Der zweite Nutzen der Taufe ist, daß der Christ den Herrn Jesus Christus, den Erlöser und Seligmacher, erkenne und anerkenne, und Ihm nachfolge

681. Dieser zweite Nutzen der Taufe, welcher ist, daß man den Herrn Erlöser und Seligmacher Jesus Christus erkenne, folgt unzertrennlich auf den ersten, welcher in der Einführung in die christliche Kirche und in der Einreihung unter die Christen in der geistigen Welt besteht; und was wäre jener erste Nutzen ohne diesen anderen auf ihn folgenden anderes als ein bloßer Name? Ist er doch nichts als wie ein Untertan, der zwar dem König huldigt, dennoch aber seine oder des Vaterlands Gesetze von sich stößt, und sich einem barbarischen König widmet und ihm dient; oder er ist nichts weiter als wie ein Diener, der sich irgendeinem Herrn verdingt, und Kleider als dessen Diensttracht empfängt, dann aber entflieht und in dessen Kleidern einem anderen dient; oder er ist nichts weiter, als wie ein Fähnrich, der mit der Fahne davongeht und sie zerschneidet, und die Fetzten davon entweder in die Luft streut, oder unter die Füße der Soldaten, um zertreten zu werden. Mit einem Wort, der Name, daß man ein Christ sei, das heißt, Christo angehöre, während man doch Ihn nicht anerkennt, noch Ihm folgt, das heißt, nach Seinen Geboten lebt, ist so leer wie ein Schatten, wie ein Rauch, und wie ein geschwärztes Gemälde; denn der Herr sagt: „Was nennet ihr Mich Herr, und tut nicht, was Ich sage?“: Luk.6/46f. „Viele werden an jenem Tage zu Mir sagen: Herr, Herr, alsdann aber werde Ich ihnen erklären: Ich kenne euch nicht“: Matth.7/22,23.

682. Unter dem Namen des Herrn Jesu Christi wird im Wort nichts anderes verstanden, als die Anerkennung Desselben und ein Seinen Geboten gemäßes Leben. Daß Sein Name diese Bedeutung habe, davon sehe man den Grund in der Erklärung der zweiten Vorschrift in den Zehn Geboten: „Du sollst den Namen Gottes nicht ins Eitle ziehen“. Nichts anderes wird unter dem Namen des Herrn verstanden in folgenden Stellen: „Jesus sagte: Ihr werdet verhaßt sein allen Völkerschaften um Meines Namens willen“: Matth.10/22; 24/9,10. „Wo zwei oder drei versammelt sind in Meinem Namen, da bin Ich mitten unter ihnen“: Matth.18/20. „Wie viele Ihn aufnahmen, denen gab Er Macht, Kinder Gottes zu sein, denen, die an Seinen Namen glauben“: Joh.1/12. „Viele glaubten an Seinen Namen“: Joh.2/23. „Wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes“: Joh.3/17,18.

„Die Glaubenden werden das Leben haben in Seinem Namen“: Joh.20/31. „Um Meines Namens willen hast du gearbeitet und bist nicht müde geworden“: Offb.2/3; und anderwärts. Wer kann nicht sehen, daß unter dem Namen des Herrn in diesen Stellen nicht der bloße Name, sondern die Anerkennung Seiner, daß Er Erlöser und Seligmacher ist, verstanden wird, und zugleich der Gehorsam und endlich der Glaube an Ihn? Denn in der Taufe empfängt das Kind das Zeichen des Kreuzes auf Stirn und Brust, welches das Zeichen der Einweihung in die Anerkennung und Verehrung des Herrn ist. Unter dem Namen wird auch jemandes Beschaffenheit verstanden; der Grund ist, weil in der geistigen Welt jeder nach seiner Beschaffenheit benannt wird; weshalb unter der Benennung ‚Christ‘ verstanden wird diejenige Beschaffenheit desselben, nach der er den Glauben an Christus und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten von Christus hat; dies wird unter dem Namen verstanden in der Offb.3/4: „Der Sohn des Menschen sprach: Du hast wenige Namen in Sardes, die ihre Kleider nicht befleckt haben, und sie werden mit Mir wandeln in weißen [Kleidern], denn sie sind es würdig“. Durch das Wandeln mit dem Sohn des Menschen in weißen [Kleidern] wird bezeichnet, dem Herrn nachfolgen und nach den Wahrheiten Seines Wortes leben. Das gleiche wird unter dem Namen verstanden bei Joh.10/3-5: „Jesus sprach: Die Schafe hören Meine Stimme, und die eigenen Schafe rufe Ich beim Namen und führe sie aus; Ich gehe vor ihnen her, und die Schafe folgen Mir, weil sie Meine Stimme kennen; einem Fremden folgen sie nicht, weil sie der Fremden Stimme nicht kennen“. Beim Namen heißt, nach ihrer Beschaffenheit, sofern sie Christen sind, und Ihm folgen heißt, auf Seine Stimme hören, das heißt Seinen Geboten gehorchen; diesen Namen empfangen alle in der Taufe, denn er liegt im Abzeichen.

683. Was ist der Name ohne die Sache mehr als etwas Gehaltloses, und als ein Schall, der von den Bäumen des Waldes oder den Wölbungen zurückprallt, und der Widerhall heißt; oder wie das fast seelenlose Getöne von den Träumenden her, oder wie der Schall des Windes, des Meeres oder einer Maschine, dem kein Nutzen inne wohnt? Ja was ist die Benennung König, Herzog, Konsul, Bischof, Abt oder Mönch ohne die Verrichtung, die dem Namen anhängt, als eine Gehaltlosigkeit? Was ist also die Benennung, daß man ein Christ sei, während man doch heidnisch und den Geboten Christi zuwider lebt, anderes, als ein Hinblicken auf das Abzeichen des Satans statt des Abzeichens Christi, dessen Namen doch mit goldenen Fäden in der Taufe eingewoben worden war. Was sind diese, welche, nachdem sie das Zeichen Christi empfangen, Dessen Verehrung belachen und bei Nennung Seines Namens zischen und Ihn nicht als Sohn Gottes, sondern nur als Sohn Josephs anerkennen, was sind sie anderes als Rebellen und Königsmörder, und was ihre Worte anderes als Lästerungen wider den Heiligen Geist, die nicht vergeben werden können, weder in dieser Welt, noch in der künftigen? Diese beißen wie Hunde mit weitem Rachen nach dem Wort und zerfleischen es mit den Zähnen; bei ihnen sind wider Christus und Seine Verehrung „alle Tische voll von Gespei der Entleerung“: Jes.28/8; Jer.48/26; während doch der Herr Jesus Christus der Sohn Gottes des Höchsten: Luk.1/32,35; der Eingeborene: Joh.1/18; 3/16, der wahre Gott und das ewige Leben ist: 1Joh.5/20,21; in Dem die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig wohnt: Kol.2/9. Und daß Er nicht der Sohn Josephs ist: Matth.1/25, außer tausend anderen Stellen.