Die Wahre christliche Religion

enthaltend die ganze Theologie der neuen Kirche,

so wie sie vom Herrn bei Daniel 7/13,14 und in der Offenbarung 21/1,2 vorhergesagt worden ist.

Von Emanuel Swedenborg, einem Diener des Herrn Jesus Christus.

 

Daniel 7/13,14

Ich sah in den Gesichten der Nacht, und siehe mit der Himmel Wolken war kommend wie ein Menschensohn; und Diesem ward gegeben Herrschaft, Herrlichkeit und Reich, und alle Völker, Nationen und Zungen werden Ihn verehren; Sein Herrschen ist ein ewig Herrschen, das nicht vorübergehen, und Sein Reich, das nicht vergehen wird.

Offenbarung 21/1,2,5,9,10

Ich Johannes sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, herabkommen von Gott aus dem Himmel, zubereitet wie eine Braut, geschmückt für ihren Mann. Und der Engel sprach mit mir, und sagte: Komm, ich will dir die Braut, des Lammes Weib, zeigen; und er entrückte mich im Geist auf einen großen und hohen Berg, und zeigte mir die große Stadt, das heilige Jerusalem, herabkommend aus dem Himmel von Gott. Der auf dem Throne Sitzende sprach: Siehe, Ich mache alles neu; und Er sprach zu mir: Schreibe, denn diese Worte sind wahr und gewiß.

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Franz Kreuzwegerer, Juni 2002

Der Glaube des neuen Himmels und der neuen Kirche

1. Die allgemeine und besondere Glaubensform wird vorausgeschickt, damit dieselbe wie ein Umriß vor dem Werke, welches folgt, und wie die Pforte sei, durch die man in den Tempel eintritt, und auch, damit sie die kurze Zusammenfassung bilde, in der die Einzelheiten, welche folgen, in ihrer Weise enthalten sind. Es wird gesagt der Glaube des neuen Himmels und der neuen Kirche, weil der Himmel, in dem die Engel sind, und die Kirche, in der die Menschen sind, eins ausmachen, wie das Innere und das Äußere beim Menschen; infolgedessen der Mensch der Kirche, der sich im Guten der Liebe aus den Wahrheiten des Glaubens, und in den Wahrheiten des Glaubens aus dem Guten der Liebe befindet, dem Inwendigen seines Gemütes nach ein Engel des Himmels ist, und daher auch nach dem Tod in den Himmel kommt, und dort je nach dem Zustand der Verbindung jener beiden sich der Glückseligkeit erfreut. Es wird zur Kenntnis gebracht, daß im neuen Himmel, der eben jetzt vom Herrn eingerichtet wird, dieser Glaube der Umriß, die Pforte und der kurze Inhalt ist.

2. Der Glaube des neuen Himmels und der neuen Kirche in seiner allgemeinen Form ist folgender: Der Herr von Ewigkeit, welcher Jehovah ist, kam in die Welt, um die Höllen zu unterjochen, und Sein Menschliches zu verherrlichen; ohne dieses hätte kein Sterblicher selig werden können; und diejenigen werden selig, die an Ihn glauben. Es wird gesagt „in der allgemeinen Form“, weil darin das Allgemeine des Glaubens besteht, und das Allgemeine des Glaubens das ist, was sich im Ganzen und im Einzelnen finden muß. Allgemeines des Glaubens ist, daß Gott dem Wesen und der Person nach einer ist, in Dem eine göttliche Dreieinheit ist, und daß der Herr Gott Heiland Jesus Christus dieser eine Gott ist. Allgemeines des Glaubens ist, daß kein Sterblicher hätte selig werden können, wenn der Herr nicht in die Welt gekommen wäre. Allgemeines des Glaubens ist, daß Er in die Welt kam, um die Hölle vom Menschen zu entfernen, und daß Er sie entfernt hat durch Kämpfe wider sie und durch Siege über sie; so hat Er sie unterjocht, und in Ordnung und unter Seinen Gehorsam gebracht. Allgemeines des Glaubens ist, daß Er in die Welt kam, um Sein Menschliches, das Er in der Welt angenommen, zu verherrlichen, das heißt, es mit dem Göttlichen, aus dem es stammte, zu vereinigen; so hält Er ewig die Hölle in Ordnung und unter Seinem Gehorsam. Weil dies nicht anders geschehen konnte, als durch - gegen Sein Menschliches zugelassene - Versuchungen bis zu deren letzter, und die letzte derselben das Leiden am Kreuz war, darum hat Er diesem Sich unterzogen. Dies sind die allgemeinen Stücke des Glaubens betreffend den Herrn. Das Allgemeine des Glaubens auf seiten des Menschen ist, daß er an den Herrn glaube; denn durch das Glauben an Ihn wird eine Verbindung mit Ihm, und durch diese die Seligmachung bewirkt: an Ihn glauben heißt, Vertrauen zu Ihm haben, daß Er selig mache; und weil nur Vertrauen haben kann, wer einen guten Lebenswandel führt, so wird auch dies unter dem Glauben an Ihn verstanden. Dies sagt auch der Herr bei Joh.6/40: „Das ist der Wille des Vaters, daß jeder, der an den Sohn glaubt, das ewige Leben habe“, und anderwärts: „Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben: wer aber dem Sohne nicht glaubt, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm“: Joh.3/36.

3. Der Glaube des neuen Himmels und der neuen Kirche in seiner besonderen Form ist folgender: Jehovah Gott ist die Liebe selbst und die Weisheit selbst oder Er ist das Gute selbst und das Wahre selbst, und nach dem göttlich Wahren, welches das Wort ist, und welches Gott bei Gott war, kam Er herab und nahm das Menschliche an, um alles, was im Himmel, und alles, was in der Hölle, und alles, was in der Kirche war, in Ordnung zu bringen, weil damals die Macht der Hölle die Macht des Himmels, und auf Erden die Macht des Bösen die Macht des Guten überwog, und infolgedessen eine gänzliche Verdammnis vor der Türe stand und hereinzubrechen drohte. Diese künftige Verdammnis hat Jehovah Gott durch Sein Menschliches, welches das göttlich Wahre war, aufgehoben, und so die Engel und die Menschen erlöst: und nachher hat Er in Seinem Menschlichen das göttlich Wahre mit dem göttlich Guten, oder die göttliche Weisheit mit der göttlichen Liebe vereinigt, und ist so in Sein Göttliches, in dem Er von Ewigkeit war, zugleich mit und in dem verherrlichten Menschlichen zurückgekehrt. Dies ist zu verstehen unter folgendem bei Joh.1/1,14: „Das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort, und das Wort ward Fleisch“, und Joh.16/28: „Ich bin vom Vater ausgegangen, und in die Welt gekommen; wiederum verlasse Ich die Welt, und gehe zum Vater“; und ferner unter folgendem: „Wir wissen, daß der Sohn Gottes gekommen ist, und uns Einsicht gegeben hat, daß wir den Wahren erkennen, und wir sind in dem Wahren, in Seinem Sohne Jesus Christus: Dieser ist der wahre Gott, und das ewige Leben“: 1Joh.5/20,21. Hieraus erhellt, daß ohne die Ankunft des Herrn in die Welt, niemand hätte selig werden können. Ebenso ist es heutzutage; wofern daher der Herr nicht abermals in die Welt käme im göttlichWahren, welches das Wort ist, so könnte niemand selig werden. Das Besondere des Glaubens von seiten des Menschen ist:

1. Gott ist einer, und in Ihm ist eine göttliche Dreieinheit, und Dieser ist der Herr Gott Heiland Jesus Christus.

2. Der seligmachende Glaube ist an Ihn glauben.

3. Das Böse soll man nicht tun, weil es Sache des Teufels und vom Teufel ist.

4. Das Gute soll man tun, weil es Sache Gottes und von Gott ist.

5. Dieses soll der Mensch wie aus sich selbst tun, dabei aber glauben, daß es vom Herrn bei ihm und durch ihn geschehe.

Die zwei ersteren Stücke sind Sache des Glaubens, die zwei letzteren Sache der Liebtätigkeit, und das fünfte ist Sache der Verbindung der Liebtätigkeit und des Glaubens, somit des Herrn und des Menschen.