Die Umbildung und Wiedergeburt  

571. Nachdem von der Buße gehandelt worden ist, so führt die Ordnung auf die Umbildung und Wiedergeburt, weil diese auf die Buße folgen und durch die Buße befördert werden. Es sind zwei Zustände, in die der Mensch eingehen und die er durchlaufen muß, während er aus einem Natürlichen ein Geistiger wird. Der erste Zustand heißt die Umbildung, und der andere die Wiedergeburt. Der Mensch blickt im ersten Zustand aus seinem Natürlichen zum Geistigen hin, und sehnt sich nach diesem, im anderen Zustand wird er ein natürlich Geistiger. Der erste Zustand wird gebildet durch die Wahrheiten, welche Gegenstand des Glaubens sein sollen, und durch die er auf die Liebtätigkeit hinblickt; der andere Zustand wird durch das Gute der Liebtätigkeit gebildet, und von diesem aus geht er in die Wahrheiten des Glaubens ein; oder, was dasselbe ist, der erste Zustand ist der des Denkens aus dem Verstand, der andere aber ist der des Liebens aus dem Willen; wenn dieser Zustand anfängt und fortschreitet, geht eine Veränderung im Gemüt vor, denn es findet eine Umwendung statt, weil alsdann die Liebe des Willens in den Verstand einfließt, und diesen treibt und lenkt, in Eintracht und Übereinstimmung mit seiner Liebe zu denken; inwieweit daher das Gute der Liebe die erste Stelle einnimmt, und die Wahrheiten des Glaubens die zweite, insoweit ist der Mensch geistig und ist eine neue Kreatur, und handelt dann aus der Liebtätigkeit und spricht aus dem Glauben, und fühlt das Gute der Liebtätigkeit, und wird das Wahre des Glaubens inne, und ist dann im Herrn und im Frieden, und so ein Wiedergeborener. Ein Mensch, der in der Welt den ersten Zustand angefangen hat, kann nach dem Tode in den anderen eingeführt werden, wer hingegen nicht in der Welt in den ersten Zustand eingetreten ist, kann nach dem Tode nicht in den anderen eingeführt, somit nicht wiedergeboren werden.

Diese zwei Zustände können verglichen werden mit der Zunahme des Lichtes und der Wärme in den Tagen der Frühlingszeit, der erste mit der Morgendämmerung oder dem Hahnschrei, der andere mit dem Morgen und der Morgenröte, und das Fortschreiten dieses Zustandes mit dem Fortschreiten des Tages bis zum Mittag, und so ins Licht und in die Wärme. Er kann auch verglichen werden mit der Ernte, die zuerst Gras ist, hernach zu Halmen und Ähren emporwächst, und zuletzt in diesen zur Frucht wird. Dann auch mit dem Baum, der zuerst dem Samen aus Erde entwächst, hernach zum Stamm wird, aus dem Zweige hervorgehen, die dann mit Blättern geschmückt werden, worauf er Blüten gewinnt, und aus dem Innersten der Blüten Früchte ansetzt, die, wie sie reif werden, neue Samen, wie eine neue Zucht, hervorbringen.

Der erste Zustand, welcher der der Umbildung ist, kann auch verglichen werden mit dem Zustand der Seidenraupe, wenn sie Seidenfäden aus sich herauszieht, und herausspinnt, und nach ihrer fleißigen Arbeit in die Luft auffliegt, und sich nicht wie zuvor von den Blättern, sondern von den Säften in den Blumen nährt.