VII. Der Herr ist die Liebtätigkeit und der Glaube im Menschen, und der Mensch ist die Liebtätigkeit und der Glaube im Herrn

368. Daß der Mensch der Kirche im Herrn ist, und der Herr in ihm, erhellt aus folgenden Stellen im Wort: „Jesus sprach: Bleibet in Mir, und Ich in euch; Ich bin der Weinstock und ihr die Reben, wer  in Mir bleibt, und Ich in ihm, der bringt viele Frucht“: Joh.15/4,5. „Wer Mein Fleisch ißt und Mein Blut trinkt, der bleibt in Mir, und Ich in ihm“: Joh.6/56. „An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß Ich in Meinem Vater bin, und ihr in Mir, und Ich in euch“: Joh.14/20. „Ein jeglicher, der bekennt, daß Jesus der Sohn Gottes sei, in dem bleibt Gott, und er in Gott“: 1Joh.4/15. Jedoch kann nicht der Mensch selbst im Herrn sein, sondern die Liebtätigkeit und der Glaube, die vom Herrn beim Menschen sind, und durch welche beide der Mensch wesentlich Mensch ist. Damit aber dies Geheimnis vor dem Verstand in einigem Licht erscheine, ist es in folgender Ordnung zu entziffern:

I. Es besteht eine Verbindung mit Gott, durch die dem Menschen Heil und ewiges Leben kommt.

II. Es ist keine Verbindung mit Gott dem Vater möglich, sondern mit dem Herrn, und durch Ihn mit Gott dem Vater.

III. Die Verbindung mit dem Herrn ist eine gegenseitige, und diese besteht darin, daß der Herr im Menschen, und der Mensch im Herrn ist.

IV. Diese gegenseitige Verbindung wird durch die Liebtätigkeit und den Glauben bewirkt. Daß dem so ist wird sich aus der folgenden Auseinandersetzung ergeben.

369. I. Es besteht eine Verbindung mit Gott, durch die dem Menschen Heil und ewiges Leben kommt.

Der Mensch ist dazu geschaffen, mit Gott verbunden werden zu können; denn er ist zum Eingeborenen des Himmels, und auch zum Eingeborenen der Welt geschaffen, und inwieweit er Eingeborener des Himmels ist, ist er geistig, inwieweit er hingegen Eingeborener der Welt ist, ist er natürlich, und der geistige Mensch kann über Gott denken und die göttlichen Dinge inne werden, und kann auch Gott lieben, und von den Dingen, die von Gott kommen, angeregt werden; woraus denn folgt, daß er mit Gott verbunden werden kann. Daß der Mensch über Gott denken und die göttlichen Dinge inne werden kann, liegt außer allem Zweifel; denn er kann denken über die Einheit Gottes, über das Sein Gottes, welches Jehovah ist, über die Unmeßbarkeit und Ewigkeit Gottes, über die göttliche Liebe und die göttliche Weisheit, die das Wesen Gottes ausmachen, über die Allmacht, Allwissenheit und Allgegenwart Gottes; über den Herrn Seligmacher, Seinen Sohn, und über die Erlösung und Vermittlung; dann auch über den Heiligen Geist, und endlich über die göttliche Dreieinheit; welche Dinge alle Gottes, ja Gott sind, und überdies über die Einwirkungen Gottes, die hauptsächlich sind der Glaube und die tätige Liebe, außer vielen Dingen, die aus diesen beiden hervorgehen. Daß der Mensch nicht nur über Gott denken, sondern auch Gott lieben kann, ergibt sich aus den zwei Geboten Gottes selbst, welche also lauten: „Du sollst lieben den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen und von ganzer Seele; dies ist das erste und große Gebot; das zweite ist ihm gleich: du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“: Matth.22/37-39; 5Mo.6/5. Daß der Mensch die Gebote Gottes halten kann, und daß dies heißt Gott lieben und von Gott geliebt werden, erhellt aus folgendem: Jesus sagte: „Wer Meine Gebote hat und sie tut, der ist es, der Mich liebt, wer aber Mich liebt, wird von Meinem Vater geliebt werden, und Ich werde ihn lieben und Mich ihm offenbaren“: Joh.14/21. Überdies was ist der Glaube anderes, als eine Verbindung mit Gott durch die Wahrheiten, die Sache des Verstandes und somit des Denkens sind? Und was ist die Liebe anderes, als eine Verbindung mit Gott durch das Gute, das Sache des Willens und somit der Anregung ist? Die Verbindung Gottes mit dem Menschen ist eine geistige Verbindung im Natürlichen; und die Verbindung des Menschen mit Gott ist eine natürliche Verbindung vom Geistigen aus. Wegen dieser Verbindung, als des Endzwecks, ist der Mensch zum Eingeborenen des Himmels und zugleich der Welt erschaffen; als Eingeborener des Himmels ist er geistig, und als Eingeborener der Welt ist er natürlich; wird nun der Mensch geistig-vernünftig und

zugleich geistig-moralisch, so ist er mit Gott verbunden, und durch die Verbindung kommt ihm Heil und ewiges Leben; ist hingegen der Mensch bloß natürlich-vernünftig und auch natürlich-moralisch, so findet zwar eine Verbindung Gottes mit ihm statt, aber nicht eine Verbindung seiner mit Gott; daher ihm geistiger Tod kommt, der an sich betrachtet natürliches Leben ohne geistiges ist; denn das Geistige, in dem das Leben Gottes ist, ist bei ihm ausgelöscht.

370. II. Es ist keine Verbindung mit Gott dem Vater möglich, sondern mit dem Herrn und durch Ihn mit Gott dem Vater.

Dies lehrt die Schrift und sieht die Vernunft. Die Schrift lehrt, daß Gott der Vater durchaus nie gesehen, noch gehört worden ist, und daß Er auch nicht gesehen, noch gehört werden, folglich auch nicht aus Sich, wie Er in Seinem Sein und in Seinem Wesen ist, beim Menschen wirken kann; denn der Herr sagt: „Gott hat niemand je gesehen, außer der beim Vater ist, dieser hat den Vater gesehen“: Joh.6/46. „Niemand erkennet den Vater, denn nur der Sohn, und wem der Sohn es will offenbaren“: Matth.11/27. „Nicht habt ihr die Stimme des Vaters je gehört, noch Seine Gestalt gesehen“: Joh.5/37. Der Grund ist, weil Er im Ersten und in den Uranfängen aller Dinge ist, somit höchst erhaben über jede Sphäre des menschlichen Gemüts; denn Er ist im Ersten und in den Uranfängen aller Dinge der Weisheit und aller Dinge der Liebe, mit denen dem Menschen keine Verbindung möglich ist. Würde Er daher zum Menschen oder der Mensch zu Ihm hinzutreten, so würde der Mensch verzehrt werden oder zerschmelzen, wie das Holz im Brennpunkt eines großen Brennspiegels, oder vielmehr wie ein in die Sonne selbst geworfenes Bild; weshalb zu Moses, der Gott zu sehen verlangte, gesagt ward, daß der Mensch ihn nicht sehen und leben könne: 2Mo.33/20. Daß aber Gott der Vater durch den Herrn verbunden wird, erhellt aus den soeben angeführten Stellen, daß nämlich nicht der Vater, sondern der eingeborene Sohn, Der im Schoße des Vaters ist, und den Vater gesehen hat, die Dinge, welche Gottes und von Gott sind, ausgelegt und geoffenbart habe; und überdies aus folgenden Stellen: „An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß Ich in Meinem Vater bin und Ihr in Mir, und Ich in euch“: Joh.14/20. „Ich habe die Herrlichkeit, die Du Mir gabst, ihnen gegeben, damit sie eins seien, wie wir eins sind, Ich in ihnen, und Du in Mir“: Joh.17/22,23,26. Jesus sprach: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater als nur durch Mich“; und nun wollte Philippus den Vater sehen, aber der Herr antwortete ihm: „Wer Mich sieht, sieht auch den Vater, und wer Mich erkennt, erkennt auch den Vater“: Joh.14/6,7f; und anderwärts: „Wer Mich sieht, sieht Den, Der Mich gesandt hat“: Joh.12/45, und überdies sagt Er: „Er sei die Türe, und wer durch Ihn eingehe, werde selig, und wer anderswo einsteige, sei ein Dieb und ein Räuber“: Joh.10/1,9. Auch sagt Er: „Wer nicht in Mir bleibt, wird hinausgeworfen und wie eine verdorrte Rebe ins Feuer geworfen werden“: Joh.15/6. Der Grund ist, weil der Herr, unser Heiland, ist Jehovah der Vater selbst in menschlicher Gestalt; denn Jehovah stieg hernieder und ward Mensch, damit Er zum Menschen hinzutreten könnte, und der Mensch zu Ihm, und so eine Verbindung entstünde, und durch die Verbindung dem Menschen Heil und ewiges Leben zuteil würde; denn nachdem Gott Mensch geworden, und so auch der Mensch Gott geworden war, konnte Er, dem Menschen angepaßt, sich diesem nahen und ihm verbunden werden als Mensch gewordener Gott und Gott gewordener Mensch. Dreierlei ist, was der Ordnung nach folgt: die Anbequemung, die Anschließung, und die Verbindung. Die Anbequemung muß vor sich gegangen sein, bevor eine Anschließung statthat, und die Anbequemung und zugleich Anschließung, bevor eine Verbindung statthat. Die Anbequemung fand von seiten Gottes statt, als Er Mensch wurde, die Anschließung findet von seiten Gottes fortwährend statt, inwieweit der Mensch sich auch von seiner Seite anschließt, und so wie dies geschieht, erfolgt auch die Verbindung. Diese drei folgen sich und schreiten in ihrer Ordnung vor, in allen und jeden Dingen, welche eins werden, und koexistieren.

371. III. Die Verbindung mit dem Herrn ist gegenseitig, und besteht darin, daß der Herr im Menschen, und der Mensch im Herrn ist.

Daß die Verbindung wechselseitig ist, lehrt die Schrift und sieht auch die Vernunft. Der Herr lehrt von Seiner Verbindung mit Seinem Vater, daß sie wechselseitig sei; denn Er sagt zu Philippus: „Glaubst du nicht, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir ist? Glaubet Mir, daß Ich im Vater bin, und der Vater in Mir ist“: Joh.14/10,11. „Damit ihr erkennet und glaubet, daß der Vater in Mir ist, und Ich im Vater bin“: Joh.10/38. „Jesus sprach: Vater, die Stunde ist gekommen, verherrliche Deinen Sohn, damit Dein Sohn auch Dich verherrliche“: Joh.17/1. „Vater, alles Meine ist Dein, und (alles) Deine Mein“: Joh.17/10. Ähnliches sagt der Herr von Seiner Verbindung mit dem Menschen, daß sie nämlich wechselseitig sei; denn Er sagt: „Bleibet in Mir, und Ich in euch; wer in Mir bleibt, und Ich in ihm, der bringet viele Frucht“: Joh.15/4,5. „Wer Mein Fleisch ißt und Mein Blut trinkt, der bleibt in Mir und Ich in ihm“: Joh.6/56. „An jenem Tage werdet ihr erkennen, daß Ich in Meinem Vater bin, und ihr in Mir, und Ich in euch“: Joh.14/20. „Wer die Gebote Christi hält, der bleibt in Ihm, und Er in ihm“: 1Joh.3/24; 4/13. „Ein jeglicher, welcher bekennt, daß Christus der Sohn Gottes sei, in dem bleibt Gott, und er in Gott“: 1Joh.4/15. „Wer Meine Stimme hört und die Türe auftut, zu dem werde Ich eingehen und Abendmahl mit ihm halten, und er mit Mir“: Offb.3/20. Aus diesen deutlichen Aussprüchen geht unwidersprechlich hervor, daß die Verbindung des Herrn und des Menschen eine wechselseitige ist, und weil sie wechselseitig ist, so folgt notwendig, daß der Mensch sich mit dem Herrn verbinden muß, damit der Herr Sich mit ihm verbinde; und daß widrigenfalls keine Verbindung erfolgt, sondern eine Zurücktretung und somit Trennung, diese jedoch nicht von seiten des Herrn, sondern von seiten des Menschen. Damit diese wechselseitige Verbindung statthaben möchte, wurde dem Menschen Wahlfreiheit verliehen, vermöge welcher er den Weg zum Himmel oder den Weg zur Hölle einschlagen kann; aus dieser dem Menschen gegebenen Freiheit fließt das Wechselseitige seinerseits, daß er sich nämlich mit dem Herrn oder auch mit dem Teufel verbinden kann. Die Beschaffenheit dieser Freiheit, und der Grund weshalb sie dem Menschen verliehen wurde, wird in folgendem, wo vom freien Willen, von der Buße, von der Umbildung und Wiedergeburt, und von der Zurechnung gehandelt werden soll, beleuchtet werden. Zu beklagen ist, daß die wechselseitige Verbindung des Herrn und des Menschen, obgleich sie im Wort so deutlich vorliegt, dennoch in der christlichen Kirche unbekannt ist. Daß sie unbekannt ist, hat seinen Grund in den unerwiesenen Annahmen vom Glauben und vom freien Willen: die unerwiesenen Voraussetzungen vom Glauben sind, daß der Glaube geschenkt werde, ohne daß der Mensch zu dessen Ergreifung irgend etwas beitrage, noch zu dessen Annahme sich mehr zubereite und anschicke, als ein Klotz; die unerwiesenen Voraussetzungen vom freien Willen sind, daß der Mensch in geistigen Dingen auch nicht ein Körnchen freien Willens habe. Damit aber die wechselseitige Verbindung des Herrn und des Menschen, von der das Heil des Menschengeschlechts abhängt, nicht länger unbekannt bleibe, fordert die Notwendigkeit selbst, daß sie enthüllt werde; was nicht besser geschehen kann, als durch Beispiele, weil diese Licht geben. Es gibt zweierlei Arten wechselseitiger Beziehungen oder Verhältnisse, durch die eine Verbindung bezweckt wird: die eine ist die abwechselnde und die andere die gegenseitige. Das abwechselnde Verhältnis, durch das eine Verbindung bezweckt wird, kann beleuchtet werden durch das Atemspiel der Lunge; der Mensch zieht Luft ein und erweitert dadurch die Brust, und sofort gibt er die eingezogene Luft wieder von sich und verengt dadurch die Brust; jene Anziehung und dadurch erfolgende Erweiterung geschieht mittelst des Eindringens der Luft je nach ihrer Säule; jenes Wiederhinauslassen aber und die daraus erfolgende Zusammendrückung geschieht mittelst der Rippen infolge der Muskelkraft; von dieser Art ist die Wechselverbindung der Luft und der Lunge, von der das Leben der Sinne und der Bewegungen des ganzen Körpers abhängt; denn wenn das Atmen aufhört, so entsteht eine völlige Untätigkeit dieser beiden. Die Wechselverbindung, die durch Abwechslungen bezweckt wird, kann auch beleuchtet werden durch die Verbindung des Herzens mit der Lunge und der Lunge mit dem Herzen: das Herz gießt aus seiner rechten Kammer Blut in die Lunge, und die Lunge gießt es wieder in die linke Herzkammer zurück, und so entsteht diese Wechselverbindung, von der das Leben des ganzen Körpers gänzlich abhängt. Eine ähnliche Verbindung ist die des Blutes mit dem Herzen und umgekehrt; das Blut des ganzen Körpers fließt durch die Blutadern in das Herz ein, und aus dem Herzen fließt es durch Schlagadern in den ganzen Körper aus; Wirkung und Gegenwirkung verursachen diese Verbindung. Eine ähnliche Wirkung und Gegenwirkung, durch die eine Verbindung fortbesteht, findet zwischen dem Embryo und dem Gebärleib der Mutter statt. Allein eine solche Wechselverbindung ist nicht die des Herrn und des Menschen, sondern es ist eine gegenseitige Verbindung, die nicht durch Wirkungen oder Gegenwirkungen, sondern durch Mitwirkungen geschieht; denn der Herr ist tätig, und der Mensch nimmt die Tätigkeit vom Herrn auf, und wirkt wie von sich, ja aus sich vom Herrn her. Dieses Wirken des Menschen wird vom Herrn ihm zugerechnet als das seinige, weil er vom Herrn fortwährend im freien Willen gehalten wird; die daraus sich ergebende Freiheit ist, daß er wollen und daher auch denken kann vom Herrn her, das ist, aus dem Wort, und daß er auch wollen und denken kann aus dem Teufel, das ist, wider den Herrn und das Wort. Diese Freiheit gibt der Herr jedem Menschen, damit er sich wechselseitig verbinden und durch diese Verbindung mit ewigem Leben und ewiger Seligkeit beschenkt werden könne; denn diese sind ohne eine wechselseitige Verbindung nicht möglich. Diese Wechselverbindung, die eine gegenseitige ist, kann auch durch mancherlei im Menschen und in der Welt beleuchtet werden; eine Verbindung dieser Art ist die der Seele und des Leibes bei jeglichem Menschen; eine solche Verbindung ist die des Willens und der Handlung, eine solche die des Denkens und der Rede; und eine solche ist die der beiden Augen und der beiden Ohren, und die der beiden Nasenlöcher unter sich. Daß die Verbindung der beiden Augen untereinander eine in ihrer Weise wechselseitige ist, zeigt sich am Sehnerv, sofern in ihm Fibern aus beiden Gehirnen sich ineinander verschlingen, und so verschlungen ihre Richtung nach beiden Augen nehmen; ebenso verhält es sich mit den Ohren und Nasenlöchern. Eine ähnliche gegenseitige Wechselverbindung ist die des Lichtes und des Auges, die des Schalles und des Ohres, des Geruchs und der Nase, des Geschmacks und der Zunge, des Tastsinns und des Körpers; denn das Auge ist im Licht und das Licht im Auge; der Schall ist im Ohr und das Ohr im Schall, der Geruchssinn ist in der Nase und die Nase ist im Geruchssinn, der Geschmackssinn ist in der Zunge und die Zunge ist im Geschmackssinn, und der Tastsinn ist im Körper und der Körper ist im Tastsinn. Diese reziproke Verbindung kann auch verglichen werden mit der Verbindung des Pferdes und des Wagens, des Stieres und des Pflugs, des Rades und der Maschine, des Segels und des Windes, der Flöte und der Luft. Kurz, eine solche reziproke Verbindung ist die des Endzwecks und der Ursache, und eine solche auch ist die der Ursache und der Wirkung; allein dieses und jenes im einzelnen auseinanderzusetzen, ist hier nicht Raum, weil es ein Werk von mehreren Bogen erfordert.

372. IV. Diese gegenseitige Verbindung des Herrn und des Menschen geschieht durch die Liebtätigkeit und den Glauben.

Heutzutage weiß man, daß die Kirche den Leib Christi bildet, und daß jeder, in dem die Kirche ist, in irgendeinem Gliede dieses Leibes ist, nach Paulus, Eph.1/23; 1Kor.12/27; Rö.12/4,5. Allein was ist der Leib Christi anderes, als das göttliche Gute und das göttliche Wahre? Dies wird verstanden unter den Worten des Herrn bei Joh.6/56: „Wer Mein Fleisch ißt und Mein Blut trinkt, der bleibt in Mir, und Ich in ihm“: Joh.6/56. Unter dem Fleisch des Herrn, wie auch unter dem Brot, wird verstanden das göttliche Gute, und unter Seinem Blut, wie auch unter dem Wein, wird verstanden das göttliche Wahre; daß diese verstanden werden, wird man im Kapitel vom ‚heiligen Abendmahl‘ sehen. Daraus folgt, daß, inwieweit der Mensch im Guten der Liebtätigkeit und in den Wahrheiten des Glaubens ist, insoweit er im Herrn ist, und der Herr in ihm; denn die Verbindung mit dem Herrn ist eine geistige Verbindung, und die geistige Verbindung geschieht einzig durch die Liebtätigkeit und den Glauben. Daß eine Verbindung des Herrn und der Kirche, und somit des Guten und Wahren in allem und jedem des Wortes bestehe, ist im Kapitel von der ‚Heiligen Schrift‘ Nr. 248-253 gezeigt worden; und weil die Liebtätigkeit das Gute, und der Glaube das Wahre ist, so ist allenthalben im Wort eine Verbindung der Liebtätigkeit und des Glaubens. Hieraus folgt nun, daß der Herr die Liebtätigkeit und der Glaube im Menschen, und daß der Mensch Liebtätigkeit und Glaube im Herrn ist; denn der Herr ist die geistige Liebtätigkeit und der geistige Glaube in der natürlichen Liebtätigkeit und dem natürlichen Glauben des Menschen, und der Mensch ist die natürliche Liebtätigkeit und Glaube aus der geistigen des Herrn, welche verbunden die geistig-natürliche Liebtätigkeit und den geistig-natürlichen Glauben machen.