Der dritte Nutzen der Taufe, nämlich der als Endzweck beabsichtigte ist, daß der Mensch wiedergeboren werde

684. Dieser Nutzen ist der eigentliche Nutzen, wegen dessen die Taufe statthat, somit der als Endzweck  beabsichtigte. Der Grund ist, weil der wahre Christ den Herrn Erlöser, Jesus Christus, erkennt und anerkennt, und Dieser, weil Er Erlöser ist, auch Wiedergebärer ist; daß die Erlösung und die Wiedergeburt eins ausmachen, sehe man im Kapitel von der Umbildung und Wiedergeburt, Art. III. Dann auch, weil der Christ das Wort besitzt, in dem die Mittel der Wiedergeburt beschrieben stehen, und die Mittel in ihm sind der Glaube an den Herrn und die Liebtätigkeit gegen den Nächsten; dies ist dasselbe mit dem, was vom Herrn gesagt wird, daß „Er nämlich mit Heiligem Geist und mit Feuer taufe“: Matth.3/11; Mark.1/8-11; Luk.3/16; Joh.1/33; unter dem Heiligen Geist wird das göttliche Wahre des Glaubens, und unter dem Feuer das göttliche Gute der Liebe oder Liebtätigkeit verstanden, beides als hervorgehend vom Herrn; daß unter dem Heiligen Geist das göttliche Wahre des Glaubens verstanden wird, sehe man im Kapitel vom ‚Heiligen Geist‘, und daß unter dem Feuer das göttliche Gute der Liebe verstanden wird, in der »Enthüllten Offenbarung« Nr. 468, 395; und durch diese beiden wird alle Wiedergeburt vom Herrn bewirkt. Daß der Herr selbst von Johannes getauft wurde: Matth.3/13-17; Mark.1/9; Luk.3/21,22; geschah nicht nur deshalb, weil Er für die Zukunft die Taufe einsetzen und mit dem Beispiel vorangehen wollte, sondern auch weil Er Sein Menschliches verherrlichte und dieses göttlich machte, wie Er den Menschen wiedergebiert und diesen geistig macht.

685. Aus dem schon früher und dem soeben Gesagten kann man sehen, daß die drei Nutzzwecke der Taufe als eines zusammenhängen, gerade wie die erste Ursache, die Mittelursache, welche die wirkende ist, und die letzte Ursache, welche die Wirkung und der eigentliche Endzweck ist, wegen dessen die früheren sind; denn der erste Nutzen ist, daß man ein Christ heiße, der zweite aus diesem folgende ist, daß man den Herrn als Erlöser, Wiedergebärer und Heiland erkenne und anerkenne, und der dritte ist, daß man von Ihm wiedergeboren werde, und wenn dies geschieht, so ist man erlöst und beseligt. Weil diese drei Nutzzwecke der Ordnung nach aufeinander folgen und im letzten sich verbinden, und daher in der Idee der Engel als eines zusammenhängen, darum verstehen, wenn die Taufhandlung vorgenommen, im Wort gelesen und sie genannt wird, die dabei anwesenden Engel nicht die Taufe, sondern die Wiedergeburt, weshalb unter jenen Worten des Herrn: „Wer da glaubt und getauft wird, wird selig werden, wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden“: Mark.16/16, von den Engeln im Himmel dies verstanden wird, daß, wer den Herrn anerkennt und wiedergeboren wird, selig werde. Daher kommt auch, daß die Taufe von den christlichen Kirchen auf Erden das Bad der Wiedergeburt genannt wird. Der Christ soll also wissen, daß der, welcher nicht an den Herrn glaubt, nicht wiedergeboren werden kann, obgleich er getauft ist, und daß die Taufe ohne den Glauben an den Herrn gar nichts bewirkt, man sehe oben in diesem Kapitel, Abschn. II. Nr. 4 (Abs.673). Daß die Taufe die Reinigung vom Bösen und so die Wiedergeburt in sich schließt, kann jedem Christen ganz genau bekannt sein; denn während er als Kind getauft wird, zeichnet der Geistliche das Kreuz als Denkzeichen des Herrn, ihm auf die Stirn und auf die Brust, und wendet sich dann an die Paten und fragt, ob er dem Teufel und allen seinen Werken entsage, und ob er den Glauben annehme; worauf statt des Kindes von den Paten geantwortet wird: Ja; das sich Lossagen vom Teufel, das heißt, vom Bösen, das aus der Hölle stammt, und der Glaube an den Herrn, vollenden die Wiedergeburt.

686. Im Wort heißt es, daß der Herr Gott unser Erlöser mit Heiligem Geist und mit Feuer taufe, und daß darunter verstanden wird, daß der Herr den Menschen durch das göttliche Wahre des Glaubens und durch das göttliche Gute der Liebe oder Liebtätigkeit wiedergebäre, sehe man oben in diesem Abschnitt Nr. 1 (Abs.684). Die, welche durch den Heiligen Geist, das heißt durch das göttliche Wahre des Glaubens, wiedergeboren worden sind, sind in den Himmeln von denen unterschieden, die durch Feuer, das heißt durch das göttliche Gute der Liebe wiedergeboren wurden. Die, welche durch das göttliche Wahre des Glaubens wiedergeboren worden sind, gehen im Himmel in weißen Byssusgewändern einher und heißen geistige Engel; diejenigen hingegen, die durch das göttliche Gute der Liebe wiedergeboren wurden, gehen einher in purpurnen Kleidern und heißen himmlische Engel; jene, die mit weißen Kleidern angetan einhergehen, werden verstanden unter folgendem: „Sie folgen dem Lamme nach, gekleidet in weißen und reinen Byssus“: Offb.19/14. „Sie werden mit Mir wandeln in weißen Kleidern“: Offb.3/4; 7/14. „Die Engel, 1 im Original heißt es: „Du, Knabe, wirst ein ‚Sohn‘ des Höchsten heißen“. die im Grab des Herrn erschienen in weißen und glänzenden Kleidern“: Matth.28/3; Luk.24/4, gehörten zu dieser Gattung, denn das Byssusgewand bezeichnet die Gerechtigkeiten der Heiligen: Offb.19/8, wo dies offen gesagt wird. Daß die Kleider im Wort die Wahrheiten bezeichnen, und die Kleider von weißer Farbe und von Byssus die göttlichen Wahrheiten, sehe man in der »Enthüllten Offenbarung« Nr. 379, wo dies gezeigt worden ist. Daß die, welche auch widergeboren wurden durch das göttliche Gute der Liebe, purpurne Kleider haben, ist darum, weil der Purpur die Farbe der Liebe ist, die sie vom Feuer der Sonne und dessen Röte her hat, durch welches die Liebe bezeichnet wird, man sehe die »Enthüllte Offenbarung« Nr. 468, 725. Weil die Kleider die Wahrheiten bezeichnen, darum wurde jener, der unter den Geladenen nicht mit einem Hochzeitskleid angetan gefunden wurde, hinausgestoßen und in die äußerste Finsternis geworfen: Matth.22/11-13.

687. Überdies wird die Taufe als die Wiedergeburt vorgebildet durch vieles sowohl im Himmel, als in der Welt; im Himmel, wie soeben gesagt worden, durch die weißen und purpurnen Kleider; und weiter durch die Hochzeit der Kirche mit dem Herrn; dann durch den neuen Himmel und die neue Erde, und das von da herabsteigende neue Jerusalem, von dem Der auf dem Thron Sitzende sagte: „Siehe, Ich mache alles neu“: Offb.21/1-5; und durch den „Strom lebendigen Wassers, der vom Thron Gottes und des Lammes ausging“: Offb.22/1,2; sowie auch durch die fünf klugen Jungfrauen, welche Lampen und Öl hatten und mit dem Bräutigam zur Hochzeit eingingen: Matth.25/1,2,10. Der Getaufte, das heißt, der Wiedergeborene wird verstanden unter dem Geschöpf: Mark.16/15; Rö.8/19-21, und unter dem neuen Geschöpf: 2Kor.5/17; Gal.6/15; denn das Geschöpf wird benannt vom Geschaffenwerden, durch welches ebenfalls bezeichnet wird wiedergeboren werden, man sehe die »Enthüllte Offenbarung« Nr. 254. In der Welt wird die Wiedergeburt durch mancherlei Dinge vorgebildet, wie durch das Aufblühen aller Dinge des Erdreichs zur Zeit des Frühlings, und durch ihr allmähliches Wachstum bis zur Fruchtbildung; ebenso durch die jedes Baumes, Stauden- und Blumengewächses vom ersten Monat der Wärme bis zum letzten derselben; sie wird auch vorgebildet durch aller Fruchtgattungen stufenweise Zeitigungen vom ersten Fruchtansatz an bis zur Fülle; dann wird sie auch vorgebildet durch die Früh- und Spätregen und durch den Taufall, bei dessen Eintritt sich die Blüten öffnen und bei der Finsternis der Nacht sich zusammenziehen; dann durch die Wohlgerüche aus Gärten und Feldern, und auch durch den Farbenbogen im Gewölk: 1Mo.9/14-17; sowie auch durch die glänzenden Farben der Morgenröte, und im allgemeinen durch die fortwährende Erneuerung aller Dinge in den Körpern durch den Nahrungssaft und durch den animalischen Geist, und von da aus durch das Blut, dessen Reinigung von verbrauchten Teilen und Erneuerung und gleichsam Wiedergebärung eine fortwährende ist. Achtet man auf die geringsten Gegenstände auf Erden, so stellt sich ein Bild der Wiedergeburt dar in der wunderbaren Verwandlung der Seidenwürmer und vieler Raupen in Puppen und Schmetterlinge, und anderer, die mit der Zeit in Flügelschmuck treten; und wenn man diesen noch minder Auffallendes beifügen darf, durch die Begierde gewisser Vögel, sich unterzutauchen in die Wasser, um sich zu waschen und zu reinigen; worauf sie als Singvögel wieder zu ihren Gesängen zurückkehren; mit einem Wort, die ganze Welt von ihrem Ersten bis zum Letzten ist voll von Vorbildungen und Typen der Wiedergeburt.