Der Glaube der heutigen Kirche, der, wie behauptet wird, allein rechtfertigen soll, macht mit der Zurechnung eins aus

626. Daß der Glaube der heutigen Kirche, der, wie man behauptet, für sich allein rechtfertigt, die Zurechnung sei, oder daß der Glaube und die Zurechnung in der heutigen Kirche eines ausmachen, hat seinen Grund darin, daß das eine dem anderen angehört, oder daß das eine in das andere, und ebenso umgekehrt, dieses in jenes eingeht und macht, daß es ist; denn wenn man den Glauben nennt und die Zurechnung nicht hinzufügt, so ist der Glaube ein bloßer Schall; und wenn man die Zurechnung nennt und nicht den Glauben beifügt, so ist sie auch ein bloßer Schall, werden sie hingegen beide in Verbindung genannt, so entsteht zwar etwas Artikuliertes, allein noch ohne Verstand; damit daher der Verstand etwas erfasse, muß notwendig noch ein Drittes hinzukommen, und dieses ist das Verdienst Christi; daraus entsteht ein Satz, den der Mensch mit einiger Vernunft aussprechen kann; denn Glaube der heutigen Kirche ist, daß Gott der Vater die Gerechtigkeit Seines Sohnes zurechne, und den Heiligen Geist sende, um die Wirkung derselben hervorzubringen.

627. So sind also jene drei, der Glaube, die Zurechnung, und das Verdienst Christi in der heutigen Kirche eines, und können ein Dreieiniges genannt werden; denn nähme man eines von diesen dreien weg, so würde die heutige Theologie zu einem Nichts werden; denn diese hängt von jenen dreien, sofern sie als eines gefaßt werden, ab, wie eine lange Kette von einem befestigten Haken. Wenn man also entweder den Glauben oder die Zurechnung oder das Verdienst Christi wegnähme, so würden alle Dinge, die von der Rechtfertigung, von der Sündenvergebung, von der Lebendigmachung, Erneuerung, Wiedergeburt, Heiligung und vom Evangelium, vom freien Willen, von der Liebe und den guten Werken, ja vom ewigen Leben gesagt werden, gleichsam zu verödeten Städten, oder wie die Ruinen eines Tempels, und der den Zug führende Glaube selbst zu Nichts werden und so die ganze Kirche eine Wüste und Öde sein. Daraus erhellt, auf was für einer Säule das Haus Gottes heutzutage gegründet steht, nach deren Wegreißung es zusammenstürzen würde, wie das Haus, in dem die Satrapen der Philister und gegen dreitausend vom Volke waren und sich belustigten, und dann, als Simson die beiden Säulen desselben zugleich herausriß, umkamen und getötet wurden (Ri.16/29). Dies wird gesagt, weil im Vorhergehenden gezeigt worden ist, und im Anhang noch weiter gezeigt werden soll, daß dieser Glaube nicht der christliche ist, weil er vom Wort abweicht, und daß die Zurechnung dieses Glaubens ein leeres Nichts ist, weil das Verdienst Christi nicht zugerechnet werden kann.