Der erste Nutzen der Taufe ist die Einführung in die christliche Kirche, und zugleich dann die Einreihung unter die Christen in der geistigen Welt  

677. Daß die Taufe eine Einführung in die christliche Kirche ist, erhellt aus vielem, z.B. aus folgendem:

I. Daß die Taufe statt der Beschneidung eingesetzt wurde, und daß, wie die Beschneidung ein Zeichen war, daß man zur israelitischen Kirche gehörte, so die Taufe ein Zeichen ist, daß man zur christlichen Kirche gehört, wie dies im vorigen Abschnitt gezeigt wurde; und das Zeichen bewirkt nichts anderes, als daß man erkannt wird, wie die Bänder von verschiedener Farbe, die man den Kindern zweier Mütter anlegt, damit man sie voneinander unterscheide und nicht verwechsle.

II. Daß sie nur ein Zeichen der Einführung in die Kirche ist, erhellt deutlich an der Taufe der Kinder, die noch durchaus keiner Vernunft teilhaftig, und zur Aufnahme von irgendwelchem Glauben nicht geschickter sind, als die neuen Schoße an einem Baum.

III. Daß nicht nur die Kinder getauft werden, sondern auch alle fremden Proselyten, die zur hristlichen Religion bekehrt werden, sowohl kleine als große, und zwar noch bevor sie unterrichtet sind, schon auf das Bekenntnis hin, daß sie das Christentum annehmen wollen, in das sie durch die Taufe eingeweiht werden; was auch die Apostel taten, gemäß den Worten des Herrn, „daß sie alle Völker zu Jüngern machen und sie taufen sollten“: Matth.28/19.

IV. „Daß Johannes alle, die zu ihm kamen aus Judäa und Jerusalem, taufte im Jordan“: Matth.3/6; Mark.1/5; im Jordan darum, weil durch diesen Fluß der Eintritt geschah in das Land Kanaan, und durch das Land Kanaan die Kirche, da diese daselbst war, bezeichnet wurde, und daher durch den Jordan die Einführung in dieselbe; daß dieses Land die Kirche bezeichnete und der Jordan die Einführung in dieselbe, sehe man in der »Enthüllten Offenbarung« Nr. 285.

Doch dies geschieht auf Erden. In den Himmeln aber werden die Kinder durch die Taufe in den christlichen Himmel eingeführt und vom Herrn ihnen Engel daselbst zugeteilt, die für sie Sorge zu tragen haben; sobald daher die Kinder getauft sind, werden ihnen Engel vorgesetzt, von denen sie im Zustand der Empfänglichkeit für den Glauben an den Herrn gehalten werden; sowie sie aber heranwachsen und ihre eigenen Herren und ihrer Vernunft mächtig werden, verlassen die bevormundenden Engel dieselben, und sie selbst ziehen solche Geister an sich, die mit ihrem Leben und Glauben eins ausmachen; woraus erhellt, daß die Taufe eine Einreihung unter die Christen auch in der geistigen Welt ist.

678. Daß nicht nur Kinder, sondern überhaupt alle durch die Taufe unter die Christen in der geistigen Welt eingereiht werden, hat seinen Grund darin, daß die Völker und Nationen in jener Welt nach ihren Religionsarten abgeteilt sind; die Christen sind in der Mitte, die Mohammedaner rings um sie her, die Götzendiener verschiedener Art hinter diesen, und die Juden an den Seiten. Überdies sind alle von derselben Religion in Gesellschaften abgeteilt, im Himmel nach den Neigungen der Liebe zu Gott und zum Nächsten, in der Hölle in Rotten nach den, jenen beiden Liebesarten, entgegengesetzten Trieben, somit nach den Begierden des Bösen. In der geistigen Welt, unter der wir sowohl den Himmel als die Hölle verstehen, ist alles auf das Genaueste geordnet im Allgemeinen und in jedem Teil, oder in der Gattung und in jeder Art; von der genauen Einordnung hängt dort die Erhaltung des ganzen Weltalls ab. Und diese Unterschiedenheit wäre nicht möglich, wenn nicht ein jeder, nachdem er geboren ist, an irgendeinem Zeichen erkannt würde, zu welcher Religionsgemeinschaft er gehört, denn ohne das christliche Zeichen, das die Taufe ist, hätte irgendein mohammedanischer Geist, oder irgendeiner aus den Götzendienern sich an die neugeborenen christlichen Kinder und auch noch an die Knaben hinanmachen, und ihnen eine Neigung zu seiner Religion einflößen, und so ihr Gemüt abwendig machen und sie dem Christentum entfremden können, was so viel wäre, als die geistige Ordnung zerrütten und zerstören.

679. Jeder, der die Wirkungen bis zu ihren Ursachen zurück verfolgt, kann wissen, daß der Bestand aller Dinge von der Ordnung abhängt, und daß es vielerlei Ordnungen gibt, allgemeine und besondere, und daß es eine gibt, welche die allumfassendste ist, von der die allgemeinen und besonderen in fortlaufender Reihe abhängen, und daß die allumfassendste in alle eindringt, wie das Wesen selbst in die Formen, und daß sie so und nicht anders eins ausmachen. Diese Einheit ist es, welche die Erhaltung des Ganzen bewirkt, das außerdem zusammenfallen, und nicht nur in das erste Chaos, sondern in das Nichts zurückgehen würde. Was würde aus dem Menschen werden, wenn nicht in seinem Körper alles und jedes auf das genaueste geordnet wäre, und nicht ihre Gesamtheit von dem einen Herzen samt der Lunge abhinge, was wäre diese außerdem als eine verworrene Masse? Würde alsdann der Magen seine Verrichtungen tun, die Leber und die Gekrösedrüse die ihrigen, das Gekröse und das Grimmdarmgekröse die ihrigen, die Nieren und Gedärme die ihrigen? Von der Ordnung in ihnen und unter ihnen rührt her, daß alles und jedes derselben vor dem Menschen als eines erscheint. Was wäre ohne bestimmte Ordnung im Gemüt oder Geist des Menschen, wenn nicht dessen Gesamtheit abhinge vom Willen und Verstand, als etwas Verworrenes und Regelloses?

Hätte ohne diese Ordnung der Mensch mehr denken und wollen können, als sein Portrait über der Tafel, oder sein Schnitzbild im Haus? Was wäre der Mensch ohne den auf das genaueste geordneten Einfluß aus dem Himmel und dessen Aufnahme, und dieser Einfluß ohne das Allumfassendste, von dem die Regierung des Ganzen und aller seiner Teile abhängt, somit, wenn nicht von Gott, und wenn nicht in Ihm und von Ihm alle Dinge sind, leben und sich bewegen? Dies kann vor dem natürlichen Menschen durch Unzähliges beleuchtet werden, wie durch folgendes: Was wäre ein Kaiser- oder Königreich ohne Ordnung anderes als ein Haufe von Räubern, von denen eine vereinigte Vielheit Tausende umbringen würde, und zuletzt wenige jene vielen. Was wäre eine Stadt ohne Ordnung, ja was ein Haus ohne Ordnung? Und was ein Reich, eine Stadt, ein Haus, wenn nicht in jedem jemand die oberste Leitung hätte?

680. Weiterhin aber, was ist Ordnung ohne Unterscheidung, und was Unterscheidung ohne Merkmale, und was die Merkmale ohne Abzeichen, an denen die Beschaffenheiten erkannt werden? Denn ohne die Kenntnis der Beschaffenheiten wird die Ordnung nicht als Ordnung erkannt; die Abzeichen oder Bezeichnungen in den Kaiser- und Königreichen sind die Titel der Würden und die ihnen zuerkannten Verwaltungsrechte, daher die Unterordnungen, durch die alle wie in eines zusammengeordnet werden; auf diese Weise übt der König seine, der Ordnung gemäß unter mehrere verteilte königliche Gewalt aus, wodurch das Reich zum Reich wird. Ebenso verhält es sich mit sehr vielen anderen Dingen, wie z.B. bei Kriegsheeren: welche Stärke hätten diese, wären sie nicht ordnungsmäßig in Regimenter, diese in Bataillone, und diese in Kompagnien abgeteilt, und jeder dieser Abteilungen ihre Unteranführer, allen aber einer als der Oberste vorgesetzt? Und was wären diese Unterordnungen ohne Abzeichen, die man Fahnen nennt, und die anzeigen sollen, auf welchem Posten ein jeder sein soll? Durch dergleichen Dinge wirken in den Schlachten alle als eines zusammen, und ohne sie würden sie gegen den Feind nicht anders losstürzen, als Scharen von Hunden mit geöffneten Rachen, mit Geheul und hohler Wut, wo dann alle ohne Aufwand von Tapferkeit von dem, in regelrechte Schlachtordnung gestellten, Feinde niedergemacht werden würden; denn was vermögen die Geteilten wider die Vereinigten? Hierdurch wird jener erste Nutzen der Taufe beleuchtet, daß sie nämlich ein Zeichen in der geistigen Welt ist, daß man zu den Christen gehöre, sofern dort jeder in Gesellschaften und Vereine eingereiht wird, je nach Beschaffenheit des Christentums in ihm oder außer ihm.