Aus den erkannten Entsprechungen weiß man, was unter dem Fleisch und Blut des Herrn, und daß das gleiche unter dem Brot und Wein verstanden wird, daß nämlich unter dem Fleisch des Herrn und unter dem Brot das göttliche Gute Seiner Liebe und auch alles Gute der Liebtätigkeit, und unter dem Blut des Herrn, sowie unter dem Wein das göttliche Wahre Seiner Weisheit, und auch alles Wahre des Glaubens, und durch das Essen die Aneignung verstanden wird

702. Weil gegenwärtig der geistige Sinn des Wortes enthüllt worden ist, und zugleich mit ihm die Entsprechungen, sofern diese das Vermittelnde sind, so sollen bloß Stellen aus dem Wort angeführt werden, aus denen deutlich ersehen werden kann, was unter dem Fleisch und Blut, und unter dem Brot und Wein im heiligen Abendmahl verstanden wird. Allein jenen soll die vom Herrn geschehene Einsetzung dieses Sakramentes selbst, sowie auch Seine Lehre von Seinem Fleisch und Seinem Blut, und vom Brot und Wein vorausgeschickt werden.

703. Die Einsetzung des heiligen Abendmahles vom Herrn. Jesus hielt das Pascha mit Seinen Jüngern, und legte Sich, als es Abend geworden war, mit ihnen zu Tische; und als sie aßen, nahm Jesus das rot und segnend brach Er es, und gab es den Jüngern und sprach: Nehmet hin und esset, dies ist Mein Leib.

Und den Kelch nehmend und Dank sagend, gab Er ihnen denselben und sprach: Trinket alle daraus, dies ist Mein Blut, das des Neuen Testamentes, das für viele vergossen wird: Matth.26/26-28; Mark.14/22-24; Luk.22/19,20.

Die Lehre des Herrn von Seinem Fleisch und Seinem Blut, und vom Brot und Wein. Wirket Speise, die nicht vergeht, sondern Speise, welche bleibt ins ewige Leben, die der Sohn des Menschen euch geben wird. Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, nicht Moses gab euch Brot aus dem Himmel, sondern Mein Vater gibt euch das wahre Brot aus dem Himmel; denn das Brot Gottes ist Der, Welcher vom Himmel herabkommt und der Welt das Leben gibt. Ich bin das Brot des Lebens; wer zu Mir kommt, wird nicht hungern, und wer an Mich glaubt, wird niemals dürsten. Ich bin das Brot, das vom Himmel herabkommt. Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wer an Mich glaubt, hat das ewige Leben; Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben. Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabkommt, damit, wer davon ißt, lebe und nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist; wenn jemand essen wird von diesem Brot, so wird er leben in Ewigkeit. Das Brot, das Ich geben werde, ist Mein Fleisch, das Ich gebe werde für das Leben der Welt. Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr nicht esset das Fleisch des Menschensohnes und trinket Sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch. Wer Mein Fleisch ißt und trinkt Mein Blut, hat das ewige Leben, und Ich werde ihn auferwecken am letzten Tage; denn Mein Fleisch ist wahrhaft Speise, und Mein Blut ist wahrhaft Trank. Wer Mein Fleisch ißt, und Mein Blut trinkt, bleibt in Mir, und Ich in ihm: Joh.6/27,32,33,35,41,47-51,53-56.

704. Daß hier unter dem Fleisch nicht Fleisch, und unter dem Blut nicht Blut verstanden wird, sondern das unter beiden im natürlichen Sinn das Leiden am Kreuz, dessen man gedenken solle, verstanden wird, kann jeder aus dem Himmel Erleuchtete in sich wahrnehmen; daher sagte Er, als Er dieses Mahl des letzten jüdischen Paschas und des ersten christlichen Paschas einsetzte: „Dies tut zu Meinem Gedächtnis“: Luk.22/19; 1Kor.11/24,25. Ebenso, daß unter dem Brot nicht Brot, noch unter dem Wein Wein verstanden wird, sondern im natürlichen Sinn ähnliches wie unter dem Fleisch und Blut, nämlich Sein Leiden am Kreuz; denn man liest: „Jesus brach das Brot und gab es den Jüngern, und sprach: Dies ist Mein Leib; und den Kelch nehmend, gab Er ihnen denselben und sprach: dies ist Mein Blut“: Matth.Kap.26; Mark.Kap.14; Luk.Kap.22; weshalb Er das Leiden am Kreuz auch den Kelch hieß: Matth.26/39,42,44; Mark.14/36; Joh.18/11.

705. Daß unter diesen vier Gegenständen, dem Fleisch, Blut, Brot und Wein, die ihnen entsprechenden geistigen und himmlischen Dinge verstanden werden, kann aus den Stellen im Wort erhellen, in denen

sie genannt werden. Daß unter dem Fleisch im Wort Geistiges und Himmlisches verstanden wird, kann aus folgenden Stellen in ihm erhellen: „Kommt und versammelt euch zum Mahl des großen Gottes, damit ihr esset Fleisch der Könige, und Fleisch der Obersten, und Fleisch der Starken, und Fleisch der Rosse, und der auf diesen Sitzenden, und Fleisch aller Freien und Knechte, und Kleinen und Großen“: Offb.19/17,18. Und bei Ez.39/17-21: „Versammelt euch ringsher zu Meinem Opfer, das für euch Ich opfere, dem großen Opfer auf den Bergen Israels, damit ihr esset Fleisch und trinket Blut; das Fleisch der Starken sollt ihr essen und das Blut der Erdenfürsten trinken; und essen sollt ihr Fett zur Sättigung, und Blut bis zur Berauschung trinken, von Meinem Opfer, und ihr sollt an Meinem Tisch euch sättigen mit Roß und Wagen, mit dem Starken und mit jedem Mann des Kriegs. So will Ich Meine Herrlichkeit unter die Völkerschaften bringen“. Wer sieht nicht, daß in diesen Stellen unter dem Fleisch nicht Fleisch, und unter dem Blut nicht Blut verstanden wird, sondern die entsprechenden geistigen und himmlischen Dinge? Was anderes als inhaltslose und wunderliche Redensarten wären sonst die Worte, daß sie essen sollten das Fleisch der Könige, der Obersten, der Starken, der Rosse und derer, die auf ihnen sitzen, und daß sie am Tisch gesättigt werden sollten mit Roß, mit Wagen, mit dem Starken und mit jedem Mann des Kriegs, und daß sie das Blut der Erdenfürsten und Blut bis zur Berauschung trinken sollten? Daß diese Dinge vom heiligen Abendmahl des Herrn gesagt worden sind, liegt deutlich zu Tage, denn es wird genannt das Mahl des großen Gottes, und auch das große Opfer. Da alle geistigen und himmlischen Dinge sich einzig auf das Gute und Wahre zurückbeziehen, so folgt, daß unter dem Fleisch verstanden wird das Gute der Liebtätigkeit, und unter dem Blut das Wahre des Glaubens, und im höchsten Sinn der Herr hinsichtlich des göttlich Guten der Liebe und hinsichtlich des göttlich Wahren der Weisheit. Das geistige Gute wird unter dem Fleisch auch verstanden unter folgendem bei Ez.11/19; 36/26: „Ich will ihnen geben ein Herz, und einen neuen Geist in eure Mitte, und will das Herz von Stein entfernen, und ihnen ein Herz von Fleisch geben“; durch das Herz wird im Wort die Liebe bezeichnet, somit durch das Herz von Fleisch die Liebe des Guten. Zudem erhellt, daß unter dem Fleisch und Blut das Gute und Wahre, beides von geistiger Art, verstanden wird, noch weiter aus der Bedeutung des Brotes und Weines in dem nun folgenden, da ja der Herr sagt, Sein Fleisch sei das Brot, und Sein Blut sei der Wein, der aus dem Kelch getrunken wurde.

706. Daß unter dem Blut des Herrn Sein göttlich Wahres und das des Wortes verstanden wird, hat seinen Grund darin, daß unter Seinem Fleisch geistig verstanden wird das göttliche Gute der Liebe, und diese zwei im Herrn vereinigt sind. Es ist bekannt, daß der Herr das Wort ist, und daß alle Teile des Wortes sich auf zwei Dinge zurückbeziehen, das göttliche Gute und das göttliche Wahre. Wird also das Wort für den Herrn genommen, so ist offenbar, daß jene beiden unter Seinem Fleisch und Blut verstanden werden. Daß unter dem Blut verstanden wird das göttliche Wahre des Herrn oder des Wortes, erhellt aus mehreren Stellen, wie z.B. daß das Blut das Blut des Bundes genannt wurde, der Bund aber eine Verbindung ist, und diese vom Herrn bewirkt wird durch Sein göttlich Wahres, wie bei Sach.9/11: „Durch Deines Bundes Blut will Ich entlassen die Gebundenen aus der Grube“; und bei 2Mo.24/3-8: „Nachdem Moses das Buch des Gesetzes vor den Ohren des Volkes gelesen hatte, sprengte er die Hälfte des Blutes über das Volk und sprach: Sehet, das Blut des Bundes, den Jehovah mit euch schloß über alle diese Worte“. Math.26/27,28; Mark14/24; Luk.22/20: „Und Jesus nahm den Kelch, gab ihnen denselben, und sprach: Dies ist Mein Blut, das des neuen Bundes“; unter dem Blut des neuen Bundes oder Testaments wird nichts anderes verstanden, als das Wort, welches Bund und Testament heißt, das Alte und das Neue, somit das göttliche Wahre in ihm; weil dieses durch das Blut bezeichnet wird, darum gab der Herr ihnen den Wein und sprach: Dies ist Mein Blut; der Wein aber bezeichnet das göttliche Wahre, weshalb er auch genannt wird das „Blut der Trauben“: 1Mo.49/11; 5Mo.32/14. Dies erhellt noch weiter aus den Worten des Herrn: „Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wenn ihr nicht esset das Fleisch des Menschensohnes, und trinket Sein Blut, so habt ihr nicht Leben in euch; denn Mein Fleisch ist wahrhaft Speise, und Mein Blut ist wahrhaft Trank; wer Mein Fleisch ißt, und Mein Blut trinket, der bleibt in Mir, und Ich in ihm“: Joh.6/50-58; daß unter dem Blut hier das göttliche Wahre des Wortes verstanden wird, stellt sich deutlich heraus, denn es heißt, daß der, welcher trinkt, das Leben in sich habe, und im Herrn bleibe und der Herr in ihm. Daß dies durch das göttliche Wahre und durch ein ihm gemäßes Leben bewirkt wird, und das heilige Abendmahl es befestigt, kann in der Kirche bekannt sein. Weil das Blut das göttliche Wahre des Herrn bezeichnete, welches auch das göttliche Wahre des Wortes ist, und dieses das Alte und Neue Bündnis und Testament selbst ist, darum war das Blut die heiligste Vorbildung der israelitischen Kirche, in der alles und jedes Entsprechung der natürlichen mit den geistigen Dingen war, wie z.B. daß sie „vom Blut des Osterlammes nehmen und es auf die Pfosten und Oberschwellen der Häuser streichen sollten, damit nicht eine Plage über sie komme“: 2Mo.12/7,13,22. Daß das Blut des Brandopfers gesprengt werden sollte auf den Altar, an seine Grundlagen, auf Aharon, seine Söhne und ihre Kleider“: 2Mo.29/12,16,20,21; 3Mo.1/5,11,15; 3/2,8,13; 4/25,30,34; 432 8/15,24; 17/6; 4Mo.18/17; 5Mo.12/27; ferner „auf die Decke über der Bundeslade, auf den Gnadenstuhl daselbst, und auf die Hörner des Rauchaltars“: 3Mo.4/6,7,17,18; 16/12-15. Durch das Blut des Lammes wird ähnliches bezeichnet in der Offb.7/14: „Diese haben ihre Kleider gewaschen, und haben sie weiß gemacht im Blut des Lammes“; und durch folgendes daselbst: „Es entstand ein Krieg im Himmel, Michael und seine Engel stritten wider den Drachen, und überwanden ihn durch das Blut des Lammes und durch das Wort seines Zeugnisses“: Offb.12/7,11; denn es läßt sich nicht denken, daß Michael und seine Engel den Drachen durch etwas anderes überwunden haben, als durch das göttliche Wahre des Herrn im Wort; denn die Engel im Himmel können nicht an irgendwelches Blut denken, noch denken sie an das Leiden des Herrn, sondern an das göttliche Wahre und an Seine Auferstehung; wenn daher der Mensch an das Blut des Herrn denkt, so stellen sich die Engel das göttliche Wahre Seines Wortes vor, und wenn an das Leiden des Herrn, so stellen sie sich Seine Verherrlichung, und nur mit dieser Seine Auferstehung vor; daß dem so ist, ist mir durch viele Erfahrung zu erkennen gegeben worden. Daß das Blut das göttliche Wahre bezeichnet, erhellt auch aus folgendem bei David: „Gott wird die Seelen der Dürftigen erhalten, ihr Blut wird kostbar sein in Seinen Augen und wird leben, und Er wird ihnen vom Golde Schebas geben“: Ps.72/13-16; das in den Augen Gottes kostbare Blut ist das göttliche Wahre bei ihnen; das Gold Schebas ist die Weisheit von daher; und bei Ez.39/17-21: „Versammelt euch zum großen Opfer auf den Bergen Israels, damit ihr esset Fleisch und trinket Blut, das Blut der Erdenfürsten sollt ihr trinken, und Blut bis zur Berauschung trinken; so will Ich Meine Herrlichkeit unter die Völkerschaften bringen“; es wird hier von der Kirche gehandelt, die der Herr bei den Heiden gründen werde; daß unter dem Blut hier nicht Blut verstanden werden kann, sondern das bei ihm befindliche Wahre aus dem Wort, sehe man gleich oben.

707. Daß unter dem Brot das gleiche verstanden wird, wie unter dem Fleisch, erhellt deutlich aus den Worten des Herrn: „Jesus nahm das Brot, brach es, und gab es hin, und sprach: Dies ist Mein Leib“: Matth.Kap.26; Mark.Kap.14; Luk.Kap.22; dann auch: „Das Brot, das Ich geben werde, ist Mein Fleisch, das Ich hingeben werde für der Welt Leben“: Joh.6/51; und ferner sagt Er, „daß Er das Brot des Lebens sei, und wer von diesem Brot ißt, ewig leben werde“: Joh.6/48,51,58. Dies ist auch das Brot, das verstanden wird unter den Opfern, welche Brot heißen in folgenden Stellen: „Dieselben soll der Priester anzünden auf dem Altar, Brot der Feuerung Jehovahs“: 3Mo.3/11,16. „Die Söhne Aharons sollen heilig sein ihrem Gott, und nicht entheiligen den Namen ihres Gottes, weil sie die Feuerungen Jehovahs, das Brot ihres Gottes darbringen. Du sollst ihn heiligen, weil er das Brot deines Gottes darbringt. Ein Mann vom Samen Aharons, an dem ein Fehler ist soll nicht hinzutreten, das Brot seines Gottes darzubringen“: 3Mo.21/6,8,17,21. „Befiehl den Kinder Israels und sprich zu ihnen: Meine Opfergabe, Mein Brot zur Feuerung des Geruchs der Ruhe, sollt ihr halten, daß ihr sie darbringet zur festgesetzten Zeit“: 4Mo.28/2. „Wer Unreines berührt hat, soll nicht essen vom Geheiligten, sondern sein Fleisch waschen im Wasser, und nachher essen vom Geheiligten, weil dieses Sein Brot ist“: 3Mo.22/6,7; vom Geheiligten essen, war Fleisch von den Opfern, welches auch hier Brot heißt; außerdem auch bei Mal.1/7; durch die bei den Opfern vorkommenden Speisopfer, die aus feinstem Weizenmehl bestanden, somit Brot waren, wurde auch nichts anderes bezeichnet: 3Mo.2/1-11; 6/6-14; 7/9-13, und anderwärts. Auch nichts anderes durch die Brote auf dem Tisch in der Stiftshütte, welche Brote des Angesichts und Schaubrote hießen, wovon 2Mo.25/30; 40/23; 3Mo.24/5-10. Daß nicht natürliches Brot unter dem Brot verstanden wird, sondern himmlisches Brot, erhellt aus folgenden Stellen: „Nicht durch das Brot allein lebt der Mensch, sondern durch alles, was aus dem Mund Jehovahs ausgeht, lebt der Mensch“: 5Mo.8/2,3. „Ich will Hunger auf die Erde senden, nicht Hunger nach Brot, noch Durst nach Wasser, sondern zu hören die Worte Jehovahs“: Am.8/11.

Außerdem wird unter dem Brot alle Speise verstanden: 3Mo.24/5-9; 2Mo.25/30; 40/23; 4Mo.4/7; 1Kö.7/48. Daß auch die geistige Speise, erhellt aus folgenden Worten des Herrn: „Wirket Speise, nicht solche, die vergeht, sondern Speise, welche bleibt ins ewige Leben, die der Sohn des Menschen euch geben wird“: Joh.6/27.

708. Daß unter dem Wein ähnliches verstanden wird, wie unter dem Blut, erhellt deutlich aus den Worten des Herrn: „Jesus nahm den Kelch und sprach: Dies ist Mein Blut“: Matth.Kap.26; Mark.Kap.14; Luk.Kap.22; dann auch aus folgenden: „Er wäscht in Wein Sein Kleid, und im Blut der Trauben Seine Hülle“: 1Mo.49/11; dies vom Herrn. „Jehovah Zebaoth wird allen Völkern ein Mahl von Fett bereiten, ein Mahl von Hefen oder gutem Wein“: Jes.25/6; dies vom Sakrament des heiligen Abendmahls, das vom Herrn eingesetzt werden sollte. Bei ebendemselben: „Alle, die ihr dürstet, geht zu den Wassern, und wer nicht Silber hat, geht, kaufet und esset, und kaufet ohne Silber Wein“: Jes.55/1. Unter dem Gewächs des Weinstockes, das man neu trinken wird im himmlischen Reich: Matth.26/29; Mark.14/25; Luk.22/17,18, wird nichts anderes verstanden, als das Wahre der neuen Kirche und des Himmels; weshalb auch die Kirche in vielen Stellen im Wort der Weinberg heißt, wie Jes.5/1,2,4; Matth.20/1-13; und der Herr Sich den wahren Weinstock nennt und die Menschen, die Ihm einverleibt werden, die Reben: Joh.15/1,6; außer vielen anderen Stellen.

709. Hieraus kann nun erhellen, was unter des Herrn Fleisch und Blut, und unter Brot und Wein im dreifachen Sinn, dem natürlichen, geistigen und himmlischen, verstanden wird. Jeder religiöse Mensch in der Christenheit kann wissen, und, wenn er es nicht weiß, doch lernen, daß es eine natürliche Nahrung und eine geistige Nahrung gibt, und daß die natürliche Nahrung für den Körper, die geistige Nahrung hingegen für die Seele ist; denn Jehovah der Herr sagt bei Moses: „Nicht durch Brot allein lebt der Mensch, sondern durch alles, was aus dem Mund Jehovahs geht, lebt der Mensch“: 5Mo.8/2,3. Da nun der Körper stirbt, und die Seele nach dem Tode fortlebt, so folgt, daß die geistige Nahrung für das ewige Heil ist: Wer sieht hernach nicht, daß diese zwei Nahrungen durchaus nicht verwechselt werden dürfen, und daß es, wenn jemand sie verwechselt, nicht anders sein kann, als daß er von des Herrn Fleisch und Blut und von Brot und Wein sich bloß natürliche und sinnliche Vorstellungen macht, welche materiell, körperlich und fleischlich sind, und durch welche die geistigen Ideen von diesem heiligsten Sakrament erstickt werden.

Ist aber jemand so einfältiger Art, daß er aus dem Verstand nichts anderes denken kann, als was er mit dem Auge sieht, so rate ich ihm, daß er dann, wenn er das Brot und den Wein nimmt, und dabei das Fleisch und Blut des Herrn nennen hört, vom heiligen Abendmahl sich denke, es sei das Heiligste des Gottesdienstes, und daß er des Leidens Christi und Seiner Liebe für das Heil des Menschen gedenke; denn Er sagt: „Dieses tut zu Meinem Gedächtnis“: Luk.22/19; ferner: „Der Sohn des Menschen ist gekommen, um die Seele zur Erlösung für viele hinzugeben“: Matth.20/28; Mark.10/45; „Ich gebe Meine Seele für die Schafe“: Joh.10/15,17; 15/13.

710. Dies kann auch durch Vergleiche beleuchtet werden: Wer behält nicht in der Erinnerung und liebt nicht den, der aus eifriger Liebe für das Vaterland mit dem Feind bis zum Tode kämpft, um dasselbe dadurch vom Joch der Knechtschaft zu befreien? Und wer behält nicht in der Erinnerung und liebt nicht den, der, wenn er die Mitbürger in äußerster Dürftigkeit und infolge der zunehmenden Hungersnot ihren Tod vor Augen sieht, aus Erbarmen all sein Silber und Gold aus seinem Haus schafft und umsonst austeilt? Und wer behält nicht in der Erinnerung und liebt nicht denjenigen, der aus Liebe und Freundschaft das einzige Lamm, das er besitzt, nimmt, und es schlachtet und den Gästen vorsetzt, und so weiter?