XIII. Durch das Wort wird auch denen Licht zuteil, die außerhalb der Kirche sind, und das Wort nicht haben  

267. Es kann keine Verbindung mit dem Himmel statthaben, wenn nicht irgendwo auf der Erde eine Kirche ist, in der das Wort sich befindet, und durch dieses der Herr bekannt ist, weil der Herr der Gott des Himmels und der Erde, und ohne den Herrn kein Heil ist; daß durch das Wort eine Verbindung mit dem Herrn und eine Zusammengesellung mit den Engeln statthat, sehe man oben Nr. 234 - 240. Es ist genug, daß es eine Kirche gibt, in der das Wort ist, wenn sie auch verhältnismäßig aus wenigen besteht, der Herr ist doch stets dadurch auf dem ganzen Erdkreis gegenwärtig; denn dadurch ist der Himmel mit dem menschlichen Geschlecht verbunden.

268. Wie aber eine Gegenwart und Verbindung des Herrn und des Himmels in allen Ländern durch das Wort statthat, soll nun gesagt werden. Der ganze Engelhimmel ist vor dem Herrn wie ein Mensch, desgleichen die Kirche auf Erden, und daß sie auch wirklich als ein Mensch erscheinen, sehe man im Werk von »Himmel und Hölle«, Nr. 59 - 87. In diesem Menschen ist die Kirche, in der das Wort gelesen wird, und durch dasselbe der Herr bekannt ist, wie das Herz und wie die Lunge: das himmlische Reich des Herrn wie das Herz, und Sein geistiges Reich wie die Lunge. Wie aus diesen zwei Quellen des Lebens im menschlichen Körper alle übrigen Glieder, Eingeweide und Organe bestehen und leben, so haben auch alle die auf dem Erdkreis, bei denen Religion ist und ein Gott verehrt und ein guter Lebenswandel geführt wird, und die dadurch in jenem Menschen sind, und die Glieder und die inneren Teile außerhalb der Brusthöhle, in der das Herz und die Lunge sind, vorstellen, infolge der Verbindung des Herrn und des Himmels mit der Kirche durch das Wort Bestand und Leben; denn das Wort in der christlichen Kirche ist für die übrigen das Leben aus dem Herrn durch den Himmel, wie die Gliedmaßen und die inneren Teile des ganzen Körpers ihr Leben aus dem Herzen und der Lunge haben; es findet auch eine ähnliche Verbindung statt. Und dies ist auch die Ursache, warum die Christen, bei denen das Wort gelesen wird, die Brust jenes Menschen bilden. Sie befinden sich auch wirklich in der Mitte von allen, und um sie herum sind die Päpstlichen, um diese her diejenigen Mohammedaner, welche den Herrn als den größten Propheten und als den Sohn Gottes anerkennen; hinter diesen sind die Afrikaner, und den äußersten Umkreis bilden die Völker und Völkerschaften in Asien und Indien.

269. Daß es sich mit dem gesamten Himmel so verhält, kann man aus dem gleichen in jeglicher Gesellschaft des Himmels schließen; denn jede Gesellschaft dort ist ein Himmel in kleinerer Gestalt, welche auch die eines Menschen ist. Das dem so ist, sehe man in dem Werk vom »Himmel und Hölle« Nr. 41 - 87. In jeder Gesellschaft des Himmels stellen die, welche in ihrer Mitte sind, in gleicher Weise das Herz und die Lunge vor, und bei ihnen ist das größte Licht. Das Licht selbst und daraus die Wahrnehmung des Wahren pflanzt sich von dieser Mitte gegen die Umkreise nach allen Richtungen, somit zu allen, welche in der Gesellschaft sind, fort, und macht ihr geistiges Leben. Es ward gezeigt, daß, wenn die, welche in der Mitte waren und das Gebiet des Herzens und der Lunge bildeten und bei denen das größte Licht war, entfernt wurden, das Verständnis der anderen, welche sich rings umher befanden, verdunkelt wurde, und diese dann ein so kümmerliches Innewerden des Wahren hatten, daß sie in Klagen ausbrachen; sobald aber jene zurückkehrten, das Licht sich zeigte, und sie wieder ein Innewerden des Wahren hatten wie zuvor.

Es läßt sich ein Vergleich machen mit der Wärme und dem Licht aus der Sonne der Welt, welche, sobald nur die Sonne aufgegangen ist, Wachstum in Bäume und Sträucher, selbst in solche bringen, die abseits und unter einer Wolke stehen. So das Licht und die Wärme des Himmels vom Herrn als der Sonne in diesem, welches Licht seinem Wesen nach das göttliche Wahre ist, aus dem den Engeln und Menschen alle Einsicht und Weisheit kommt; weshalb vom ‚Wort, das bei Gott war‘, gesagt wird, daß es ‚jeden Menschen erleuchtet, der in die Welt kommt‘, und daß ‚dieses Licht in der Finsternis scheint‘: Joh.1/1,5,9, unter dem Wort wird hier der Herr hinsichtlich des göttlich Wahren verstanden.

270. Hieraus kann erhellen, daß das Wort, das bei den Protestanten und Reformierten ist, alle Nationen und Völker durch geistige Mitteilung erleuchtet; dann auch, daß vom Herrn dafür gesorgt wird, daß stets eine Kirche auf Erden sei, in der das Wort gelesen wird und dadurch der Herr bekannt werden möge; weshalb denn, als das Wort von den Päpstlichen beinahe verworfen war, durch eine Fügung der göttlichen Vorsehung des Herrn die Reformation zustande kam, und infolgedessen das Wort wie aus dem Versteck hervorgezogen und dem Gebrauch übergeben wurde. Ebenso als beim jüdischen Volk das Wort gänzlich verfälscht und mißhandelt, und gleichsam vernichtet worden war, hatte es dem Herrn gefallen, vom Himmel herniederzusteigen und als das Wort zu kommen und es zu erfüllen, und dadurch es wieder herzustellen und zu erneuern, und den Erdbewohnern wiederum Licht zu geben, gemäß den Worten des Herrn: „Das Volk, das im Finstern saß, sah großes Licht; den in der Gegend und im Schatten des Todes Sitzenden, ihnen ist ein Licht aufgegangen“: Jes.9/1 und Matth.4/16.

271. Da nun vorhergesagt war, daß auch am Ende dieser Kirche Finsternis einbrechen würde, weil man den Herrn nicht als Gott des Himmels und der Erde anerkannte, und den Glauben von der tätigen Liebe trennte, so hat es, damit nicht das rechte Verständnis des Wortes unterginge, dem Herrn gefallen, nunmehr den geistigen Sinn des Wortes zu offenbaren und kundzutun, daß das Wort in diesem Sinn und aus ihm im natürlichen Sinn Unzähliges enthält, wodurch das beinahe ausgelöschte Licht des Wahren aus dem Wort wieder hergestellt werden kann. Daß das Licht des Wahren am Ende dieser Kirche beinahe ausgelöscht werden würde, wird in vielen Stellen in der Offenbarung vorhergesagt, und wird auch verstanden unter folgenden Worten des Herrn: „Gleich nach der Trübsal jener Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond sein Licht nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden; und dann wird man sehen des Menschen Sohn kommen in des Himmels Wolken mit Kraft und Herrlichkeit“: Matth.24/29,30. Unter der Sonne wird hier der Herr hinsichtlich der Liebe verstanden; unter dem Mond der Herr hinsichtlich des Glaubens; unter den Sternen hinsichtlich der Erkenntnisse des Wahren und Guten; unter dem Menschensohn der Herr hinsichtlich des Wortes; unter der Wolke der Buchstabensinn des Wortes; unter der Herrlichkeit der geistige Sinn des Wortes und sein Durchscheinen durch dessen Buchstabensinn, und unter den Kräften dessen Macht.

272. Durch viel Erfahrung ist mir zu wissen gegeben worden, daß durch das Wort der Mensch Gemeinschaft mit dem Himmel hat; während ich das Wort vom ersten Kapitel des Jesajas bis zum letzten des Malachias und die Psalmen Davids durchlas, und den Gedanken im geistigen Sinn derselben festhielt, durfte ich deutlich inne werden, daß jeglicher Vers mit irgendeiner Gesellschaft des Himmels in Gemeinschaft stand, und so das ganze Wort mit dem gesamten Himmel. Woraus hervorging, daß, wie der Herr das Wort ist, so auch der Himmel das Wort ist, weil der Himmel Himmel ist vom Herrn, und der Herr durch das Wort alles in allem im Himmel ist.