1. Mein Gott, Mein Gott, warum hast Du Mich verlassen? Diese Worte sprach Ich am Kreuze und sie sind der größte Anstoß für alle Unwissenden und finsteren Christen, darum sagen sie, Meine damaligen Worte als Verteidigung zu ihrem falschen Glauben heranziehend: Ja, wenn Christus Gott war, zu welchem Gott rief Er denn damals?

  2. Auf diesen Einspruch habe Ich euch aufzuklären, daß Ich damals nicht als Gott sprach, sondern als Mensch nach dem Fleische: Meine Seele mit dem Geiste Gottes in ihrem Herzen trat damals aus dem Leibe, der Leib aber war nicht mehr eine grobgeistige Materie, sondern ein zweiter Geist neben der Seele, aber doch sichtbar, weil gefestigtes geistiges Fleisch, weil die Seele durch den Geist, der Leib aber durch die Seele belebt wird.11 In dieser Verlassenheit, da der Leib sah, daß er sterben mußte, sprach er nun die obigen Worte, die man bisher so falsch ausdeutete. Diese Worte galten aber nicht bloß dem Fleischleibe Christi, sondern sie galten speziell einem jeden Menschen als Beispiel, daß ein jeder Mensch in der Not nur zu Gott, seinem Vater, die Zuflucht nehmen und bei Ihm die Hilfe suchen soll und nirgends anderswo. Also sollet ihr das dritte Wort am Kreuze erfassen und dann wird es auch keinen Anstoß mehr bilden, da ihr doch wissen sollet, daß Ich als Gott keinen anderen Gott in der Sterbestunde suchen konnte, da es keinen anderen Gott außer Jehova – Christus gibt.

  3. Sechstes Wort am Kreuze. Vater, in Deine Hände empfehle Ich Meinen Geist! Mein Leib war zur Zeit des Sterbens am Kreuze durch das große Leiden, wie zuvor gesagt wurde, schon ganz vergeistigt, es war nichts materielles mehr an ihm, daher konnte Ich ihn einen Geist nennen. Der Sinn Meiner Worte ist also folgender:

  4. Jeder Mensch soll erkennen, daß Gott Sein Vater ist, daher soll er alles in Seine Hände legen und seiner Gnade und Barmherzigkeit empfehlen. Ich war nach dem Geiste – Gott, nach der Seele Gottes Weisheit Selbst, aber nach dem menschlichen Leibe ein Mensch, und daher zeigte Ich durch Mein Beispiel, was ein jeder Mensch in solchem Falle zu tun hat, daß er richtig vorgeht, und wie er als Geschöpf gegen Gott, als dessen Schöpfer, reden und handeln soll.

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 Donnerworte Gottes