

Wenn ihr das begreift, so trachtet denn vor allem nach der Wiedergeburt im Geiste, damit das Reich Gottes in euch lebendig und vollauf tätig werde. So werdet ihr auch wieder in die Wissenschaft der Entsprechungen zwischen Materie und Geist gelangen, ohne welche ihr weder Moses noch irgendeinen Propheten je in der Tiefe der lebendigen Wahrheit verstehen könnet und dadurch in Unglauben, Zweifel und Sünden verfallet, statt den vielen Gefahren, die euch zu verschlingen drohen, zu entgehen!"

"Ich habe euch nun schon zur Genüge klar gezeigt, wie und auf welche Weise Ich wieder auf diese Erde zu den Menschen kommen werde.

Ich werde bei Meiner zweiten Ankunft nicht mehr aus einem Weibe irgendwo wieder als Kind geboren werden. Denn Mein Leib bleibt verklärt so wie Ich als Geist in Ewigkeit, und so benötige Ich nimmerdar eines zweiten Leibes in der Art wie nun auf Erden. Ich aber werde zuerst unsichtbar kommen in den Wolken des Himmels, was so viel sagen will als: Ich werde vorerst Mich den Menschen zu nahen anfangen durch wahrhaftige Seher, Weise und neu erweckte Propheten. Und es werden in jener Zeit auch Mägde weissagen und Jünglinge helle Träume haben, aus denen sie den Menschen Meine Ankunft verkünden werden. Viele werden sie anhören und sich bessern, aber die Welt wird sie für irrsinnige Schwärmer schelten und ihnen nicht glauben, wie das auch mit den Propheten der Fall war.

Ebenso werde Ich von Zeit zu Zeit Menschen erwecken, denen Ich all das, was jetzt bei dieser Meiner Gegenwart ist, geschieht und gesprochen wird, durch ihr Herz in die Feder sagen werde. Die Menschen in jener Zeit, nahe durchgängig des Lesens und Schreibens wohl kundig, werden die neuen Bücher auch lesen und verstehen können. Diese Art der Ausbreitung Meiner neu und rein wiedergegebenen Lehre aus den Himmeln wird dann um vieles schneller und wirksamer zu allen Menschen auf der ganzen Erde gebracht werden können als jetzt durch die Boten in Meinem Namen von Munde zu Munde.

Wenn auf diese Art Meine Lehre unter die Menschen, die eines guten Willens und tätigen Glaubens sind, gebracht sein wird und zum wenigsten ein Drittel der Menschen davon Kunde haben wird, so werde Ich dann auch hie und da persönlich und leibhaftig sichtbar zu denen kommen, die Mich am meisten lieben und nach Meiner Wiederkunft die größte Sehnsucht und den vollen lebendigen Glauben haben werden. Und Ich Selbst werde aus ihnen Gemeinden bilden, denen keine Macht der Welt mehr Trotz und Widerstand zu bieten vermögen. Denn Ich werde ihr Heerführer und ihr ewig unüberwindlicher Held sein und richten alle toten und blinden Weltmenschen. Und so werde Ich die Erde reinigen von ihrem alten Unflate.

Zur Zeit der neuen Seher und Propheten aber wird eine große Trübsal und Bedrängnis unter den Menschen sein, wie sie auf dieser Erde noch niemals da war. Aber sie wird Meiner Auserwählten wegen nur eine kurze Zeit dauern, auf dass diese an ihrer Seligwerdung nicht sollen Schaden erleiden. Doch in diesem Lande, wo Ich nun schon von einem Ort zum andern von den Juden des Tempels wie ein Verbrecher verfolgt werde, und das in jener Zeit von finsteren Heiden zertreten werden wird, werde Ich persönlich nicht wieder zuerst auftreten. Wohl aber in den Landen eines anderen Weltteiles, die nun von den Heiden bewohnt werden, werde Ich ein neues Reich gründen: ein Reich des Friedens, der Eintracht, der Liebe und des fortwährend lebendigen Glaubens. Und die Furcht vor dem Tode des Leibes wird nicht mehr sein unter den Menschen, die in Meinem Lichte wandeln und im beständigen Verkehr und Umgange stehen werden mit den Engeln des Himmels.

Die Erde ist allenthalben Mein und Ich weiß, wo Meine Wiederkunft für die ganze Erde am allerwirksamsten sein wird. In jener Zeit aber, in der sich die Menschen von einem Ende der Erde zum andern so schnell wie ein Blitz werden verständigen und mit Benutzung der im Feuer und Wasser gebundenen Geister schneller die weitesten Strecken des Erdbodens überfahren können als der heftigste Sturm, und auch die Schiffe mit Hilfe derselben Kräfte den ganzen Ozean in kürzester Zeit überfahren werden, wird die Kunde von Meiner persönlichen Wiederkunft in ganz kurzer Zeit leicht über die ganze Erde verbreitet werden können, auch nach Asien. Aber es fragt sich da: Wird die Kunde bei den blinden und tauben Heiden dieses Weltteils auch Glauben finden? Ich meine und sage: Schwerlich eher, als bis er durch ein großes Weltgericht geläutert werden wird!

Es gibt aber ein großes Land im fernen Westen, das von allen Seiten vom großen Weltozean umflossen ist und nirgends über dem Meere mit der alten Welt zusammenhängt. Von diesem Land (Amerika) ausgehend werden die Menschen zuerst große Dinge vernehmen und diese werden auch im Westen Europas auftauchen. Daraus wird ein helles Strahlen und Widerstrahlen entstehen: die Lichter der Himmel werden sich begegnen, erkennen und sich unterstützen. Aus diesen Lichtern wird sich die Sonne des Lebens, also das neue vollkommene Jerusalem, gestalten, und in dieser Sonne werde Ich auf diese Erde wiederkommen.

Dieser sichtbare Himmel und diese Erde werden in der Länge der Zeiten vergehen, aber Meine Worte, die Ich zu euch geredet habe, werden nicht vergehen!"