Gegenwaertig ist die letzte Zeit der christlichen Kirche, die vom Herrn bei den Evangelisten und in der Offenbarung vorausgesagt und beschrieben worden ist

757. Daß die Vollendung des Zeitlaufs die letzte Zeit der Kirche bedeute, ist in dem vorhergehenden Abschnitt gezeigt worden, und daraus geht hervor, was unter der Vollendung des Zeitlaufs, von welcher der Herr bei den Evangelisten, Matth.Kap.24; Mark.Kap.13; Luk.Kap.21 sprach, verstanden wird; denn man liest: „Als Jesus auf dem Ölberg Sich niedergesetzt hatte, traten zu Ihm die Jünger besonders und sprachen: Welches ist das Zeichen Deiner Ankunft und der Vollendung des Zeitlaufs?“: Matth.24/3; und nun hob der Herr an und weissagte; und beschrieb die Vollendung, wie sie nach und nach ihren Verlauf nehmen werde bis zu Seiner Ankunft, und daß Er dann kommen werde in den Wolken des Himmels mit Kraft und Herrlichkeit, und versammeln werde Seine Auserwählten, und so mehreres: Matth.24/30,31, was durchaus nicht eintraf bei der Zerstörung Jerusalems. Der Herr beschrieb diese Dinge in prophetischer Rede, in der jedes einzelne Wort sein besonderes Gewicht hat; was das einzelne daselbst in sich schließt, ist ausgelegt worden in den »Himmlischen Geheimnissen« Nr. 3353 - 3356; 3486 - 3489; 3650 - 3655; 3751 - 3757; 3897 - 3901; 4056 - 4060; 4229 - 4231; 4332 - 4335; 4422 - 4424.

758. Daß alles das, was der Herr mit Seinen Jüngern sprach, von der letzten Zeit der christlichen Kirche gesagt worden ist, erhellt deutlich aus der Offenbarung, in der ähnliches von der Vollendung des Zeitlaufs und von Seiner Ankunft vorausgesagt wird, was alles in der im Jahr 1766 herausgegebenen »Enthüllten Offenbarung« im einzelnen erklärt worden ist. Da nun das, was der Herr von der Vollendung des Zeitlaufs und von Seiner Ankunft vor den Jüngern sprach, zusammenfällt mit dem, was Er nachher in der Offenbarung durch Johannes offenbarte, so liegt klar zutage, daß Er keine andere Vollendung, als die der heutigen christlichen Kirche darunter verstanden hat. Außerdem ist vom Ende dieser Kirche auch bei Daniel geweissagt worden, weshalb der Herr sagt: „Wenn ihr den Greuel der Verwüstung, vorausgesagt von dem Propheten Daniel, werdet stehen sehen an heiliger Stätte, wer es liest, der achte wohl darauf“: Matth.24/15; Da.9/27. Ebenso auch bei den übrigen Propheten. Daß ein solcher Greuel der Verwüstung heutzutage in der christlichen Kirche statthat, wird sich noch weiter herausstellen im Anhang, in welchem man sehen wird, daß auch nicht eine einzige echte Wahrheit in der Kirche übriggeblieben ist, und so auch, daß, wofern nicht eine neue Kirche anstatt der heutigen erweckt würde, „kein Fleisch errettet werden könnte“, nach den Worten des Herrn bei Matth.24/22. Daß die christliche Kirche, wie sie heutzutage beschaffen ist, so sehr zum Ende gekommen und verwüstet ist, kann nicht gesehen werden von denjenigen auf Erden, die sich in ihrem Falschen bestärkt haben, und dies darum nicht, weil die Begründung des Falschen eine Leugnung des Wahren ist; daher sie gleichsam eine Verhüllung unterhalb des Verstandes vorschiebt und dadurch verhütet, daß etwas anderes in ihn eindringe, das ihre Stricke und Pfähle ausreißt, durch die sie ihr System wie ein festes Zelt aufgeschlagen und zusammengefügt hat. Dazu kommt noch, daß die natürliche Vernunft alles Beliebige, mithin ebensowohl das Falsche, als das Wahre begründen kann, und daß, wenn es begründet ist, beides in gleichem Licht erscheint, und nicht erkannt wird, ob das Licht ein unechtes ist, dergleichen im Traum vorkommt, oder ob es ein wahres Licht ist, dergleichen am Tag statthat. Allein ganz anders verhält es sich mit der geistigen Vernunft, in der diejenigen sind, die zum Herrn aufsehen und von Ihm her in der Liebe zum Wahren sind.

759. Daher kommt, daß jede Kirche, die durch solche, die durch Begründungen sehen, festgestellt worden ist, als die einzige erscheint, die im Licht ist, und als ob alle übrigen, die davon abweichen, sich in der Finsternis befänden; denn die, welche durch Begründungen sehen, sind nicht unähnlich den Nachteulen, die Licht sehen im Schatten der Nacht, und bei Tage die Sonne und deren Strahlen wie Finsternis. Von dieser Art war und ist noch jede Kirche, die im Falschen ist, nachdem sie einmal gegründet ist von den Vortretern, die sich als Luchse erscheinen, und sich ein Morgenlicht gebildet haben aus der eigenen Verständigkeit, und ein Abendlicht aus dem Wort. Hat nicht die jüdische Kirche, als sie völlig verwüstet war, das der Fall war zur Zeit, da unser Herr in die Welt kam, durch ihre Schriftgelehrten und Gesetzkundigen laut ausgerufen, sie sei, weil sie das Wort hatte, allein im himmlischen Licht, während sie doch den Messias oder Christus, Der das Wort selbst und alles in allem desselben war, ans Kreuz

schlugen? Was anderes behauptet die Kirche, die bei den Propheten und in der Offenbarung unter Babylonien verstanden wird, als daß sie die Königin und Mutter aller Kirchen sei, und daß die übrigen, die von ihr abweichen, unechte Sprößlinge seien, die man in den Bann tun müsse, und zwar dies obwohl sie den Herrn Seligmacher vom Thron und Altar herabgestoßen und sich darauf gesetzt hat? Erfüllt nicht jede Kirche, bis herab zur höchst ketzerischen, sobald sie einmal angenommen ist, Länder und Städte mit dem Geschrei, sie allein sei die rechtgläubige und allgemeine, und sie habe das Evangelium, das der inmitten des Himmels fliegende Engel verkündigte: Offb.14/6. Und wer hört nicht den Widerhall ihrer Stimme von der Menge her, daß dem so sei? Hat wohl die ganze Dordrechter Synode die Vorherbestimmung als etwas anderes angesehen, denn als einen vom Himmel auf ihre Häupter gefallenen Stern, und küßten sie nicht dieses Dogma, wie die Philister das Götzenbild Dagons im Tempel Eben Eser zu Asdod, und wie die Griechen das Palladium im Tempel der Minerva? Hatten sie doch dieselbe das Palladium der Religion genannt,nicht wissend daß der fallende Stern eine Lufterscheinung aus unechtem Licht ist, das, wenn es in das Gehirn einfällt, alles Falsche begründen kann, was durch Trugwahrheiten geschieht, so daß man es für das wahre Licht und das Beschlossene für einen Fixstern hält, und zuletzt schwört, es sei das Gestirn der Gestirne. Wer spricht mit größerer Überzeugung von der Gewißheit seiner Phantasie, als der gottesleugnerische Naturalist, und lacht er nicht aus voller Brust über die göttlichen Dinge Gottes, über die himmlischen des Himmels, und über die geistigen der Kirche? Welcher Mondsüchtige hält nicht seine Torheit für Weisheit, und die Weisheit für Torheit? Wer unterscheidet mit dem Blick des Auges das unechte Licht des faulen Holzes vom Licht des Mondes? Wer, den das Balsamische anwidert, wie dies bei den mit Mutterbeschwerden Behafteten der Fall ist, entfernt nicht dasselbe von der Nase und zieht ihm das Übelriechende vor? und so fort. Dies ist zur Erläuterung angeführt worden, damit man wisse, daß, bevor die Wahrheit aus dem Himmel in ihrem Licht erglänzt, durch das bloß natürliche Licht nicht erkannt wird, daß die Kirche zu ihrem Ende gelangt ist, das heißt, daß sie bloß im Falschen ist; denn das Falsche sieht das Wahre nicht, sondern das Wahre sieht das Falsche; und jeder Mensch ist so beschaffen, daß er das Wahre sehen und begreifen kann, sobald er es hört; wer aber im Falschen begründet ist, kann jenes nicht in den Verstand hineinbringen, so daß es bleibt, weil es da gar keine Stätte findet, und wenn es zufällig eindringt, die versammelte Schar der Falschheiten es als etwas Fremdartiges ausstößt.