Des ersten Buches Mose

3. Kapitel

1. Und die Schlange war listiger, als alles Wild des Feldes, das Jehovah Gott gemacht, und sie sprach zu dem Weibe: Hat Gott wohl auch gesagt, ihr sollt nicht von jedem Baume des Gartens essen?

2. Und das Weib sprach zur Schlange: Von der Frucht des Baumes des Gartens dürfen wir essen.

3. Und von der Frucht des Baumes, der inmitten des Gartens ist, sprach Gott: Ihr sollt nicht von ihr essen und sie nicht berühren, damit ihr nicht davon sterbet.

4. Und die Schlange sprach zum Weibe: Ihr werdet keineswegs sterben.

5. Denn Gott weiß, daß an dem Tag, an dem ihr von ihr eßt, eure Augen aufgetan werden, und ihr seid wie Gott, wissend Gutes und Böses.

6. Und das Weib sah, daß der Baum gut zum Essen, und daß er reizend für die Augen, und der Baum begehrenswert sei, Einsicht zu geben, und sie nahm von seiner Frucht und aß; und gab auch ihrem Manne bei ihr, und er aß.

7. Und die Augen beider wurden aufgetan, und sie erkannten, daß sie nackt seien, und nähten das Blatt des Feigenbaums zusammen, und machten sich Schürzen.

8. Und sie hörten die Stimme Jehovah Gottes, für sich gehend im Garten, beim Wehen des Tages; und es verbarg sich der Mensch und sein Weib vor dem Angesichte Jehovah Gottes, inmitten des Baumes des Gartens.

9. Und Jehovah Gott rief dem Menschen zu, und sprach zu ihm: Wo bist du?

10. Und er sprach: Deine Stimme hörte ich im Garten und fürchtete mich, weil ich nackt bin, und verbarg mich.

11. Und Er sprach: Wer hat dir angezeigt, daß du nackt seist? hast du nicht von dem Baume, von dem Ich dir gebot, nicht zu essen, gegessen?

12. Und der Mensch sprach: Das Weib, das Du mir beigegeben hast, sie hat mir von dem Baume gegeben, und ich aß.

13. Und Jehovah Gott sprach zum Weibe: Warum hast du dies getan? und das Weib sprach: Die Schlange hat mich berückt, und ich aß.

 

Inhalt

190. Es wird gehandelt vom dritten Zustand der Ältesten Kirche, die nach Eigenem strebte, bis daß sie es liebte.

191. Weil sie jetzt anfingen nichts zu glauben, was sie nicht mit den Sinnen fassen könnten, aus Selbst- oder Eigenliebe, so wird das Sinnliche dargestellt durch eine Schlange; die Selbst- oder Eigenliebe durch das Weib, und die Vernunft (Rationale) durch den Mann.

192. Demzufolge beredete die Schlange oder die Sinnlichkeit das Weib, daß sie dem nachforschte, was Sache des Glaubens an den Herrn ist, ob es sich damit so verhalte. Dies wird bezeichnet durch das Essen vom Baume des Wissens; und daß das Vernünftige des Menschen beigestimmt habe, durch den Mann, daß er mitaß: Vers 1-6.

193. Aber sie wurden inne, daß sie im Bösen seien. Aus diesem Rest des Innewerdens, der bezeichnet wird durch das, daß ihre Augen geöffnet wurden, und daß sie die Stimme Jehovahs hörten: Vers 7, 8; und aus dem Blatt des Feigenbaumes, von dem sie sich Schürzen machten: Vers 7; dann aus der Scham oder dem Sich-Verbergen inmitten des Baumes des Gartens: Vers 8, 9; sowie auch aus der Anerkennung und dem Geständnisse: Vers 10-13; erhellt, daß bei ihnen eine natürliche Güte geblieben war.

 

Innerer Sinn

194. Vers 1: Und die Schlange war listiger als alles Wild des Feldes, das Jehovah Gott gemacht, und sie sprach zu dem Weibe: hat Gott wohl auch gesagt, ihr sollt nicht von jedem Baume des Gartens essen?

Unter der Schlange wird hier verstanden das Sinnliche des Menschen, dem man vertraut; unter dem Wild des Feldes hier, wie früher, jede Regung (affectio) des äußeren Menschen; unter dem Weibe das Eigene. Daß die Schlange sagte: Hat Gott wohl auch gesagt, ihr sollt nicht von jedem Baum essen, bedeutet, daß sie zuerst zweifelten.

Es wird hier gehandelt von der dritten Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, die anfing, dem Geoffenbarten nicht zu glauben, es sei denn, daß sie sehen und empfänden, daß es sich so verhalte; ihr erster Zustand wird in diesem und in dem gleich folgenden Verse beschrieben als ein im Zweifel begriffener.

195. Die Uralten haben alles, was im Menschen war, mit Tieren und Vögeln nicht verglichen, sondern so genannt; solcherlei war ihre Redeweise; so blieb sie auch in der Alten Kirche nach der Sündflut, und eine ähnliche wurde bei den Propheten erhalten; das Sinnliche des Menschen nannten sie Schlange, weil wie die Schlangen zunächst bei der Erde sind, so auch das Sinnliche zunächst bei dem Leib ist; daher nannten sie die Vernünfteleien aus Sinnlichem über Glaubensgeheimnisse Schlangengifte, und die Vernünftler selbst Schlangen; und weil diese aus dem Sinnlichen oder Sichtbaren, als da ist Irdisches, Leibliches, Weltliches und Natürliches viel vernünfteln, so wurde gesagt: die Schlange war listiger als alles Wild des Feldes.

In ähnlicher Weise Ps.140/3: "Sie schärfen ihre Zunge wie eine Schlange, Otterngift ist unter ihren Lippen": wo von denen, die durch Vernünfteleien den Menschen verführen, gehandelt wird.

Ps.58/3-5: "Es irren von Mutterleib an, die da Lüge reden, Gift haben sie gleich wie Gift der Schlange, wie eine taube, giftige Otter ihr Ohr verstopft, daß sie nicht hört die Stimme der Beschwörer, dessen, der teilnimmt an den Gesellschaften (sociantis sodalitia) des Weisen": die Vernünfteleien werden hier genannt Gift der Schlange, und sie sind von der Art, daß sie das, was weise ist oder die Stimme des Weisen nicht einmal hören, daher der bei den Alten übliche Ausdruck, daß die Schlange ihr Ohr verstopfe.

Amos 5/19,20: "Wie wenn jemand ins Haus kommt, und stützt sich mit seiner Hand auf die Wand und es beißt ihn die Schlange: ist nicht Finsternis der Tag Jehovahs, und nicht Licht und Dunkel und nicht Schimmer ihm": die Hand über der Wand für eigene Macht und Vertrauen auf Sinnliches; daher die Verblendung, die beschrieben wird.

Jerem.46/22-24: "Die Stimme Ägyptens wird wie die Schlange gehen, weil sie in Stärke gehen, und mit Äxten ihr kommen werden, wie die Holzhauer; sie werden aushauen ihren Wald, ist der Spruch Jehovahs, weil er nicht durchforscht werden wird; denn sie haben sich mehr vermehrt als die Heuschrecke, und es ist ihrer keine Zahl; zuschanden ist gemacht worden die Tochter Ägyptens, sie wird gegeben werden in die Hand des Volkes der Mitternacht": Ägypten für das Vernünfteln über göttliche Dinge aus dem Sinnlichen und Wißtümlichen; die Vernünfteleien werden genannt Stimme der Schlange und die Verblendung infolge derselben wird bezeichnet durch das Volk der Mitternacht.

Hiob 20/16,17: "Otterngift wird er saugen, töten wird ihn die Zunge der Viper, nicht wird er sehen Bäche, Ströme von Flüssen Honigs und Butter": Flüsse von Honig und Butter sind Geistiges und Himmlisches, das die Vernünftler nicht sehen werden; die Vernünfteleien werden genannt Otterngift und Zunge der Viper. Mehreres über die Schlange sehe man unten, Vers. 14, 15.

196. Vor Alters hießen Schlangen diejenigen, die dem Sinnlichen mehr trauten als dem Geoffenbarten. Heutzutage ist es noch schlimmer, denn es gibt nicht bloß solche, welche nichts glauben, wenn sie es nicht sehen und empfinden, sondern auch solche, die sich durch Wissenschaftliches, das den Uralten unbekannt war, begründen und so sich noch viel mehr verblenden. Damit man wisse, wie diejenigen, die aus Sinnlichem, Wissenschaftlichem und Philosophischem Schlüsse ziehen über Himmlisches, sich verblenden, so daß sie nachher gar nichts sehen und hören und nicht bloß taube Schlangen sind, sondern auch fliegende Schlangen, die weit gefährlicher sind und von denen auch im Wort die Rede ist, möge z. B. dienen, was sie vom Geiste glauben:

Wer ein Sinnlicher ist, oder wer bloß den Sinnen glaubt, der leugnet, daß es einen Geist gebe, weil er ihn nicht sieht, indem er sagt: Es ist nichts, weil ich es nicht empfinde. Was ich sehe und betaste, von dem weiß ich, daß es ist. Ein Wissenschaftler oder wer aus den Wissenschaften seine Schlüsse zieht, der sagt: Was ist der Geist, als etwa ein Hauch oder eine Wärme oder irgend etwas anderes, das Gegenstand meines Wissens ist; wenn dergleichen erloschen ist, so verschwindet er; haben nicht auch die Tiere einen Leib, Sinne, etwas Vernunftähnliches, und doch sagt man, sie werden sterben und des Menschen Geist werde leben? So leugnen sie, daß es einen Geist gebe.

Die Philosophen, die scharfsinniger als die übrigen sein wollen, reden über den Geist in Ausdrücken, die sie selbst nicht verstehen, weil sie über dieselben streiten, indem sie behaupten, es sei auf ihn nicht ein einziges Wort anwendbar, das etwas vom Materiellen, Organischen oder Ausgedehnten an sich hat; so entziehen sie den Geist ihren Vorstellungen, so daß er ihnen entschwindet und zu nichts wird.

Die Gesünderen aber sagen zwar, er sei ein Denker; wenn sie aber über das Denken vernünfteln, so kommen sie zuletzt, weil sie es vom Substantiellen trennen, auf den Schluß, daß es verschwinden werde, wenn der Leib stirbt. Alle somit, die aus Sinnlichem, Wissenschaftlichem und Philosophischem vernünfteln, leugnen, daß ein Geist ist; und wenn sie leugnen, daß er ist, so glauben sie gar nichts, was über den Geist und über Geistiges gesagt wird. Dagegen aber, wenn man Leute einfältigen Herzens fragt, so sagen sie, sie wissen, daß es einen gibt, weil der Herr gesagt hat, sie werden nach dem Tode leben. Diese löschen ihre Vernunft nicht aus, sondern machen sie lebendig durch das Wort des Herrn.

197. Durch die Schlange wurde bei den Uralten, die himmlische Menschen waren, bezeichnet die Umsicht, somit in gleicher Weise das Sinnliche, durch das sie sich umsahen, damit sie nicht von den Bösen Schaden leiden möchten, dies erhellt aus den Worten des Herrn an die Jünger, Matth.10/16: "Siehe, Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; so seid nun klug wie die Schlangen, und einfältig wie die Tauben". Dann auch durch die eherne Schlange, die in der Wüste aufgerichtet wurde; durch sie wurde bezeichnet das Sinnliche des Herrn, Der allein der himmlische Mensch ist und allein für alle Sich umsieht und vorsieht, daher auch die, welche zu ihr aufschauten, errettet wurden.

198. Vers 2,3: Und das Weib sprach zur Schlange: Von der Frucht des Baumes des Gartens dürfen wir essen; und von der Frucht des Baumes, der inmitten des Gartens ist, sprach Gott: Ihr sollt nicht von ihr essen und sie nicht berühren, damit ihr nicht davon sterbet.

Die Frucht des Baumes des Gartens ist das Gute und Wahre, das ihnen von der Ältesten Kirche geoffenbart war. Die Frucht des Baumes, der inmitten des Gartens ist, von der sie nicht essen sollten, ist das Gute und Wahre des Glaubens, das sie nicht aus sich lernen sollten. Sie nicht berhren heißt, sie sollten über das Gute und Wahre des Glaubens auch nicht aus sich oder aus dem Sinnlichen und Wißtümlichen denken. Damit sie nicht davon sterben heißt, daß sonst der Glaube oder alle Weisheit und Einsicht zugrunde gehen würde.

199. Daß die Frucht des Baumes, von der sie nicht essen sollten, das ihnen von der Ältesten Kirche geoffenbarte Gute und Wahre des Glaubens oder die Glaubenserkenntnisse bedeute, kann daraus erhellen, daß die Frucht des Baumes des Gartens genannt wird, von der sie essen sollen; nicht wie früher, wo vom himmlischen Menschen oder von der Ältesten Kirche gehandelt wurde (1. Mose 2/16), vom Baume des Gartens. Der Baum des Gartens bedeutet, wie dort bemerkt wurde, das Innewerden und zwar das des Guten und Wahren, welches Gute und Wahre, weil es von jenem kommt, hier Frucht heißt; so wie auch die Frucht oft im Worte bezeichnet wird.

200. Daß es bei dem Baume des Wissens hier heißt inmitten des Gartens, früher aber (1. Mose 2/9) "der Baum der Leben inmitten des Gartens" heißt und nicht so der Baum des Wissens, hat seinen Grund darin, daß die Mitte des Gartens das Innerste bezeichnet, und daß des himmlischen Menschen oder der Ältesten Kirche Innerstes gewesen ist der Baum der Leben, welcher ist Liebe und aus ihr Glauben; dieses Menschen aber, der genannt werden kann ein geistig-himmlischer (coelestis spiritualis) Mensch, oder dieser Nachkommenschaft Gartenmitte oder Innerstes war Glaube.

Weiter kann es nicht beschrieben werden, weil heutzutage ganz unbekannt ist, von welcher Art diejenigen waren, die zu jener ältesten Zeit lebten. Sie hatten eine ganz andere Gemütsart (indoles) als irgend bei jemand heutzutage sich findet. Diese Gemütsbeschaffenheit, nur damit man eine Vorstellung von ihr fasse, war von der Art, daß sie aus dem Guten das Wahre wußten oder aus der Liebe das, was des Glaubens ist; als aber diese Generation ausstarb, folgte eine andere, die eine von jenen ganz verschiedene Gemütsart hatte; diese erkannte nämlich nicht aus dem Guten das Wahre oder aus der Liebe das, was des Glaubens ist, sondern aus dem Wahren wußten sie das Gute oder aus dem, was zu den Glaubenserkenntnissen gehörte, das was zur Liebe gehört, und bei den meisten war kaum etwas Weiteres da als dieses Wissen. Eine solche Änderung geschah nach der Sündflut, damit die Welt nicht unterginge.

201. Weil also eine solche Gemütsart, wie sie die Uralten vor der Sündflut hatten, heutzutage nicht existiert, noch anzutreffen ist, so läßt sich nicht leicht faßlich darlegen, was die Worte im rechten Sinn in sich schließen. Sie sind aber ganz bekannt im Himmel; denn die Engel und Engelgeister, die himmlische heißen, sind von solcher Gemütsart, wie sie die Wiedergeborenen der Urzeit vor der Sündflut hatten; hingegen die Engel und Engelgeister, die geistige heißen, sind von solcher Gemütsart, wie die nach der Sündflut, die wiedergeboren waren. Jene und diese mit einer Verschiedenheit, die keine Grenzen hat.

202. Die Älteste Kirche, die ein himmlischer Mensch war, war von der Art, daß sie vom Baume des Wissens nicht nur nicht aß, d.h. aus Sinnlichem und Wißtümlichen (nicht) erlernte was Sache des Glaubens ist, sondern sie durften nicht einmal jenen Baum berühren, d.h. aus Sinnlichem und Wißtümlichem über einen Gegenstand des Glaubens denken, damit sie nicht vom himmlischen Leben in das geistige Leben und so weiter herabsinken möchten.

Von dieser Art ist auch das Leben der himmlischen Engel: diejenigen unter ihnen, die inniger himmlisch sind, lassen nicht einmal zu, daß der Glaube oder irgendein Gegenstand, der vom Geistigen etwas an sich hat, genannt werde; und wenn er von anderen genannt wird, so verstehen sie statt des Glaubens die Liebe mit einem bloß ihnen bekannten Unterschied; so leiten sie alles, was Sache des Glaubens ist, ab von der Liebe und Liebtätigkeit. Noch weniger ertragen sie es, etwas Vernunftmäßiges, und am wenigsten etwas Wißtümliches über den Glauben zu hören, denn sie haben ein Innewerden vom Herrn durch die Liebe, was gut und wahr sei; aus dem Innewerden wissen sie sogleich, ob es so ist oder nicht. Wenn daher etwas vom Glauben gesagt wird, so antworten sie nichts anderes, als daß es so sei oder nicht so sei, weil sie es vom Herrn inne werden. Dies ist es, was die Worte des Herrn bezeichnen bei Matth.5/37: "Eure Rede soll sein: Ja, ja, nein, nein; was darüber ist, ist aus dem Bösen".

Dies ist es nun, daß ihnen nicht einmal erlaubt war, die Frucht des Baumes des Wissens, zu berühren; denn wofern sie dieselbe berührten, so waren sie im Bösen oder starben davon. Außerdem reden die himmlischen Engel unter sich wie andere über Verschiedenes, aber in einer himmlischen, aus der Liebe gebildeten und abgeleiteten Redeweise, die unaussprechlicher ist als die Redeweise der geistigen Engel.

203. Die geistigen Engel aber reden vom Glauben, und begründen auch das, was zum Glauben gehört, durch Verständiges, Vernünftiges und Wißtümliches; aber niemals ziehen sie Schlüsse daraus über den Glauben. Diejenigen, die dies tun, sind im Bösen; denn auch sie haben ein Innewerden alles dessen, was des Glaubens ist, vom Herrn, aber nicht ein solches Innewerden, dergleichen die himmlischen Engel haben; das Innewerden der geistigen Engel ist eine Art von Gewissen, das vom Herrn belebt worden ist und wie himmlisches Innewerden erscheint; aber es ist nicht ein himmlisches, sondern nur ein geistiges Innewerden.

204. Vers 4,5: Und die Schlange sprach zum Weibe: Ihr werdet keineswegs sterben. Denn Gott weiß, daß an dem Tage, an dem ihr von ihr esset, eure Augen aufgetan werden und ihr seid wie Gott, wissend Gutes und Böses.

Daß, wenn sie von der Frucht des Baumes äßen, ihre Augen aufgetan würden, bedeutet, wenn sie aus dem Sinnlichen und Wißtümlichen, das ist aus sich selbst dem nachforschen würden, was des Glaubens ist, so würden sie deutlich sehen, daß die Sache sich nicht so verhalte. Daß sie sein würden wie Gott, wissend Gutes und Böses, bedeutet, wenn sie so aus sich (dem nachforschten, was des Glaubens ist), so würden sie wie Gott sein und sich selbst führen können.

205. Jedes (dieser) Verschen enthält einen besonderen Zustand oder eine Zustandsveränderung in der Kirche: die ersten Verse, daß sie noch inne wurden, es sei unerlaubt, obwohl sie sich dazu hinneigten; diese Verse, daß sie anfingen zu zweifeln, ob es ihnen nicht doch erlaubt wäre, weil sie so sehen würden, ob das auch wahr sei, was sie von den Alten gehört hatten und so ihre Augen geöffnet würden; endlich weil bei ihnen die Selbstliebe zu herrschen anfing, daß sie sich selbst führen und so dem Herrn ähnlich sein könnten.

Die Selbstliebe bringt es mit sich, daß man nicht geleitet werden will vom Herrn, sondern von sich selbst; und wenn von sich selbst, daß man über Glaubenssachen die Sinnlichkeit und die Wissenschaft zu Rate zieht.

206. Wer glaubt mehr geöffnete Augen zu haben und wie Gott zu wissen was gut und böse ist, als die sich lieben und zugleich aus der Welt gelehrt sind; aber wer ist blinder? Man befrage sie nur und man wird sehen, daß sie nicht wissen, geschweige denn glauben, daß es einen Geist gibt; was das geistige und himmlische Leben sei ist ihnen gänzlich unbekannt. Ein ewiges Leben erkennen sie auch nicht an, denn sie glauben, sie werden wie das Vieh sterben; den Herrn erkennen sie durchaus nicht an, sondern verehren bloß sich und die Natur. Die, welche vorsichtig sprechen wollen, sagen, ein höchstes Wesen, von dem sie nicht wissen was es ist, regiere alles. Dies sind ihre Prinzipien, die sie mit vielem bei sich begründen durch Sinnliches und Wissenschaftliches; wenn sie es wagen dürften, würden sie es auch vor der ganzen Welt tun. Solche würden, obwohl sie als Götter oder als die Weisesten anerkannt werden wollen, wenn man sie fragte, ob sie wüßten was das Nicht-Eigene sei, antworten, es sei ein Unding. Wenn ihnen das Eigene genommen würde, so wären sie nichts. Fragt man sie, was "vom Herrn leben" heiße, so denken sie, dies seien Phantasien; fragte man sie, ob sie wissen, was das Gewissen sei, so würden sie sagen, es sei weiter nichts als etwas Eingebildetes, das dazu dienen könne, den großen Haufen im Zaume zu halten; fragte man sie, ob sie wüßten, was das tiefere Gefühl (perceptio) sei, so würden sie bloß darüber lachen und es etwas Schwärmerisches nennen.

Von dieser Art ist ihre Weisheit; solche geöffnete Augen haben sie und solche Götter sind sie. Von solchen Grundsätzen, die sie für klarer als den Tag halten, gehen sie aus und bewegen sie sich fort, und so vernünfteln sie über die Geheimnisse des Glaubens; was anderes aber geht daraus hervor als ein Abgrund von Finsternis? Diese sind mehr denn andere die Schlangen, die die Welt verführen. So war jedoch diese Nachkommenschaft der Ältesten Kirche noch nicht; aber diejenige, von der 1. Mose 3/14-19 gehandelt wird, ist so geworden.

207. Vers 6: Und das Weib sah, daß der Baum gut zum Essen und daß er reizend für die Augen und der Baum begehrenswert sei, Einsicht zu geben, und sie nahm von seiner Frucht und aß, und gab auch ihrem Manne bei ihr, und er aß.

Gut zum Essen bedeutet die Begierde; reizend für die Augen die Phantasie; begehrenswert Einsicht zu geben die Lust. Diese gehören dem Eigenen oder dem Weib an. Dadurch, daß der Mann mitaß, wird bezeichnet, daß das Vernünftige beigestimmt habe: Nr. 265.

208. Dies war die vierte Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, die sich von der Eigenliebe verführen ließ und den Offenbarungen nicht glauben wollte, wenn sie dieselben nicht begründet sah durch Sinnliches und Wißtümliches.

209. Die Worte, die hier gebraucht werden, als: der Baum gut zum Essen, reizend für die Augen, begehrenswert Einsicht zu geben, sind so, wie sie anwendbar waren auf die Gemütsart derer, die in jener Urzeit lebten. Sie beziehen sich insbesondere auf den Willen, denn aus dem Willen quoll ihr Böses hervor. Wo im Worte gehandelt wird von den Menschen nach der Sündflut, da werden solche Worte gebraucht, die sich nicht so auf den Willen, sondern auf den Verstand beziehen, denn die Uralten hatten vom Guten das Wahre, diese hingegen oder die Menschen nach der Sündflut vom Wahren das Gute.

210. Damit man wisse, was das Eigene ist: Das Eigene besteht in allem Bösen und Falschen, das hervorquillt aus der Selbst- und Weltliebe und darin, daß man nicht dem Herrn oder dem Wort, sondern sich selbst glaubt und meint, was man nicht sinnlich und wissenschaftlich begreife, das sei nichts. Daraus entsteht dann nichts als Böses und Falsches und so sieht man alles verkehrt an: das Böse sieht man als Gutes, das Gute als Böses; das Falsche als Wahres und das Wahre als Falsches; was ist, meint man, sei nichts und was nichts ist, meint man, sei alles; Haß nennt man Liebe, Finsternis Licht, Tod Leben, und umgekehrt. Im Worte werden solche genannt Lahme und Blinde. Dies ist nun das Eigene des Menschen, das an sich höllisch und verdammt ist.

211. Vers 7: Und die Augen beider wurden aufgetan und sie erkannten, daß sie nackt seien.

Die Augen wurden aufgetan bedeutet, sie haben infolge einer inneren Einsprache erkannt und anerkannt, daß sie nackt, d.h., daß sie nicht mehr wie früher in der Unschuld, sondern im Bösen seien.

212. Daß durch das Geöffnetwerden der Augen bezeichnet werde eine Einsprache aus dem Innern heraus (dictamen ab interiori), erhellt aus ähnlichem im Worte, wie z.B. Bileam von sich spricht, der, weil er Gesichte hatte, sich einen Mann mit geöffneten Augen nennt: 4. Mose 24/3,4; und daraus, daß von Jonathan, als er von der Honigscheibe kostete und ihm von innen heraus eingegeben wurde, daß es böse sei, gesagt wird, seine Augen haben gesehen, so daß sie erleuchtet wurden, daß er sah, was er nicht wußte: 1.Sam.14/27,29. Außerdem werden die Augen oftmals im Worte genommen für den Verstand, somit für eine innere Einsprache auch aus diesem, wie

Ps.13/4: "Erleuchte meine Augen, daß nicht in den Tod ich schlafe": für den Verstand.

Hes.12/2: "Welche Augen haben zu sehen und nicht sehen": für: die nicht einsehen wollen.

Jes.6/10: "Des Volkes Augen verklebe, auf daß es nicht sehe mit seinen Augen": soviel als: sie sollen verblendet werden, daß sie nicht einsehen.

5. Mose 29/3: "Nicht gab Jehovah euch ein Herz zum Wissen, und Augen zum Sehen, und Ohren zum Hören": das Herz für den Willen, die Augen für Verstand.

Vom Herrn bei Jes.42/7: "daß er blinde Augen öffnen werde"; und

Jes.29/18: "Aus Dunkel und aus Finsternis werden hervor die Augen der Blinden sehen".

213. Daß durch erkennen, "daß sie nackt seien", bezeichnet werde, sie haben erkannt und anerkannt, daß sie nicht wie früher, in der Unschuld, sondern im Bösen seien, erhellt aus 1. Mose 2/25, wo es heißt: und sie erröteten nicht; daß hier nicht erröten über die Nacktheit bedeute, sie seien unschuldig, sehe man ebendort; das Gegenteil wird bezeichnet, wenn sie erröten, wie hier wo sie Feigenblätter zusammennähten und sich verbargen, denn wenn man in keiner Unschuld ist, dann gereicht die Nacktheit zum Schimpf und Ärgernis, weil man sich bewußt ist, daß man böse denkt; daher wird die Nacktheit für Schimpf und Böses genommen im Wort, und wird ausgesagt von der verkehrten Kirche, wie bei

Hes.16/7,22: "daß sie nackt war und entblößt, und zertreten (lag) in ihrem Blut".

Hes.23/29: "Sie sollen sie lassen nackt und entblößt, enthüllt soll werden die Nacktheit".

Joh.Offenb.3/18: "Ich rate dir, weiße Kleider zu kaufen, daß du angetan werdest, und nicht offenbar werde die Schande deiner Nacktheit". Und vom letzten Tag, Joh.Offenb.16/15: "Selig, wer wacht und seine Kleider bewahrt, daß er nicht nackt wandle, und (man) sehe seine Schande".

5. Mose 24/1: "Wenn ein Mann an seinem Weib irgendeine Nacktheit findet, und (schreibt) ihr einen Scheidebrief".

Daher auch Aharon und seinen Söhnen geboten war, leinene Beinkleider zu haben, wenn sie hinzutraten zum Altar und zum Dienste, um zu bedecken das Fleisch der Nacktheit, damit sie nicht eine Missetat tragen und sterben möchten: 2. Mose 28/42,43.

214. Nackt heißen sie, weil sie dem Eigenen überlassen waren; denn die, welche dem Eigenen oder sich selbst überlassen werden, haben nichts mehr von Einsicht und Weisheit oder von Glauben, sind somit entblößt vom Wahren und Guten, daher im Bösen.

215. Daß das Eigene nichts als Böses und Falsches sei, konnte mir auch daraus erhellen, daß alles, was je Geister aus sich gesprochen hatten, böse und falsch war, so sehr, daß sobald nur zu wissen gegeben war, daß sie aus sich (gesprochen), ich sogleich wußte, daß es falsch war; obwohl sie, als sie sprachen, so fest von der Wahrheit desselben überzeugt waren, daß sie gar nicht zweifelten; ihnen ähnlich ist ein Mensch, der so beschaffen ist. Ebenso ward (mir) gegeben bei allen denen, die zu vernünfteln anfingen über das, was zum geistigen und himmlischen Leben oder was zum Glauben gehört, inne zu werden, daß sie zweifelten, ja leugneten; denn über den Glauben vernünfteln heißt, zweifeln und leugnen, und weil (dies) aus ihnen selbst oder aus dem Eigenen (kommt), so sind es lauter Falschheiten, in die sie fallen, folglich in einen Abgrund von Finsternissen, d.h. von Falschheiten. Wenn sie in diesem Abgrunde sind, dann gilt der kleinste Skrupel mehr als tausend Wahrheiten, und ist wie ein Stäubchen, das, an die Pupille des Auges gebracht, macht, daß es von der ganzen Welt und von allem, was in der Welt ist, nichts sieht; von ihnen (spricht) der Herr also bei

Jes.5/21: "Wehe denen, die weise in ihren Augen und vor ihren Angesichten verständig sind".

Jes.47/10,11: "Deine Weisheit und deine Wissenschaft, sie hat dich abgewendet, und du sprachst in deinem Herzen: Ich, und keiner mehr außer mir, und es wird kommen über dich Böses, dessen Aufgang du nicht weißt, und es wird fallen auf dich Unheil, das du nicht wirst sühnen können, und es wird kommen über dich plötzlich eine Verwüstung, die du nicht kennst".

Jerem.51/17: "Dumm geworden ist jeder Mensch vom Wissen, zuschanden jeder Schmelzer durch Schnitzarbeit, denn Lüge ist sein Gußbild, und kein Geist in ihnen": Schnitzarbeit für das Falsche, das dem Eigenen angehört, Gußbild für das Böse, das dem Eigenen angehört.

216. Vers 7: Und sie nähten das Blatt des Feigenbaumes zusammen und machten sich Schürzen.

Das Blatt zusammennähen heißt, entschuldigen. Der Feigenbaum ist das natürlich Gute; sich Schürzen machen heißt, sich schämen. So redeten die Uralten, und so schilderten sie diese Nachkommenschaft der Kirche, daß sie nämlich, statt ihrer früheren Unschuld natürlich Gutes hatten, durch das ihr Böses verborgen ward; und daß sie, weil sie im natürlich Guten waren, sich schämten.

217. Daß der Weinstock im Worte das geistig Gute bedeutet und der Feigenbaum das natürlich Gute, ist heutzutage völlig unbekannt, weil der innere Sinn des Wortes verlorengegangen ist; während sie doch überall, wo sie vorkommen, solches bezeichnen oder in sich schließen, auch das, was der Herr in Gleichnissen sprach von dem Weinberg und dann von dem Feigenbaum und was bei Matth.21/19 steht: "Als Jesus einen Feigenbaum am Wege sah, ging Er zu ihm hin, fand aber nichts an ihm, denn allein Blätter; darum sprach Er zu ihm: Nimmermehr soll aus dir Frucht wachsen in Ewigkeit; daher der Feigenbaum alsbald verdorrte": worunter verstanden wird, daß nichts Gutes, nicht einmal natürliches auf Erden gefunden worden sei.

Unter Weinstock und dem Feigenbaum wird ähnliches verstanden bei Jerem.8/12,13: "Sie sind zuschanden geworden, daß sie Greuel getan und (doch) schämten sie sich keineswegs, und zu erröten wußten sie nicht; darum will Ich sammelnd sie sammeln, spricht Jehovah, es sind keine Trauben am Weinstock, keine Feigen am Feigenbaum, und das Blatt ist abgefallen": wodurch bezeichnet wird, daß alles Gute, sowohl geistiges als natürliches, zugrunde gegangen sei, weil sie von der Art waren, daß sie nicht einmal Scham anwandeln konnte; wie heutzutage die, welche im Bösen sind, so wenig sich schämen, daß sie sogar mit dem Bösen prahlen. Hos.9/10: "Wie Trauben in der Wüste fand Ich Israel, wie das Erstige am Feigenbaum, im Anfang sah Ich eure Väter".

Joel 2/22: "Fürchtet euch nicht ihr Tiere meiner Felder, denn der Baum wird Frucht bringen, Feigenbaum und Weinstock werden ihre Kraft geben": der Weinstock für das geistig Gute, der Feigenbaum für das natürlich Gute.

218. Vers 8: Und sie hörten die Stimme Jehovah Gottes für sich gehend im Garten beim Wehen des Tages, und es verbarg sich der Mensch und sein Weib vor dem Angesicht Jehovah Gottes, inmitten des Baumes des Gartens.

Unter der im Garten für sich gehenden Stimme (vox) Jehovah Gottes wird verstanden die innere Stimme (dictamen), die sie fürchteten. Die Einsprache (oder innere Stimme) ist der Rest des Innewerdens (perceptionis), den sie hatten.

Durch das Wehen oder den Hauch des Tages wird bezeichnet die Zeit, da die Kirche noch einen Rest von Innewerden hatte. Sich verbergen vor dem Angesicht Jehovah Gottes heißt, die innere Stimme fürchten, wie dies bei denen der Fall ist, die sich des Bösen bewußt sind. Durch die Mitte des Baumes des Gartens, in der sie sich verbargen, wird bezeichnet das natürlich Gute; Mitte heißt, was das Innerste ist, der Baum ist das Innewerden; weil aber wenig Innewerden da war, so heißt es in der Einzahl Baum, gleichsam ein einziger noch übriger.

219. Daß unter der im Garten für sich gehenden Stimme Jehovah Gottes verstanden werde die innere Stimme (oder Einsprache), die sie fürchteten, kann erhellen aus der Bedeutung der Stimme im Worte, wo die Stimme Jehovahs genommen wird für das Wort selbst, für die Glaubenslehre, für das Gewissen oder das innere Vernehmen (animadvertentia), auch für jede Zurechtweisung von daher, weshalb die Blitze Stimmen Jehovahs genannt werden, wie bei

Joh.Offenb.10/3,4: "Der Engel rief alsdann mit großer Stimme, wie ein Löwe brüllet, und als er rief, sprachen die sieben Donner ihre Stimme": soviel als: es sei alsdann eine äußere und eine innere Stimme (vernommen worden).

Joh.Offenb.10/7: "In den Tagen der Stimme des siebenten Engels soll vollendet werden das Geheimnis Gottes".

Ps.68/33,34: "Singet Gott, spielet dem Herrn, Der da reitet auf den Himmeln der Himmel des Altertums, siehe, Er wird geben in Seiner Stimme die Stimme der Stärke": die Himmeln der Himmel des Altertums für: die Weisheit der Ältesten Kirche; die Stimme für die Offenbarung, dann auch für das innere Einsprechen (dictamen).

Ps.29/3-5,7-9: "Die Stimme Jehovahs über den Wassern, die Stimme Jehovahs in der Macht; die Stimme Jehovahs in der Herrlichkeit; die Stimme Jehovahs zerbricht Zedern; die Stimme Jehovahs spaltet Feuerflammen; die Stimme Jehovahs macht zittern die Wüste; die Stimme Jehovahs macht kreisen die Hindinnen, und entblößt Wälder".

Jes.30/30,31: "Hören lassen wird Jehovah die Majestät Seiner Stimme, denn von der Stimme Jehovahs wird bestürzt werden Aschur".

220. Unter der für sich gehenden Stimme wird verstanden, daß wenig inneres Vernehmen (perceptio) übrig war (und sie) gleichsam allein für sich gewesen, und nicht gehört (wurde), was auch aus dem folgenden Verschen (1. Mose 3/9) erhellt, wo es heißt, daß Jehovah dem Menschen zugerufen habe; wie bei Jes.40/3,6: "Die Stimme eines Rufenden in der Wüste, ein Stimme sprach: Rufe": die Wüste, soviel als eine Kirche, in der kein Glaube, die Stimme eines Rufenden soviel als die Verkündigung der Ankunft des Herrn, im allgemeinen für jede Verkündigung Seiner Ankunft, wie bei den Wiedergeborenen, die eine innere Stimme haben.

221. Daß durch das "Wehen oder der Hauch des Tages" bezeichnet werde die Zeit, da die Kirche noch einen Überrest von Innewerden hatte, kann erhellen aus der Bedeutung des Tages und der Nacht. Die Uralten verglichen die Zustände der Kirche den Zeiten des Tages und der Nacht. Die Zeiten des Tages, als sie noch im Lichte war, daher hier dem Hauch oder dem Wehen des Tages, als sie noch einigen Überrest von Innewerden hatten, aus dem sie wußten, daß sie gefallen seien. Auch der Herr nennt den Zustand des Glaubens Tag und den Zustand des Unglaubens Nacht wie bei Joh.9/4: "Ich muß wirken die Werke Dessen, Der Mich gesandt hat, solange es Tag ist, es kommt eine Nacht, da niemand wird wirken können". Die Zustände der Wiedergeburt des Menschen heißen deswegen im 1. Mose 1. Kapitel Tage.

222. Daß "sich verbergen vor dem Angesicht Jehovahs" heiße, die innere Stimme fürchten, wie es der Fall ist bei denen, die ein böses Gewissen haben, erhellt aus ihrer Antwort, 1. Mose 3/10, wo es heißt: "Deine Stimme hörte ich im Garten und fürchtete mich, weil ich nackt bin". Das Angesicht Jehovahs oder des Herrn ist Barmherzigkeit, Friede und alles Gute, wie deutlich erhellt aus dem Segen bei

4. Mose 6/25,26: "Es lasse leuchten Jehovah Seine Angesichte zur dir und erbarme Sich deiner; es erhebe Jehovah Seine Angesichte zur dir und gebe dir Frieden".

Ps.67/2: "Gott erbarme Sich unser und segne uns, Er lasse uns leuchten Seine Angesichte".

Ps.4/7,8: "Viele sprechen: Wer wird uns Gutes sehen lassen; erhebe über uns das Licht Deiner Angesichte Jehovah".

Die Barmherzigkeit des Herrn wird deshalb genannt Engel der Angesichte, wie bei Jes.63/7-9: "Die Erbarmungen Jehovahs will ich ins Andenken bringen, Er hat ihnen vergolten nach Seinen Barmherzigkeiten und nach der Menge Seiner Erbarmungen, und ward ihnen zum Heiland; bei all ihrer Drangsal keine Drangsal, und der Engel Seiner Angesichte hat sie errettet, um Seiner Liebe und um Seiner Gnade willen hat Er sie erlöst".

223. Da des Herrn Angesicht Barmherzigkeit, Friede und alles Gute ist, so erhellt, daß Er niemals jemand anders als aus Barmherzigkeit ansieht; und daß Er nie von jemand das Angesicht abwendet; sondern daß es der Mensch ist, wenn er im Bösen, der sein Angesicht abwendet; wie vom Herrn durch Jes.59/2 gesagt worden: "Eure Missetaten sind es, die da scheiden zwischen euch und eurem Gott; und eure Sünden verbergen die Angesichte vor euch". So auch hier, daß sie sich verborgen haben vor dem Angesicht Jehovahs, weil sie nackt waren.

224. Die Barmherzigkeit, der Friede, alles Gute, oder das Angesicht Jehovahs sind es, die eine Einsprache hervorbringen bei denen, die ein Innewerden haben, auch bei denen, die ein Gewissen haben, jedoch mit einem Unterschied, und sie wirken immer in barmherziger Weise. Sie werden aber aufgenommen je nach dem Zustand, in welchem der Mensch ist.

Der Stand dieses Menschen oder dieser Nachkommenschaft der Ältesten Kirche war das natürlich Gute; und die im natürlich Guten sind, sind von der Art, daß sie sich verbergen aus Furcht und aus Scham, daß sie nackt sind; die aber in keinem natürlich Guten sind, verbergen sich nicht einmal, weil sie sich nicht schämen; von ihnen ist die Rede bei Jerem.8/12,13, man sehe Nr. 217.

225. Daß die Mitte des Baumes des Gartens das natürlich Gute bedeute, in dem einiges Innewerden ist, das Baum genannt wird, kann man auch abnehmen von dem Garten, in dem der himmlische Mensch war, denn Garten heißt alles das, was gut und wahr ist, mit einem Unterschied je nach dem Menschen, der ihn bebaut. Das Gute ist nicht gut, wenn nicht sein Innerstes himmlisch ist, aus dem oder durch das vom Herrn ein Innewerden kommt. Dieses Innerste wird Mitte genannt, wie auch (sonst) im Wort.

226. Vers 9,10: Und Jehovah Gott rief dem Menschen zu und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Deine Stimme hörte ich im Garten und fürchtete mich, weil ich nackt bin und verbarg mich.

Was das Rufen sei, was die Stimme im Garten, und warum sie sich fürchteten ob der Nacktheit und sich verbargen, ist schon oben erklärt worden. Es ist gewöhnlich im Worte, daß der Mensch zuerst gefragt wird, wo und was, obwohl der Herr alles zuvor weiß; aber der Zweck der Frage ist, daß der Mensch anerkenne und bekenne.

227. Aber man muß wissen, woher das Innewerden, die innere Stimme und das Gewissen kommen. Weil dies heutzutage völlig unbekannt ist, darf ich etwas hierüber berichten.

Es ist die gewisseste Wahrheit, daß der Mensch durch Geister und Engel vom Herrn regiert wird; wenn die bösen Geister anfangen zu herrschen, dann bemühen sich die Engel, das Böse und Falsche abzuwenden, daher entsteht ein Kampf; dieser Kampf ist es, der durch das Innewerden, die innere Stimme und das Gewissen empfunden wird. Aus ihnen, sowie aus den Versuchungen hätte der Mensch deutlich wissen können, daß Geister und Engel bei ihm sind, wenn er nicht im Fleischlichen so ganz leibte und lebte, daß er nichts glaubte, was man von Geistern und Engeln sagt; daher Menschen von dieser Art, wenn sie hundertmal Kämpfe verspürten, doch immerhin sagen würden, es seien Phantasien, und eine gewisse Krankheit der Seele verursache dergleichen.

Die Kämpfe und ein lebendiges Gefühl von ihnen sind mir tausend- und aber tausendmal, und beinahe ununterbrochen nun schon seit einigen Jahren zu empfinden gegeben worden, dann welche (Geister) es waren, von welcher Art, wo, wann sie sich heranmachten, wann sie sich entfernten, auch sprach ich mit ihnen.

228. Wie scharf die Wahrnehmung der Engel sei, ob etwas, das wider das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebe ist (bei dem Menschen eintrete), kann nicht beschrieben werden. Sie nehmen tausendmal mehr wahr, von welcher Art das ist, was eintritt und wann es eintritt, als der Mensch selbst, der kaum etwas davon weiß. Das Kleinste eines Gedankens bei dem Menschen ist den Engeln wahrnehmbarer als dessen Größtes, was zwar unglaublich, aber doch die gewisseste Wahrheit ist.

229. Vers 11-13: Und Er sprach: Wer hat dir angezeigt, daß du nackt seist? hast du nicht von dem Baum, von dem Ich dir gebot, nicht zu essen, gegessen? Und der Mensch sprach: Das Weib, das Du mir beigegeben hast, sie hat mir von dem Baume gegeben und ich aß. Und Jehovah Gott sprach zum Weibe: Warum hast du dies getan? Und das Weib sprach: Die Schlange hat mich berückt, und ich aß.

Was dies bedeute erhellt aus dem früher Erklärten, daß nämlich die Vernunft des Menschen von dem Eigenen, das ihm lieb war oder von der Selbstliebe sich berücken ließ, daß sie nichts glaubte, wofern sie es nicht sah und empfand. Jeder kann sehen, daß Jehovah Gott die Schlange nicht angeredet hat, und daß es keine Schlange war, und daß Er auch das Sinnliche nicht angeredet hat, das durch die Schlange bezeichnet wird, sondern daß es etwas anderes in sich schließt, daß sie nämlich inne wurden, sie seien durch die Sinne berückt worden, und daß sie, weil sie sich selbst liebten, zu erkennen begehrten, ob das wahr sei, was sie gehört hatten betreffend den Herrn und den Glauben an Ihn, und so erst glauben wollten.

230. Das herrschende Böse dieser Nachkommenschaft war die Selbstliebe, nicht sowohl zugleich Weltliebe wie heutzutage; denn sie lebten innerhalb ihrer Häuser und Familien, und trachteten nicht nach Reichtümern.

231. Das Böse nicht nur der Ältesten Kirche, die vor der Sündflut war, sondern auch das Böse der Alten Kirche nach der Sündflut, dann das Böse der jüdischen Kirche, war auch hernach das Böse der neuen Kirche oder der aus den Heiden nach der Ankunft des Herrn, sowie auch das Böse der jetzigen Kirche ist, daß man nicht dem Herrn oder dem Worte glaubt, sondern sich selbst und seinen Sinnen, daher der Unglaube; und wenn kein Glaube da ist, so ist auch keine Nächstenliebe da, somit alles falsch und böse.

232. Heutzutage ist es noch viel schlimmer als ehemals, da man den Unglauben der Sinne begründen kann durch Wissenschaftliches, das den Alten unbekannt war, daher eine so große Finsternis, daß sie gar nicht beschrieben werden kann. Wüßte der Mensch, wie groß die daraus hervorgegangene Finsternis ist, er würde staunen.

233. Durch Wißtümliches die Geheimnisse des Glaubens prüfen (explorare), ist so unmöglich, als einem Kamel durch ein Nadelöhr zu gehen; und ebenso unmöglich, als es einer Rippe ist, die reinsten Fiberchen der Brust und des Herzens zu regieren; so grob und noch viel gröber ist das Sinnliche und Wißtümliche im Vergleich mit dem Geistigen und Himmlischen. Wer bloß die Naturgeheimnisse, die unzählig sind, erforschen will, entdeckt kaum eines, und wenn er ihnen nachforscht, verfällt er in Falschheiten, wie wohl bekannt ist; wieviel mehr bei den Geheimnissen des geistigen und himmlischen Lebens, wo Myriaden sind für eines, das in der unsichtbaren Natur ist? Zur Erläuterung diene nur dies Beispiel: der Mensch kann von sich nicht anders als Böses tun, und sich vom Herrn abwenden; der Mensch jedoch tut es nicht, sondern die bösen Geister, die bei ihm sind; auch nicht die bösen Geister, sondern das Böse selbst, das sie sich selbst angeeignet haben, und gleichwohl tut der Mensch Böses und wendet sich ab und ist in Schuld, und doch lebt der Mensch nur vom Herrn. Umgekehrt, der Mensch kann von sich niemals Gutes tun, und sich dem Herrn zuwenden, sondern von den Engeln her; auch die Engel können es nicht, sondern allein der Herr; gleichwohl kann der Mensch wie von sich Gutes tun, und sich dem Herrn zuwenden; daß dem so ist, kann man niemals mit den Sinnen, mit der Wissenschaft und Philosophie begreifen. Werden diese zu Rate gezogen, so wird es gänzlich geleugnet, da es doch an sich wahr ist; so in gleicher Weise bei allem übrigen. Hieraus erhellt, daß die, welche Sinnliches und Wißtümliches über Glaubenssachen zu Rate ziehen, nicht allein im Zweifel, sondern auch in Leugnung, das ist in Finsternis sich stürzen, und wenn in Finsternis, auch in alle Lüste; denn wenn man das Falsche glaubt, so tut man auch das Falsche, und wenn man glaubt, es gebe nichts Geistiges und Himmlisches, so glaubt man, es gebe allein Körperliches und Weltliches, somit liebt man alles, was sein eigen und der Welt ist, infolgedessen dann aus dem Falschen Lüste und Böses.

* *

*

14. Und Jehovah Gott sprach zur Schlange: Weil du dies getan hast, bist du verflucht vor allem Tier, und vor allem Wild des Feldes, auf deinem Bauche sollst du gehen und Staub essen alle Tage deines Lebens.

15. Und Feindschaft will Ich setzen zwischen dir und zwischen dem Weibe; und zwischen deinem Samen und zwischen ihrem Samen; Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst Ihm die Ferse verletzen.

16. Und zum Weibe sprach Er: Sehr will Ich vervielfältigend vervielfältigen deinen Schmerz und deine Empfängnis, in Schmerzen wirst du Söhne gebären und deinem Manne sollst du gehorsam sein und er soll über dich herrschen.

17. Und zum Menschen sprach Er: Weil du gehört hast auf die Stimme deiner Gattin, und gegessen vom Baume, von dem Ich dir gebot, sprechend: du sollst nicht von ihm essen, ist verflucht der Boden um deinetwillen, in großen Schmerzen wirst du essen von ihm, alle Tage deines Lebens.

18. Und Dorn und Distel wird er dir bringen, und du wirst essen das Kraut des Feldes.

19. Im Schweiß deines Angesichtes wirst du Brot essen, bis du zurückkehrst in den Boden, weil aus ihm du genommen bist, denn Staub bist du, und zum Staube wirst du zurückkehren.

 

Inhalt

234. Es wird beschrieben der folgende Zustand der Kirche bis zur Sündflut; und weil die Kirche sich damals gänzlich verdarb, so wird vorausgesagt, daß der Herr in die Welt kommen und das Menschengeschlecht erretten werde.

235. Weil sie nichts mehr glauben wollten, als was sie mit den Sinnen begriffen, so brachte das Sinnliche, das die Schlange ist, den Fluch über sich und wurde höllisch: Vers 14.

236. Damit nun nicht der ganze Mensch sich in die Hölle stürzen möchte, hat der Herr verheißen, daß Er in die Welt kommen werde: Vers 15.

237. Weiter wird durch das Weib die Kirche beschrieben, die sich oder das Eigene so liebte, daß sie nichts Wahres mehr fassen konnte, obwohl ihnen die Vernunft gegeben war, die herrschen sollte: Vers 16.

238. Dann die Vernunftkraft, wie sie beschaffen war, daß sie beistimmte, und so auch über sich den Fluch brachte und höllisch wurde, so daß keine Vernunft mehr blieb, sondern Vernünftelei: Vers 17.

239. Es wird beschrieben der Fluch und die Verwüstung; wie auch ihre wilde Tiernatur: Vers 18.

240. Dann ihre Abneigung gegen alles, was Sache des Glaubens und der Liebe ist, und daß sie so aus Menschen zu Unmenschen wurden: Vers 19.

 

Innerer Sinn

241. Die Uralten, die himmlisch waren, waren von der Art, daß sie alles, was sie je in der Welt und auf Erden sahen, zwar sahen, dabei an das Himmlische und Göttliche dachten, das es bezeichnete oder vorbildete; ihr Sehen war bloß etwas Werkzeugliches, daher auch ihre Redeweise von dieser Art war. Jeder kann aus eigener Erfahrung wissen, was es damit für eine Bewandtnis hatte, denn wer auf den Sinn der Worte eines Redenden achtsam merkt, der hört zwar die Worte, aber er hört sie gleichsam nicht, er faßt nur den Sinn; und wer weiter denkt, merkt nicht einmal auf den Sinn der Worte, sondern auf das Allgemeinere des Sinnes.

Diese Nachkommenschaften aber, von denen jetzt gehandelt wird, waren nicht wie ihre Väter; wenn sie Weltliches oder Irdisches sahen, so hingen sie, weil sie es liebten, mit ihrem Gemüte daran, und dachten über dasselbe und aus ihm über das Himmlische und Göttliche. So begann ihnen das Sinnliche die Hauptsache zu werden, nicht wie ihren Vätern etwas Werkzeugliches. Und wenn das Weltliche und Irdische die Hauptsache wird, dann vernünftelt man aus diesem über das Himmlische und verblendet sich.

Jeder kann auch aus eigener Erfahrung wissen, wie es sich damit verhält; denn wer nicht auf den Sinn der Worte eines Redenden merkt, sondern auf die Wörter, der faßt wenig vom Sinn, noch weniger vom Allgemeinen des Sinnes, und urteilt zuweilen aus einem einzigen Wort, ja aus einem einzigen Redezeichen (grammaticale) über alles, das, was einer spricht.

242. Vers 14: Und Jehovah Gott sprach zur Schlange: Weil du dies getan hast, bist du verflucht vor allem Tier, und vor allem Wild des Feldes; auf deinem Bauche sollst du gehen und Staub essen alle Tage deines Lebens.

Daß Jehovah Gott zur Schlange sprach, bedeutet, daß sie inne wurden, ihr Sinnliches trage die Schuld; daß die Schlange verflucht sei vor allem Tier und Wild des Feldes bedeutet, daß das Sinnliche sich vom Himmlischen abgewandt und sich dem Leiblichen zugewandt, und so den Fluch über sich gebracht habe. Das Tier und das Wild des Feldes bedeutet hier, wie früher, Triebe. Daß die Schlange auf dem Bauch gehen sollte heißt, das Sinnliche konnte nicht mehr aufwärts zum Himmlischen blicken, sondern nur abwärts zum Leiblichen und Irdischen. Daß sie Staub essen sollte alle Tage des Lebens heißt, das Sinnliche sei so geworden, daß es von etwas anderem als vom Leiblichen und Irdischen nicht leben konnte, somit höllisch.

243. Im ältesten himmlischen Menschen war das Sinnliche des Leibes von der Art, daß es ihrem inneren Menschen folgte und diente, und außerdem kümmerten sie sich nicht um dasselbe. Als sie aber sich selbst zu lieben anfingen, zogen sie das Sinnliche dem inneren Menschen vor, daher trennte es sich und wurde fleischlich, und somit verdammt.

244. Daß Jehovah Gott zur Schlange sprach, bedeutet, daß sie inne wurden, ihr Sinnliches trage die Schuld, ist schon oben gezeigt worden; daher sich hierbei nicht aufzuhalten ist.

245. Daß: "Er sprach zur Schlange, verflucht bist du vor allem Tier und vor allem Wild des Feldes", bedeutet, daß das Sinnliche sich vom Himmlischen abgewandt und dem Leiblichen sich zugewandt und so sich verdammt oder sich verflucht habe, kann genugsam erhellen aus dem inneren Sinn des Wortes; Jehovah oder Gott der Herr verflucht niemand, Er zürnt niemanden, Er führt niemand in Versuchung, Er straft niemand. Geschweige denn, daß Er verfluchte; sondern die teuflische Rotte tut solches; aus der Quelle der Barmherzigkeit, des Friedens und der Güte kann solches niemals kommen. Wenn aber hier und sonst hin und wieder im Worte gesagt wird, daß Jehovah Gott nicht nur das Angesicht abwende, zürne, strafe, versuche, sondern auch töte, ja verfluche, so geschieht dies darum, daß man glauben möge, der Herr regiere und ordne alles und jedes im Weltall, auch selbst das Böse, die Strafen, die Versuchungen; und damit, wenn man diese allgemeinste Vorstellung einmal angenommen hat, man alsdann auch lerne, wie Er regiert und ordnet, und daß Er das Böse der Strafe und das Böse der Versuchungen zum Guten wende; die Ordnung des Lehrens und Lernens im Wort geht vom Allgemeinsten aus; daher der Buchstabensinn von solchem Allgemeinsten voll ist.

246. Daß "das Tier und das Wild des Feldes" Triebe (affectiones) bedeuten, kann aus dem erhellen, was über das Tier und das Wild schon früher gesagt worden ist. Dem man noch beifügen mag, was bei Ps.68/10,11 steht: "Den Regen der wohlwollenden Gesinnungen lässest Du träufeln, o Gott; Dein ermattetes Erbe, Du stärkest es; Dein Wild wird darin wohnen": wo auch Wild für den Trieb zum Guten steht, weil es im Erbe Gottes wohnen soll. Daß es hier Tier und Wild des Feldes heißt, so wie auch 1. Mose 2/19,20, hingegen 1. Mose 1/24,28 Tier und Wild der Erde, hat seine Grund darin, daß gehandelt wird von der Kirche oder von dem wiedergeborenen Menschen; im ersten Kapitel aber von der Nicht-Kirche oder von dem wiederzugebärenden Menschen; denn Feld ist ein Wort, das angewandt wird auf die Kirche oder den Wiedergeborenen.

247. Daß "die Schlange auf dem Bauch gehen sollte" heißt, das Sinnliche konnte nicht mehr aufwärts zum Himmel blicken wie früher, sondern niederwärts zum Leiblichen und Irdischen, was daraus erhellt, daß vor Alters her durch Bauch dasjenige bezeichnet wurde, was der Erde am nächsten ist; durch Brust, was über der Erde ist; und durch Haupt, was das Höchste ist; so hier, daß das Sinnliche, das an sich das Unterste am Menschen ist, weil es sich zum Irdischen hingewandt hat, auf dem Bauche gehen sollte. Dies wurde auch in der jüdischen Kirche bezeichnet durch das Niederdrücken des Bauches bis zur Erde und durch das Streuen des Staubes auf das Haupt, wie bei Ps.44/25-27: "Warum verbirgst Du Dein Antlitz, vergissest unsres Elendes und unsres Druckes; denn niedergebeugt zum Staube ist unsere Seele, und an der Erde klebet unser Bauch; mach Dich auf, zur Hilfe uns, und erlöse uns um Deiner Barmherzigkeit willen": auch hier erhellt, daß der Mensch, wenn er sich vom Angesichte Jehovahs abwendet, am Staub und an der Erde mit dem Bauche klebt.

Bei Jonas wird auch durch den Bauch des großen Fisches, in den er geworfen wurde, bezeichnet das Untere der Erde, wie erhellt bei der Weissagung, Jona 2/3: "Aus dem Bauche der Hölle habe ich geschrieen, Du hörtest meine Stimme": wo Hölle soviel ist als die untere Erde.

248. Wenn der Mensch auf das Himmlische sah, so wurde gesagt, daß er aufrecht gehe, und nach oben her oder, was dasselbe ist, nach vorne blicke; wenn er hingegen auf das Leibliche und Irdische sah, daß er gebeugt sei zur Erde, und niederwärts oder rückwärts sehe; wie

3. Mose 26/13: "Ich Jehovah, euer Gott, Welcher euch ausführte aus dem Lande Ägypten, damit ihr ihnen nicht Knechte wäret, und zerbrach die Bande eures Jochs, und ließ euch aufrecht gehen".

Micha 2/3: "Nicht werdet ihr daraus ziehen eure Hälse, und nicht aufrecht gehen".

Jerem.Klagel.1/8,13: "Eine Sünde hat gesündigt Jerusalem, darum schätzten sie dieselbe gering, weil sie ihre Blöße gesehen, auch seufzte sie und wandte sich rückwärts. Aus der Höhe sandte er Feuer in meine Gebeine und ließ mich rückwärts sinken, machte mich öde".

Jes.44/24,25: "Jehovah, dein Erlöser, Der die Weisen rückwärts wendet, und ihr Wissen zur Narrheit macht".

249. Daß durch "Staub essen alle Tage des Lebens" bezeichnet wird, das Sinnliche sei so geworden, daß es von etwas anderem als vom Leiblichen und Irdischen nicht leben könnte, somit höllisch, erhellt auch aus der Bedeutung des Staubes im Worte, wie bei

Micha 7/14,16,17: "Weide Dein Volk wie in den Tagen der Ewigkeit, es sollen es Völkerschaften sehen und erröten ob all ihrer Macht, sie werden Staub lecken wie die Schlange, und wie das Gewürm der Erde sich herausmachen aus ihren Kerkern": Tage der Ewigkeit soviel als: die Älteste Kirche, Völkerschaften soviel als: diejenigen, die dem Eigenen vertrauen, von denen gesagt wird, sie lecken Staub wie die Schlange.

Ps.72/9: "Vor Gott sollen sich krümmen die Barbaren und Seine Feinde sollen Staub lecken": Feinde soviel als diejenigen, die bloß auf das Irdische und Weltliche sehen.

Jes.65/25: "Die Schlange, Staub ist ihr Brot".

Weil Staub diejenigen bezeichnete, die nicht auf das Geistige und Himmlische, sondern aufs Leibliche und Irdische sehen, so wurde vom Herrn den Jüngern geboten, sie sollten, wenn eine Stadt oder ein Haus nicht würdig wäre, den Staub ihrer Füße abschütteln: Matth.10/14; daß Staub das Verdammte und Höllische bedeutet, darüber sehe man mehreres bei dem 19. Vers.

250. Vers 15: Und Feindschaft will Ich setzen zwischen dir und zwischen dem Weibe; und zwischen deinem Samen und zwischen ihrem Samen; Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst Ihm die Ferse verletzen.

Niemandem ist heutzutage unbekannt, daß dies die erste Weissagung von der Ankunft des Herrn in die Welt ist. Aus den Worten selbst auch ergibt es sich klar. Daher und aus den Propheten wissen auch die Juden, daß der Messias kommen werde. Aber noch niemand weiß, was unter der Schlange, unter dem Weibe, unter dem Samen der Schlange, unter dem Samen des Weibes, unter dem Kopf der Schlange, den Er zertreten soll, und unter der Ferse, welche die Schlange verletzen werde, insbesondere verstanden wird, daher es angegeben werden soll.

Unter der Schlange wird hier verstanden im allgemeinen alles Böse, insbesondere die Selbstliebe; unter dem Weibe wird verstanden die Kirche; unter dem Samen der Schlange aller Unglaube; unter dem Samen des Weibes der Glaube an den Herrn, unter Ihm der Herr selbst; unter dem Kopf der Schlange die Herrschaft des Bösen im allgemeinen und der Selbstliebe insbesondere; unter zertreten die Unterdrückung, daß sie auf dem Bauch geht und Staub ißt; unter der Ferse das unterste Natürliche, als das Leibliche, das die Schlange verletzen würde.

251. Daß unter der Schlange verstanden wird alles Böse im allgemeinen und die Selbstliebe insbesondere, kommt daher, daß alles Böse aus dem Sinnlichen und dann auch aus dem Wißtümlichen, die zuerst durch die Schlange bezeichnet worden sind, entstanden ist, daher nun das Böse selbst jeder Art, und insbesondere die Selbstliebe oder der Haß gegen den Nächsten und den Herrn, der dasselbe ist, was die Selbstliebe (bezeichnet wird). Dieses Böse oder dieser Haß wird, weil er mannigfach ist, und mehrere Gattungen und noch mehrere Arten hat, im Wort unterschieden durch die Gattungen der Schlangen (serpentum), wie durch Schlangen (angues), Basilisken (regulos), Ottern (aspides), Blutschlangen (haemorrheos), Prester oder feurige Schlangen, durch fliegende wie auch kriechende Schlangen durch Vipern, somit je nach den Verschiedenheiten des Giftes, das der Haß ist; wie bei

Jes.14/29: "Freue dich nicht; du ganzes Philistäa, daß zerbrochen ist die Rute, die dich schlug, denn von der Wurzel der Schlange wird ein Basilisk hervorgehen, und ihre Frucht ein fliegender (Prester sein)": die Wurzel der Schlange ist das Sinnliche und Wißtümliche; der Basilisk ist das Böse aus dem daherkommenden Falschen; die fliegende Feuerschlange ist die Begierde, die der Selbstliebe angehört.

Und bei demselben Propheten heißt es von ebendenselben noch anders also, Jes.59/5: "Basiliskeneier werden sie ausbrüten und Spinnweben weben; wer ißt von ihren Eiern, stirbt; und wenn (eines) ausgedrückt wird, so schlüpft eine Viper aus".

Diese Schlange wird in der Joh.Offenb.12/3,9 und 20/2 genannt ein rötlicher und großer Drache und die alte Schlange, dann auch Teufel und Satan, der den ganzen Erdkreis verführt; hier und anderwärts wird unter dem Teufel niemals verstanden ein Teufel als Fürst der anderen, sondern die ganze Rotte der bösen Geister und das Böse selbst.

252. Daß unter dem Weibe die Kirche verstanden wird, kann aus der himmlischen Ehe erhellen, von der Nr. 155 die Rede war. Die himmlische Ehe ist von der Art, daß der Himmel und somit die Kirche vereinigt wird mit dem Herrn durch das Eigene, so daß sie im Eigenen ist; denn ohne Eigenes gibt es keine Vereinigung; und wenn in dieses Eigene der Herr aus Barmherzigkeit die Unschuld, den Frieden, das Gute einpflanzt, so erscheint es zwar als Eigenes, aber als ein himmlisches und höchst seliges, wie man Nr. 164 sehen mag. Von welcher Art aber das himmlische und engelische Eigene, das vom Herrn, und von welcher Art das höllische und teuflische Eigene sei, das vom Selbstigen ist, kann noch nicht gesagt werden; der Unterschied ist wie zwischen dem Himmel und der Hölle.

253. Wegen des himmlischen und engelischen Eigenen wird die Kirche im Wort genannt Weib, wie auch Gemahlin, dann Braut, Jungfrau, Tochter; Weib heißt sie in der Joh.Offenb.12/1,4,5,13: "Ein Weib mit der Sonne umgeben, und der Mond unter ihren Füßen, und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen, und der Drache verfolgte das Weib, das den Männlichen geboren hatte": wo unter dem Weib verstanden wird die Kirche, unter der Sonne die Liebe, unter dem Mond der Glaube, unter den Sternen die Glaubenswahrheiten, wie oben, das die bösen Geister hassen und aus allen Kräften verfolgen. Weib wie auch Gemahlin.

Jes.54/5,6: "Weil dein Gemahl dein Macher (ist), Jehovah Zebaoth Sein Name, und dein Erlöser, der Heilige Israels, Gott der ganzen Erde heißt; denn als ein Weib, das verlassen und betrübten Geistes war, berief dich Jehovah, und die Gemahlin der Jugend": wo der Gemahl als Macher in einer gewissen Mehrheit (steht), weil das Eigene zugleich (damit bezeichnet ist); das verlassene Weib und die Gemahlin der Jugend insbesondere steht für die Alte und Älteste Kirche.

In ähnlicher Weise bei Mal.2/14: "Jehovah hat gezeugt zwischen dir und der Gemahlin deiner Jugend".

Gemahlin und Braut in der Joh.Offenb.21/2,9: "Ich sah die heilige Stadt Jerusalem herbsteigen von Gott, aus dem Himmel, zubereitet wie eine Braut, geschmückt für ihren Mann; komm, ich will dir zeigen die Braut, die Gemahlin des Lammes". Die Benennung Jungfrau und Tochter ist gewöhnlich bei den Propheten.

254. Daß unter dem Samen der Schlange verstanden wird aller Unglaube, erhellt aus der Bedeutung der Schlange, daß sie alles Böse ist. Der Same ist das, was hervorbringt und hervorgebracht wird oder was erzeugt und erzeugt wird. Und weil hier von der Kirche die Rede ist, so ist es der Unglaube. Bei Jesajas wird genannt Same der Bösewichte, Same des Ehebrechers, Same der Lüge, wo die Rede ist von der verkehrten jüdischen Kirche:

Jes.1/4: "Wehe der sündigen Völkerschaft, dem Volke schwer von Missetat, dem Samen der Bösewichte, den verderblichen Söhnen! Verlassen haben sie Jehovah, herausgefordert den Heiligen Israels, sich rückwärts abgewendet".

Jes.57/3,4: "Tretet herzu ihr Söhne der Zauberin, Same des Ehebrechers, seid ihr nicht Kinder der Übertretung, ein Same der Lüge".

Jes.14/19,20: "Du bist geworfen aus deinem Grabe, wie ein abscheulicher Zweig, denn dein Land hast du verdorben, dein Volk erwürgt; nicht soll genannt werden in Ewigkeit der Same der Bösewichte": wo die Rede ist von der Schlange oder dem Drachen, der dort Luzifer heißt.

255. Daß unter dem Samen des Weibes verstanden wird der Glaube an den Herrn, erhellt aus der Bedeutung des Weibes, welche die Kirche ist. Ihr Same ist nichts anderes als der Glaube; vom Glauben an den Herrn ist und heißt sie Kirche.

Bei Mal.2/14,15 wird der Glaube genannt Same Gottes: "Jehovah hat gezeugt zwischen dir und zwischen der Gemahlin deiner Jugend, und nicht einer tat es, und ein Überrest, der Geist hat, und was ist der eine, der den Samen Gottes sucht, aber habt acht in eurem Geist, daß er gegen die Gemahlin deiner Jugend nicht treulos handle": wo die Gemahlin der Jugend die Alte und Älteste Kirche ist, von deren Samen oder Glauben die Rede ist.

Jes.44/3: "Ich will Wasser ausgießen auf den Dürstenden und Ströme auf das Trockene; ausgießen will Ich (Meinen) Geist auf deinen Samen und Meinen Segen auf deine Sprößlinge": auch hier von der Kirche.

Joh.Offenb.12/17: "Erzürnt war der Drache wider das Weib, und ging hin, um Krieg zu führen mit den übrigen ihres Samens, welche die Gebote Gottes hielten und das Zeugnis Jesu Christi haben".

Ps.89/4,5,30,37: "Ich habe einen Bund geschlossen (mit) Meinem Auserwählten, habe geschworen David Meinem Knechte, auf ewig will Ich befestigen deinen Samen und werde immerwährend machen seinen Samen und seinen Thron, wie die Tage der Himmel; sein Same wird in Ewigkeit sein und sein Thron wie die Sonne vor Mir": wo unter David verstanden wird der Herr, unter dem Thron Sein Reich; unter der Sonne die Liebe, unter dem Samen der Glaube.

256. Nicht bloß der Glaube heißt Same des Weibes, sondern der Herr selbst, sowohl weil Er allein Glauben gibt und so der Glaube ist, als auch weil Ihm gefiel, geboren zu werden, und zwar in einer solchen Kirche, die durch die Selbst- und Weltliebe ganz ins höllische und teuflische Eigene versunken war; um vermöge Seiner göttlichen Macht das göttlich-himmlische Eigene mit dem menschlichen Eigenen in Seinem menschlichen Wesen zu vereinigen, damit sie in Ihm eins würden; wenn Er es nicht vereinigt hätte, so wäre die Welt gänzlich verlorengegangen; weil der Herr so der Samen (semen) des Weibes ist, so wird in 1. Mose 3/15 nicht gesagt "Es" (Illud, scil. semen) sondern "Er" (Ille).

257. Daß unter dem Kopf der Schlange verstanden wird die Herrschaft des Bösen im allgemeinen und der Selbstliebe insbesondere, kann erhellen aus der Natur derselben, die von der Art ist, daß sie nicht allein nach Herrschaft trachtet, sondern sogar nach der Herrschaft über alles auf Erden; und auch so ruht sie nicht sondern (will) über alles im Himmel (herrschen), und auch so nicht einmal, sondern über den Herrn; und selbst dann würde sie nicht ruhen, dies liegt in jedem Funken der Selbstliebe verborgen; man lasse sie nur gewähren und entfeßle sie einigermaßen, so wird man finden, daß sie sogleich darauf losrennen und bis dahin anwachsen würde, daraus erhellt, wie die Schlange oder das Böse der Selbstliebe herrschen will, und denjenigen, über den sie nicht herrschen kann, haßt. Dies ist der Kopf der Schlange, der sich erhebt, und den der Herr niedertritt und zwar bis zur Erde, daß sie auf dem Bauche geht und Staub ißt, wie es im zunächst vorhergehenden Verse heißt.

So wird die Schlange oder der Drache, der genannt wird Luzifer, beschrieben bei Jes.14/13-15: "Luzifer, du sprachst in deinem Herzen, in die Himmel will ich steigen, über die Sterne Gottes erhöhen meinen Thron, und will sitzen auf dem Berge der Versammlung, zu Seiten der Mitternacht, ich will aufsteigen über die Höhen der Wolke, gleich werden dem Höchsten, aber zur Hölle wirst du hinabgestoßen sein, zu den Seiten der Grube".

Die Schlange oder der Drache wird auch beschrieben in der Joh.Offenb.12/3,9: "Der große rote Drache hatte sieben Häupter und zehn Hörner, und auf seinen Häuptern viele Diademe (sieben), aber er wurde auf die Erde geworfen": wo beschrieben wird, wie hoch er das Haupt emporhebt.

Ps.110/1,2,6,7: "Spruch Jehovas zu Meinem Herrn: Setze Dich zu Meiner Rechten, bis ich Deine Feinde zum Schemel Deiner Füße gemacht; das Zepter Deiner Stärke wird Jehovah aus Zion senden, wird die Völkerschaften richten, Er hat mit Leichnamen erfüllt, zerschellt das Haupt über vieles Land; aus dem Strom am Wege wird Er trinken, darum wird Er das Haupt erhöhen".

258. Daß unter zertreten oder zerschellen verstanden wird Unterdrückung, bis daß sie auf dem Bauch geht und Staub ißt, ist nun (aus diesem) und aus dem vorhergehenden Vers klar. In ähnlicher Weise auch

Jes.26/5,6: "Jehovah hat herabgeworfen die Bewohner der Höhe, die erhöhte Stadt, erniedrigen wird Er sie, wird sie erniedrigen bis zur Erde, sie hinabstoßen in den Staub, es wird der Fuß sie zertreten".

Jes.28/2,3: "Er wird sie niederwerfen zur Erde mit der Hand, mit Füßen werden sie zertreten werden, die Krone des Stolzes".

259. Daß unter der Ferse verstanden wird das unterste Natürliche oder das Leibliche, kann man nicht wissen, wenn man nicht weiß, wie die Uralten das, was im Menschen ist, betrachtet haben: sein Himmlisches und Geistiges bezogen sie auf das Haupt und das Angesicht; was aus jenem sein Dasein hatte, als die Liebtätigkeit und Barmherzigkeit, auf die Brust; das Natürliche aber auf den Fuß; das untere Natürliche auf die Fußsohle; das unterste Natürliche und das Leibliche auf die Ferse; und sie bezogen es nicht bloß darauf, sondern nannten es auch so. Das Unterste der Vernunft oder das Wißtümliche ist auch verstanden worden unter dem, was Jakob von Dan weissagte, 1. Mose 49/17: "Dan wird eine Schlange auf dem Wege sein, eine Otter auf dem Pfade, beißend in die Fersen des Pferdes und es fällt der Reiter rückwärts", und was bei David vorkommt Ps.49/6: "Die Missetat meiner Fersen hat mich umgeben". Ebenso was von Jakob erzählt wird, daß, als er herauskam, seine Hand die Ferse Esaus angefaßt habe, und er daher Jakob genannt worden sei: 1. Mose 25/26. Der Name Jakob kommt her von der Ferse, weil die durch Jakob bezeichnete jüdische Kirche die Ferse verletzte.

Die Schlange kann nur das unterste Natürliche verletzen, nicht aber, wofern es nicht Vipernarten sind, das innere Natürliche im Menschen, noch weniger das Geistige und am wenigsten das Himmlische; diese erhält der Herr und verbirgt sie, ohne daß der Mensch darum weiß; was der Herr verbirgt, wird im Wort Überreste genannt. Wie aber die Schlange jenes Unterste beim Menschen vor der Sündflut zerstört habe durch das Sinnliche und die Selbstliebe, und wie sie es zerstört haben bei den Juden durch Sinnliches, durch Traditionen und läppische Dinge und durch Selbst- und Weltliebe, und wie sie heutzutage zerstört und zerstört hat durch Sinnliches, Wißtümliches und Philosophisches und zugleich durch ebendieselben Triebe, soll nach der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn im Folgenden gesagt werden.

260. Aus diesem erhellt, daß der Kirche jener Zeit geoffenbart worden, der Herr werde in die Welt kommen, um sie zu erretten.

261. Vers 16: Und zum Weibe sprach Er: Sehr will ich vervielfältigend vervielfältigen deinen Schmerz und deine Empfängnis; in Schmerzen wirst du Söhne gebären und deinem Manne sollst du gehorsam sein, und er soll über dich herrschen.

Durch das Weib wird nun die Kirche bezeichnet, von dem Eigenen, das sie liebte; durch vervielfältigend vervielfältigen den Schmerz wird bezeichnet der Kampf und die Angst infolge des Kampfes; durch die Empfängnis alles Denken; durch die Söhne, die sie in Schmerzen gebären sollte, Wahrheiten, die sie also hervorbringen würde; durch den Mann hier wie früher das Vernünftige, dem sie gehorchen und das herrschen soll.

262. Daß durch das Weib die Kirche bezeichnet wird, ist früher gesagt worden; hier die verkehrte Kirche, von dem Eigenen, das vorher durch das Weib bezeichnet worden ist, weil von der Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, die eine verkehrte wurde, gehandelt wird.

263. Wenn also das Sinnliche sich abwendet oder den Fluch über sich bringt, so ist die Folge, daß die bösen Geister mit Macht zu kämpfen und die Engel, die bei dem Menschen sind, ins Gedränge zu kommen anfangen, daher der Kampf also beschrieben wird durch vervielfältigend vervielfältigen den Schmerz bei der Empfängnis und bei der Geburt der Söhne, d.h. beim Denken und Hervorbringen des Wahren.

264. Daß die Empfängnis und die Geburt der Söhne im Wort auch nicht anders genommen werden als im geistigen Sinn, nämlich die Empfängnis für das Denken und Dichten des Herzens und die Söhne für Wahrheiten, kann aus Folgendem erhellen:

Hos.9/11,12: "Ephraim, wie der Vogel wird wegfliegen ihre Herrlichkeit, von der Geburt und vom Mutterleib und von der Empfängnis, wenn sie auch groß gezogen haben ihre Söhne, so will Ich sie kinderlos machen, daß sie nicht Menschen sind; ja, auch wehe ihnen, daß Ich von ihnen gewichen bin": wo Ephraim die Einsichtsvollen oder die Einsicht ins Wahre bedeutet, und die Söhne die Wahrheiten selbst.

Ebenso anderwärts von Ephraim oder dem Einsichtsvollen, der unweise geworden, Hos.13/13: "Die Schmerzen einer Kreißenden kamen ihm; er ist ein unweiser Sohn, weil er zur Zeit nicht stehen wird im Mutterdurchbruch der Söhne".

Jes.23/4,5: "Erröte Zidon, weil gesprochen hat das Meer, die Feste des Meeres, sprechend: Ich habe nicht gekreißt und nicht geboren, nicht groß gezogen Jünglinge, noch auferzogen Mädchen, wie wenn das Gerücht Ägypten beträfe, werden sie kreißen bei dem Gerüchte von Tyrus": wo Zidon für diejenigen steht, die in Glaubenserkenntnissen waren, und dieselben durch Wißtümliches verdorben haben und daher unfruchtbar geworden sind.

Jes.66/7-9: "Ehe sie kreißt, gebiert sie; ehe ihre Wehen kommen, ist sie eines Knaben genesen; wer hat dergleichen gehört, wer so etwas gesehen; kreißt ein Land an einem Tag, und sollte Ich nicht gebären lassen, sprach Jehovah, oder sollte Ich, Der Ich gebären lasse, auch verschließen, sprach dein Gott": wo von der Wiedergeburt die Rede ist; und durch die Söhne gleichfalls Wahrheiten des Glaubens bezeichnet werden.

Das Gute und die Wahrheiten werden, weil sie Empfängnisse und Geburten der himmlische Ehe sind, Söhne genannt; auch vom Herrn bei Matth.13/37,38: "Der, welcher den guten Samen säet, ist der Sohn des Menschen; der Acker ist die Welt, der Same aber sind die Söhne des Reichs", und das Gute und Wahre des seligmachenden Glaubens "Söhne Abrahams": Joh.8/39; denn der Same ist, wie Nr. 255 gesagt worden, der Glaube; daher die Söhne, die dem Samen angehören, das Gute und Wahre des Glaubens sind; darum hat auch der Herr, weil Er selbst der Same ist, Sich den Sohn des Menschen, d.h. den Glauben der Kirche genannt.

265. Daß durch den Mann bezeichnet wird das Vernünftige, erhellt aus 1. Mose 3/6, daß nämlich das Weib ihrem Manne bei ihr gegeben und er gegessen hat, wodurch bezeichnet worden, daß er beigestimmt habe; und aus dem, was in betreff des Mannes gezeigt wurde in Nr. 158; wo unter demselben verstanden wurde der Weise und Verständige, hier aber, weil die Weisheit und Einsicht durch das Essen vom Baume des Wissens verlorenging, das Vernünftige, weil nichts anderes übrig war; denn das Vernünftige ist der Einsicht Nacheiferung oder gleichsam Ähnlichkeit.

266. Wie jedes Gesetz und jedes Gebot aus dem Himmlischen und Geistigen als aus seinem wahren Urgrunde sein Dasein hat, so folgt, daß auch dieses Gesetz, welches das der Ehen ist, diesen Ursprung habe, daß nämlich die Gattin, weil sie aus Begehrung, die dem Eigenen angehört, nicht so aus Vernunft, wie der Mann handelt, der Klugheit des Mannes untertan sein soll.

267. Vers 17: Und zum Menschen sprach Er: Weil du gehört hast auf die Stimme deiner Gattin und gegessen vom Baum, von dem Ich dir gebot, sprechend: Du sollst nicht von ihm essen, ist verflucht der Boden um deinetwillen, in großen Schmerzen wirst du essen von ihm, alle Tage deines Lebens.

Durch das, daß der Mensch gehört habe auf die Stimme seiner Gattin wird bezeichnet, der Mann oder das Vernünftige habe beigestimmt; und weil das Vernünftige beigestimmt hat, so hat es sich gleichfalls abgewandt oder den Fluch über sich gebracht, und ebendarum der ganze äußere Mensch, und dies wird bezeichnet durch: "verflucht ist der Boden um deinetwillen". Daß sein Lebenszustand elend sein werde, ist (die Bedeutung von): "er wird in großen Schmerzen von ihm essen", und zwar bis zum Ende jener Kirche, welches ist "alle Tage seines Lebens".

268. Daß der Boden den äußeren Menschen bedeute, kann aus demjenigen erhellen, was früher vom Land (terra) und von dem Boden (Humus) und von dem Felde (ager) gesagt worden ist; wenn der Mensch wiedergeboren ist, wird er nicht mehr Land genannt, sondern Boden, weil ihm himmlische Samen eingepflanzt sind; er wird auch dem Boden verglichen und Boden genannt hin und wieder im Worte; dem äußeren Menschen oder seinem Gefühl (affectio) und dem Gedächtnis werden die Samen des Guten und Wahren eingepflanzt, nicht aber dem inneren Menschen, weil im Innern kein Eigenes des Menschen ist, sondern im Äußeren; im Innern ist Gutes und Wahres, und wenn dieses nicht mehr als vorhanden erscheint, so ist der Mensch ein äußerlicher oder leiblicher; obwohl es im Innern vom Herrn niedergelegt ist, was der Mensch nicht weiß, denn es tritt nicht hervor, als wenn der äußere gleichsam erstirbt, wie dies bei Versuchungen, Unglücksfällen, Krankheiten, im Augenblicke des Todes zu geschehen pflegt. Das Vernünftige gehört auch zum äußeren Menschen: Nr. 118, und es ist an sich etwas zwischen dem Innern und Äußern in der Mitte Liegendes; denn der innere (Mensch) wirkt durch das Vernünftige auf dem äußeren leiblichen; wenn aber das Vernünftige beistimmt, dann trennt es den äußeren vom inneren, so daß man nicht mehr weiß, daß ein innerer ist, folglich auch nicht, was Einsicht und Weisheit, die dem inneren angehören.

269. Daß Jehovah Gott oder der Herr den Boden oder den äußeren Menschen nicht verflucht, sondern daß der äußere Mensch sich abgewandt oder vom inneren getrennt und so sich verflucht hat, erhellt aus dem, was früher gezeigt worden ist: Nr. 245.

270. Daß "in großen Schmerzen vom Boden essen", bezeichnet einen elenden Lebenszustand, läßt sich aus dem Vorhergehenden und Nachfolgenden ersehen und überdies, daß "essen" im inneren Sinn soviel ist als Leben, dann auch daraus, daß ein solches Leben erfolgt, wenn die bösen Geister im Menschen zu kämpfen und die Engel, die bei ihm sind, ins Gedränge zu kommen anfangen, und mehr noch nachher, wenn die bösen Geister zu herrschen beginnen; die bösen Geister regieren alsdann seinen äußeren Menschen, die Engel den inneren, von dem wenig mehr übrig ist, kaum so viel, daß die Engel etwas daraus hernehmen können zur Verteidigung, daher dann Elend und Angst. Daß die toten Menschen selten ein solches Elend und solche Angst empfinden, hat seinen Grund darin, daß sie keine Menschen mehr sind, obwohl sie Menschen vor anderen zu sein meinen; denn sie wissen so wenig als die unvernünftigen Tiere, was geistig und himmlisch und was ewiges Leben ist; sie blicken auch ebenso abwärts zum Irdischen oder auswärts zum Weltlichen, sie begünstigen nur das Eigene und ergeben sich ihren Neigungen und den Sinnen unter Zustimmung all ihres Vernünftigen; und weil sie tot sind, so würden sie einen Kampf oder eine Versuchung nicht aushalten; und wenn eine solche über sie käme, so würde sie zu schwer sein, als daß sie leben könnten, und sie würden so nur noch mehr Fluch über sich bringen und sich in eine noch tiefere, höllische Verdammnis stürzen; darum werden sie verschont, bis sie ins andere Leben übergegangen sind, wo sie nicht mehr infolge einer Versuchung und Not sterben können; alsdann erdulden sie das Härteste; was in gleicher Weise bezeichnet wird durch das, daß der Boden verflucht sein und er in großen Schmerzen von ihm essen sollte.

271. Daß "die Tage des Lebens" das Ende der Tage der Kirche bedeuten, erkennt man daraus, daß nicht von einem einzelnen Menschen, sondern von der Kirche und ihrem Zustand hier die Rede ist. Das Ende der Tage der Kirche war die Zeit der Sündflut.

272. Vers 18: Und Dorn und Distel wird er dir bringen, und du wirst essen das Kraut des Feldes.

Unter Dorn und Distel wird verstanden Fluch und Verwüstung; dadurch, daß er essen werde das Kraut des Feldes, wird bezeichnet, er werde leben wie ein wildes Tier.

Wie ein wildes Tier lebt der Mensch, wenn der innere Mensch von dem äußeren so getrennt wird, daß er nur in ganz allgemeiner Weise auf denselben einwirkt, denn das, daß der Mensch Mensch ist, hat er durch den inneren Menschen vom Herrn; daß aber der Mensch ein wildes Tier ist, hat er vom äußeren Menschen, der getrennt vom inneren an sich nichts anderes ist als ein wildes Tier. Es wohnt ihm eine ähnliche Natur inne, ähnliche Lüste, ähnliche Begierden, ähnliche Einbildungen und ähnliche Empfindungen; auch die Organe sind ähnlich; daß er aber Vernunftschlüsse machen kann und, wie ihm dünkt, feine, das hat er von der geistigen Substanz, durch welche Leben des Herrn einfließen kann, das aber bei ihm verkehrt und zu einem Leben des Bösen wird, welches Tod ist; daher wird er ein Toter genannt.

273. Daß "Dorn und Distel" Fluch und Verwüstung bedeuten, erhellt daraus, daß Ernte und Fruchtbaum das Entgegengesetzte bezeichnen, nämlich Segnungen und Vervielfältigungen; daß Stachelgewächs, Distel, Dornbusch, Stachelstrauch, Nessel eine solche Bedeutung haben, erhellt aus dem Worte, wie bei

Hos.9/6: "Siehe, sie sind weggegangen ob der Verwüstung; Ägypten wird sie sammeln, Moph wird sie begraben, ihr Köstliches an Silber; die Nessel wird sie erben, Stachelgesträuch ist in ihren Zelten": hier steht Ägypten und Moph für diejenigen, die aus sich und ihrem Wißtümlichen in göttlichen Dingen weise sein wollen.

Hos.10/8: "Es werden verdorben werden die Höhen von Aven, die Sünde Israels, Dorn und Distel wird aufsteigen über ihre Altäre": wo die Höhen von Aven für Selbstliebe, Dorn und Distel über ihren Altären für Entweihung stehen.

Jes.32/12,13: "Auf die Brüste schlagen sie ob den Feldern der Lust, ob dem fruchtbaren Weinstock; auf dem Boden meines Volks steigt Dornengesträuch auf".

Hes.28/24: "Nicht mehr wird sein für das Haus*) Israels ein stechender Dorn, noch ein wehetuender Stachel von all ihren Umgebungen".

*) Für domus ist hier nach d. Hebr. domui zu lesen, wie Nr. 9144. A.d.Üb.

274. Daß Kraut des Feldes oder Feldfutter essen soviel ist als leben wie ein wildes Tier, erhellt

Dan.4/29, wo es von Nebukadnezar heißt: "Vom Menschen werden sie dich ausstoßen und bei dem Tier des Feldes (wird sein) deine Wohnung, Kraut wie die Ochsen werden sie dich essen lassen und sieben Zeiten werden hingehen über dich".

Jes.37/26,27: "Hast du nicht gehört, von Ferne her habe Ich es getan, seit den Tagen des Altertums, und habe es gebildet; nun habe Ich es kommen lassen, daß zu Steinhaufen zu verwüsten sind Burgen, feste Städte und ihre Bewohner, kurz von Hand, sind bestürzt und beschämt; sie sind geworden Kraut des Feldes und Kohl des Krautes; Gras der Dächer und ein Brandgefilde vor der stehenden Saat": hier wird erklärt, was das Kraut des Feldes bedeutet, was der Kohl des Krautes, das Gras der Dächer und das Brandgefilde; denn es ist hier von der Zeit vor der Sündflut die Rede, die verstanden wird unter von Ferne her und unter den Tagen des Altertums.

275. Vers 19: Im Schweiß deines Angesichts wirst du Brot essen, bis du zurückkehrst in den Boden, weil aus ihm du genommen bist; denn Staub bist du und zum Staube wirst du zurückkehren.

Durch "Brot essen im Schweiße des Angesichts" wird bezeichnet sich abwenden von dem, was himmlisch ist;

"zurückkehren zum Boden, aus dem er genommen" heißt, zum äußerlichen Menschen, der er war vor der Wiedergeburt.

Daß "er Staub sei und zum Staube zurückkehren werde" heißt, daß er verdammt und höllisch sei.

276. Daß "Brot essen im Schweiß des Angesichts" bedeutet, sich abwenden von dem, was himmlisch ist, kann erhellen aus der Bedeutung des Brotes. Unter Brot wird verstanden alles Geistige und Himmlische, das die Speise der Engel ist, nach deren Entziehung sie nicht leben könnten, wie der Mensch (nicht), wenn ihm das Brot oder die Speise entzogen würde; auch wird jenes durch Brot vorgebildet, wie aus vielem erhellt. Daß der Herr das Brot sei, weil von Ihm alles Geistige und Himmlische (kommt), lehrt Er selbst:

Joh.6/58: "Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist, wer dieses Brot ißt, wird leben in Ewigkeit". Daher sind Brot und Wein auch Sinnbilder (Symbola) im heiligen Abendmahl. Dieses Himmlische wurde auch vorgebildet durch das Manna. Daß das Himmlische und Geistige die Speise der Engel sei, erhellt auch aus den Worten des Herrn:

Matth.4/4: "Nicht von Brot allein wird der Mensch leben, sondern von jeglichem Worte, das aus dem Munde Gottes geht": das ist aus dem Leben des Herrn, aus Dem alles Himmlische und Geistige kommt.

Die letzte Nachkommenschaft der Ältesten Kirche, die zunächst vor der Sündflut war, und von der hier gehandelt wird, war so verdorben und ins Sinnliche und Fleischliche versunken, daß sie nicht hören wollten, was des Glaubens Wahrheit, was der Herr sei, daß Er kommen und sie selig machen werde, und wenn dergleichen genannt wurde, wendeten sie sich ab. Diese Abneigung wird beschrieben durch Brot essen im Schweiße des Angesichts. Wie die Juden, weil sie von der Art waren, daß sie das Himmlische nicht anerkannten und auch keinen anderen als einen weltlichen Messias wollten, nicht anders konnten, als von dem Manna, weil es eine Vorbildung auf den Herrn war, sich abwenden und es ein schlechtes Brot nennen, daher auch Schlangen unter sie geschickt worden sind: 4. Mose 21/5,6. Außerdem wurde das Himmlische, das sie in der Not, im Elend, mit Tränen genossen, ihnen genannt als Brot der Not, Brot des Elends, Tränenbrot. Was sie mit Abneigung genossen, heißt hier Brot des Schweißes des Angesichts.

277. Dies ist der innere Sinn. Wer bei dem Buchstaben stehenbleibt, der faßt nichts anderes, als daß der Mensch aus dem Boden sich Brot erwerben sollte durch die Arbeit oder den Schweiß des Angesichtes. Allein es wird hier unter Mensch nicht verstanden ein Mensch, sondern die Älteste Kirche, und unter Boden nicht Boden, unter Brot nicht Brot und unter Garten nicht ein Garten, sondern solches, was himmlisch und geistig ist, wie zur Genüge gezeigt worden.

278. Daß durch zurückkehren zum Boden, von dem er genommen sei, bezeichnet wird, daß die Kirche wieder zum äußerlichen Menschen werde, wie sie es war vor der Wiedergeburt, erhellt daraus, daß der Boden den äußeren Menschen bedeutet, wie schon früher gesagt worden. Und daß Staub den Verdammten und Höllischen bedeute, erhellt auch aus dem, was gesagt worden von der Schlange, von der es, weil sie verflucht war, heißt, sie solle Staub essen; und dem, was von der Bedeutung des Staubes dort gezeigt worden ist, darf noch hinzugefügt werden, was steht bei

Ps.22/30: "Vor Jehovah werden sich beugen alle, die hinabsteigen in den Staub, und wessen Seele Er nicht belebt hat".

Ps.104/29: "Du verbirgst Dein Angesicht, da werden sie verwirrt; Du nimmst weg ihren Geist, da atmen sie aus und kehren zu ihrem Staub zurück": das heißt, wenn sie sich abwenden vom Angesicht des Herrn, so atmen sie aus oder sterben und kehren so zum Staub zurück, das ist: werden Verdammte und Höllische.

279. Es schließen nun alle diese Verse im Zusammenhang genommen in sich, daß das Sinnliche sich abgewandt habe vom Himmlischen: Vers 14;

daß der Herr in die Welt kommen wollte, um es (wieder) zu vereinigen: Vers 15;

daß, weil der äußere Mensch sich abgewandt, daraus entstanden sei Kampf: Vers 16; Elend: Vers 17; Verdammnis: Vers 18; und zuletzt die Hölle: Vers 19.

Dies begab sich nacheinander in jener Kirche von der vierten Nachkommenschaft an bis zur Sündflut.

* *

*

20. Und der Mensch nannte den Namen seiner Gattin Chavah, weil sie sein soll die Mutter alles Lebenden.

21. Und Jehovah Gott machte dem Menschen und seiner Gattin Röcke von Fell und kleidete sie.

22. Und Jehovah Gott sprach: Siehe, der Mensch war wie einer von uns, wissend das Gute und Böse; und nun wird er etwa seine Hand ausstrecken, und nehmen auch vom Baume der Leben und essen und leben in Ewigkeit.

23. Und Jehovah Gott entließ ihn aus dem Garten Eden, zu bauen den Boden, von dem er genommen.

24. Und Er stieß den Menschen hinaus, und ließ wohnen vom Aufgang an dem Garten Edens die Cherube und die Flamme des sich wendenden Schwertes, zu hüten den Weg des Baumes der Leben.

 

Inhalt

280. Es wird hier summarisch gehandelt von der Ältesten Kirche und von denen, die abfielen, somit auch von ihrer Nachkommenschaft bis zur Sündflut, da sie sich auslebte.

281. Von der eigentlichen Ältesten Kirche, die himmlisch war, und vom Leben des Glaubens an den Herrn genannt worden Chavah und die Mutter alles Lebenden: Vers 20.

282. Von ihrer ersten Nachkommenschaft, in welcher war geistig-himmlisches Gute; und von der zweiten und dritten, bei der natürlich Gutes, das bezeichnet wird durch den Rock von Fell, den Jehovah Gott dem Menschen und seiner Gattin machte: Vers 21.

283. Von der vierten Nachkommenschaft, bei der das natürlich Gute sich zu verlieren anfing und die, wenn sie von neuem geschaffen oder in den himmlischen Dingen des Glaubens unterrichtet würden, verlorengehen müßten; was die Bedeutung ist von (den Worten): er wird etwa seine Hand ausstrecken und nehmen auch vom Baum der Leben und leben in Ewigkeit: Vers 22.

284. Von der fünften Nachkommenschaft, daß sie alles Guten und Wahren beraubt und in den Zustand versetzt worden seien, in dem sie vor der Wiedergeburt waren; dies heißt: entlassen werden aus dem Garten Edens, zu bebauen den Boden, von dem er genommen: Vers 23.

285. Von der sechsten und siebenten Nachkommenschaft, daß sie vom Wissen des Guten und Bösen geschieden und ihren abscheulichen Trieben und Einbildungen überlassen worden seien, und so dafür gesorgt worden sei, daß sie das Heilige des Glaubens nicht entweihen möchten, was bezeichnet wird durch ausgestoßen werden, und wohnen lassen die Cherube mit der Flamme des Schwertes, zu hüten den Weg zum Baum der Leben: Vers 24.

 

Innerer Sinn

286. Im Vorhergehenden bis hierher ist gehandelt worden von den Uralten und ihrer Wiedergeburt; zuerst von denen, die wie wilde Tiere lebten, und endlich geistige Menschen wurden; dann von denen, die himmlische Menschen wurden und die Älteste Kirche ausmachten. Hernach von denen und den Nachkommen, die abfielen, und zwar der Ordnung nach von der ersten Nachkommenschaft, von der zweiten, von der dritten und zuletzt von den folgenden bis zur Sündflut.

In diesen Versen, die folgen, bis zum Ende dieses Kapitels ist die kurze Wiederholung von dem Menschen der Ältesten Kirche an bis zur Sündflut; somit ist es der Schluß alles Vorhergehenden.

287. Vers 20: Und der Mensch nannte den Namen seiner Gattin Chavah, weil sie sein soll die Mutter alles Lebenden.

Unter dem Menschen wird hier verstanden der Mann der Ältesten Kirche oder der himmlische Mensch; unter der Gattin und der Mutter alles Lebenden die Kirche. Mutter heißt sie von dem, daß sie die erste Kirche war; die Lebende, vom Glauben an den Herrn, Der das Leben selbst ist.

288. Daß unter dem "Menschen" verstanden werde der Mann der Ältesten Kirche oder die himmlische Mensch, ist früher gezeigt worden; und zwar daß der Herr der alleinige Mensch, und daß von Ihm jeder himmlische Mensch sei, weil er Seine Ähnlichkeit ist; daher Mensch genannt wurde, wer zur Kirche gehören sollte, wer und wie beschaffen er auch sein mochte; und endlich jeder, der dem Leibe nach als Mensch erscheint, um ihn von den Tieren zu unterscheiden.

289. Daß unter der "Gattin" verstanden werde die Kirche, im allumfassenden Sinn das Reich des Herrn in den Himmeln und auf Erden, ist ebenfalls früher gezeigt worden; daß auch Mutter (diese Bedeutung) habe, folgt hieraus.

Daß die Kirche Mutter heißt, ist gewöhnlich im Wort, wie bei

Jes.50/1: "Wo ist der Scheidebrief eurer Mutter".

Jerem.50/12: "Zuschanden worden ist eure Mutter sehr, beschämt ist eure Erzeugerin".

Hes.16/45: "Die Tochter deiner Mutter ist ihres Mannes überdrüssig, und ihrer Söhne; eure Mutter ist ein Chethiterin, und euer Vater ein Amoriter": wo Mann für den Herrn und für alles Himmlische steht, die Söhne für Glaubenswahrheiten, die Chethiterin für das Falsche; der Amoriter für das Böse.

Hes.19/10: "Deine Mutter ist wie der Weinstock in Ähnlichkeit mit dir, an Wassern gepflanzt, fruchtbar, sprossend war sie von vielen Wassern": hier steht Mutter für die Alte Kirche, die Älteste Kirche wird vorzüglich Mutter genannt, weil sie die erste wie auch die einzige himmlische, und deswegen vom Herrn vor allen geliebte war.

HG 290

290. Daß sie Mutter alles Lebenden hieß vom Glauben an den Herrn, Der das Leben selbst ist, kann ebenfalls aus dem erhellen, was früher gezeigt worden ist; es kann überall nur ein einziges Leben geben, aus dem aller Leben ist; und es kann durchaus kein Leben geben, das Leben wäre, außer durch den Glauben an den Herrn, Der das Leben ist; auch keinen Glauben, in dem Leben, außer von Ihm, in dem somit Er ist. Darum heißt der Herr im Wort der alleinige Lebende, und wird genannt der "lebende Jehovah" wie bei Jerem.5/2; 12/16; 16/14,15; 23/7; Hes.5/11.

"Der in Ewigkeit Lebende": Dan.4/31; Joh.Offenb.4/10; 5/14; 10/6.

"Der Quell des Lebens": Ps.36/10.

"Die Quelle lebendiger Wasser": Jerem.17/13.

Der Himmel, der aus dem Herrn lebt, heißt "das Land der Lebenden wie bei Jes.38/11; 53/8; Hes.26/20; 32/23-27,32; Ps.27/13; 52/7; 142/6.

Und Lebende hießen, die im Glauben an den Herrn standen; wie bei Ps.66/9: "Welcher unsere Seele setzt unter die Lebenden".

Und von denen, die im Glauben stehen, heißt es, sie seien im Buch der Leben: Ps.69/29, und im Buch des Lebens: Joh.Offenb.13/8; 17/8; 20/15.

Daher heißt es auch von denen, die Glauben an Ihn empfangen, sie werden belebt: Hos.6/2; Ps.85/7.

Umgekehrt wurden die, welche nicht im Glauben sind, Tote genannt, was eben daraus folgt; wie gleichfalls bei Jes.26/14: "Tote werden nicht leben; Rephaim werden nicht auferstehen, darum daß Du heimgesucht und sie vertilgt hast": soviel als diejenigen, die von Selbstliebe aufgebläht sind; auferstehen bedeutet ins Leben eingehen;

sie werden auch Durchbohrte genannt: Hes.32/23-26,28-31.

Und die Hölle wird Tod genannt: Jes.25/8; 28/15.

Sie werden auch Tote genannt vom Herrn: Matth.4/16; Joh.5/24; 8/21,24,51,52.

291. In diesem Vers, 1. Mose 3/20, wird beschrieben die erste Zeit, wo die Kirche in der Blüte ihrer Jugend war, indem sie die himmlische Ehe in sich darstellte, daher sie auch durch eine Ehe beschrieben und Chavah genannt wird vom Leben.

292. Vers 21: Und Jehovah Gott machte dem Menschen und seiner Gattin Röcke von Fell, und kleidete sie.

Dies bedeutet, der Herr habe sie ausgerüstet mit dem geistig und natürlich Guten. Daß Er sie ausgerüstet habe, wird ausgedrückt durch machen und kleiden; und das geistig und natürlich Gute durch den Rock von Fell.

293. Daß dies die Bedeutungen seien, kann durchaus nicht aus dem Buchstaben erhellen, aber dennoch ist offenbar, daß tiefere Geheimnisse darin liegen, denn jedermann kann wissen, daß Jehovah Gott ihnen nicht Röcke von Fell gemacht hat.

294. Daß der "Rock von Fell" das geistig und natürlich Gute bedeute, kann auch niemand wissen, außer aus dem geoffenbarten inwendigeren Sinn, und dann auch aus dem Worte, wo ähnliches vorkommt; hier heißt es im allgemeinen Fell und wird verstanden das Fell eines Bockes, eines Schafes, eines Widders, die im Worte Triebe zum Guten, Liebtätigkeit und was zur Liebtätigkeit gehört, bedeuten. Eine ähnliche Bedeutung haben die Schafe bei den Opfern: Schafe werden alle genannt, die mit dem Guten der Liebtätigkeit, das ist dem geistig und natürlich Guten begabt sind, daher heißt der Herr der Hirt der Schafe, und die mit tätiger Liebe begabt sind, werden Schafe genannt, wie jedem bekannt ist.

295. Daß es heißt, sie seien mit einem Rock von Fell bekleidet worden, hat seinen Grund darin, daß die Uralten der Unschuld wegen Nackte hießen, und nachher, als die Unschuld verlorenging, (von ihnen gesagt wird), sie haben wahrgenommen, daß sie im Bösen seien, das auch Nacktheit genannt wird. Damit alles in einem geschichtlichen Zusammenhang erscheine, gemäß der Redeweise bei den Uralten, heißen sie hier bekleidet, damit sie nicht nackt oder im Bösen (erscheinen möchten).

Daß sie im geistig und natürlich Guten waren, erhellt aus dem, was von ihnen 1. Mose 3/1-13 gesagt und gezeigt worden ist; und nun (auch) daraus, daß Jehovah Gott gemacht und sie bekleidet habe. Es wird nämlich hier gehandelt von der ersten, hauptsächlich aber von der zweiten und dritten Nachkommenschaft der Kirche, die mit einem solchen Guten beschenkt worden sind.

296. Daß durch die "Felle" von Böcken, Schafen, Ziegen, Dachse, Widdern das geistig und natürlich Gute bezeichnet wird, kann erhellen aus dem inneren Sinn des Wortes, wo gehandelt wird von Jakob und von der Lade. Von Jakob, er sei angetan worden mit den Kleidern Esaus, und wo er nackt war, auf der Hand und dem Halse, mit Fellen von Ziegenböcken, und Jischak habe, als er diese roch, gesagt, der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch des Feldes: 1. Mose 27/16,22,27. Daß dies das geistig und natürlich Gute bezeichne, wird man, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, daselbst sehen. Von der Bundeslade: die Decke des Zeltes sollte bestehen aus Widderfellen und Dachsfellen: 2. Mose 26/14; 36/19; und Aharon und sein Söhne, wenn sie weiterzogen, sollten die Lade bedecken mit einer Decke von Dachsfell, ebenso den Tisch und seine Gefäße, desgleichen den Leuchter und seine Gefäße, dann den Altar von Gold und die Gefäße des Dienstes und des Altars mit Dachsfell: 4. Mose 4/6,8,10-12. Daß dies das geistig und natürlich Gute bedeutet, wird man, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, auch daselbst sehen; denn alles, was an der Lade, in der Wohnung, in dem Zelt, ja alles was an Aharon war, wenn er mit den Kleidern der Heiligkeit angetan war, bedeutet das geistig Himmlische, so daß auch nicht das Kleinste da war, das nicht irgendeine besondere vorbildliche Bedeutung gehabt hätte.

297. Das himmlisch Gute ist es, das nicht bekleidet wird, weil es das innerste und unschuldig ist; hingegen das geistig-himmlisch Gute ist es, das zuerst bekleidet wird, dann das natürlich Gute, denn es ist mehr äußerlich und wird mit den Kleidern verglichen, wie es denn auch ein Kleid heißt, z.B. wo von der Alten Kirche gehandelt wird:

Hes.16/10: "Ich kleidete dich in Stickerei, beschuhte dich mit Dachs (-fell), umband dich mit Byssus und bedeckte dich mit Seide".

Jes.52/1: "Zieh' an die Kleider deines Schmucks, Jerusalem, du Stadt der Heiligkeit".

Joh.Offenb.3/4,5: "Die nicht besudelt haben ihre Kleider, und mit Mir wandeln werden in weißen, weil sie es würdig sind"; und von den vierundzwanzig Ältesten heißt es dort, daß sie angetan waren mit weißen Kleidern, Joh.Offenb.4/4. Das äußerliche Gute also, das geistig und natürlich-himmlisch ist, ist Kleid, weshalb auch die, welche im Gutem der Liebtätigkeit beschenkt sind, im Himmel mit glänzenden Kleidern angetan erscheinen; hier aber, weil sie noch im Leibe sind, mit einem Rock von Fell.

298. Vers 22: Und Jehovah Gott sprach: Siehe, der Mensch war wie einer von uns, wissend das Gute und Böse; und nun wird er etwa seine Hand ausstrecken, und nehmen auch vom Baume der Leben, und essen, und leben in Ewigkeit.

Daß Jehovah Gott in der Einzahl und nachher in der Mehrzahl spricht, davon ist der Grund, daß unter Jehovah Gott verstanden wird der Herr und zugleich der Engelshimmel; daß der Mensch das Gute und Böse wußte, bedeutet, er sei ein Himmlischer geworden, somit weise und verständig. Daß er nicht die Hand ausstrecken und vom Baum der Leben nehmen sollte heißt, er dürfe nicht unterrichtet werden in den Geheimnissen des Glaubens, sonst könnte er in Ewigkeit nie selig werden, welches ist leben in Ewigkeit.

299. Hier sind zwei Geheimnisse: das erste, daß Jehovah Gott den Herrn und zugleich den Himmel bedeutet; das andere, daß, wenn sie unterrichtet worden wären in den Geheimnissen des Glaubens, sie auf ewig verlorengegangen wären.

300. Was das erste Geheimnis betrifft, daß nämlich unter Jehovah Gott verstanden wird der Herr und zugleich der Himmel, so ist zu bemerken, daß im Wort immer aus einem geheimen Grund der Herr bald bloß Jehovah heißt, bald Jehovah Gott, bald Jehovah und nachher Gott, bald Herr Jehovih, bald Gott Israels, bald bloß Gott, wie im 1. Kapitel der Genesis nur Gott, wo auch in der Mehrzahl gesagt ist: "Lasset uns einen Menschen machen zu unserem Bilde", und nicht früher als im folgenden Kapitel, wo vom himmlischen Menschen gehandelt wird, wird Er genannt Jehovah Gott; Jehovah heißt Er, weil Er allein ist oder lebt, somit vom Wesen; Gott, weil Er alles vermag, somit von der Macht, wie im Wort erhellt, wo sie unterschieden werden wie bei Jes.49/4,5; 55/7; Ps.18/3,29,30,32; 38/16. Weshalb man jeden Engel oder Geist, der mit dem Menschen sprach, und von dem man glaubte, er vermöge etwas, Gott nannte wie bei

Ps.82/1: "Gott stand in der Versammlung Gottes, inmitten der Götter wird Er richten".

Ps.89/7: "Wer in dem Äther mag mit Jehovah verglichen, mag verähnlicht werden dem Jehovah unter den Söhnen der Götter".

Ps.136/2,3: "Danket dem Gott der Götter, danket dem Herrn der Herren".

Von der Macht sind auch Menschen Götter genannt worden wie im Ps.82/6; Joh.10/34,35; auch Moses: der Gott für Pharao, 2. Mose 7/1. Darum heißt auch Gott in der Mehrzahl Elohim. Weil aber die Engel nichts von Macht aus sich haben, wie sie selbst auch bekennen, sondern allein vom Herrn, und nur ein Gott ist, darum wird unter Jehovah Gott im Worte der Herr allein verstanden; wo aber durch den Dienst der Engel etwas geschieht, wie im 1. Kapitel der Genesis, da wird es in der Mehrzahl gesagt; auch hier wird, weil der himmlische Mensch als Mensch nicht verglichen werden konnte mit dem Herrn sondern mit den Engeln, deswegen gesagt: der Mensch war wie einer von uns, wissend das Gute und Böse (1. Mose 3/22), das ist weise und verständig.

301. Das andere Geheimnis ist, daß sie, wären sie unterrichtet worden in den Geheimnissen des Glaubens, auf ewig verlorengegangen wären, was bezeichnet wird durch die Worte: "Nun möchte er etwa seine Hand ausstrecken, und nehmen auch vom Baume der Leben, und essen und leben in Ewigkeit". Damit verhält es sich so:

Wenn die Menschen umgekehrte Lebensordnungen geworden sind, und bloß aus sich und dem Eigenen leben und weise sein wollen, dann vernünfteln sie bei jedem Gegenstand des Glaubens den sie hören, ob dem so sei oder nicht; und weil sie es aus sich selbst, ihrem Sinnlichen und Wißtümlichen tun, so können sie nicht anders als leugnen; und wenn sie leugnen, so lästern und entweihen sie auch, und zuletzt bekümmern sie sich auch nichts darum, ob sie Unheiliges mit Heiligem vermischen.

Wenn der Mensch so wird, dann ist er im anderen Leben so verdammt, daß gar keine Hoffnung des Heils mehr übrig ist, denn was durch Entweihungen vermischt ist, hängt vermischt aneinander: sobald eine Vorstellung vom Heiligen sich einfindet, ist auch die damit verbundene Vorstellung von Unheiligem da, und dies macht, daß er in keiner anderen Gesellschaft sein kann als in der von Verdammten. Im anderen Leben wird auf das genaueste wahrgenommen, auch von Geistern in der Geisterwelt, noch mehr aber von Engelsgeistern, alles was mit einer Denkvorstellung verbunden gegenwärtig ist, so genau, daß sie bloß aus einer einzigen Vorstellung wissen, wie beschaffen einer ist. Dergleichen mit Heiligem verbundenes Unheilige kann nur unter höllischer Qual zerstoben werden, die so groß ist, daß der Mensch, wenn er sie wüßte, sich vor der Entweihung, wie vor der Hölle selbst, hüten würde.

302. Dies war der Grund, warum den Juden, weil sie von der Art waren, die Geheimnisse des Glaubens in keiner Weise geoffenbart worden sind, so wenig, daß ihnen nicht einmal offen gesagt worden ist, daß sie nach dem Tode fortleben, und auch nicht offen, daß der Herr in die Welt kommen werde, um sie selig zu machen. Ja sie wurden und werden noch in so großer Unwissenheit und Stumpfheit gehalten, daß sie nicht wußten und noch nicht wissen, daß ein innerer Mensch ist, oder daß es irgend etwas Inneres gibt; denn wenn sie es gewußt hätten und wüßten, so daß sie es anerkennen würden, so brächte es ihre Art mit sich, daß sie es entweihten, und somit für sie gar keine Hoffnung irgendwelchen Heils im anderen Leben wäre.

Dies ist es, was der Herr verstanden hat bei Joh.12/40: "Er hat verblendet ihre Augen, und verstockt ihr Herz, daß sie nicht sehen mit den Augen, noch verstehen mit dem Herzen, und sich bekehren und Ich sie heile".

Und darum hat der Herr in Gleichnissen mit ihnen geredet, und ihnen keines erklärt, "damit sie sehend nicht sehen, und hörend nicht hören, noch verstehen möchten", wie Er selbst sagt bei Matth.13/13.

Aus diesem Grunde waren auch alle Glaubensgeheimnisse ihnen verborgen und verdeckt gehalten worden unter den Vorbildern ihrer Kirche; und aus demselben Grunde hat auch die prophetische Schreibart diese Beschaffenheit.

Allein etwas anders ist wissen, und etwas anders ist anerkennen. Wer weiß und nicht anerkennt, der ist, als ob er nicht wüßte, wer aber anerkennt und nachher lästert und entweiht, der ist es, der vom Herrn gemeint worden.

303. Der Mensch erwirbt sich ein Leben durch alles, wovon er sich überzeugt, das ist, was er anerkennt und glaubt; wovon er sich nicht überzeugt, oder was er nicht anerkennt und glaubt, das regt sein Gemüt nicht an, daher niemand Heiliges entweihen kann, wenn er nicht davon überzeugt ist, so daß er es anerkennt, und es dann doch wieder leugnet; die, welche nicht anerkennen, können wissen, aber sie sind, wie wenn sie nicht wüßten, und sind wie die, welche Dinge wissen, die nichts sind. Von der Art waren die Juden um die Zeit der Ankunft des Herrn, und wenn die (Menschen) so sind, so heißt es im Worte, sie seien verödet, oder es sei kein Glaube mehr da; dann schadet es auch nicht, daß das Innere des Wortes ihnen aufgeschlossen wird, denn dann sind sie wie Sehende, die nicht sehen, und wie Hörende, die nicht hören und die ein verstocktes Herz haben, von denen der Herr durch Jes.6/9,10 (sagt): "Gehe hin, und sprich zu diesem Volk, höret hörend, aber verstehet nicht, und sehet sehend, aber erkennet nicht; verstocke das Herz dieses Volks, und mache seine Ohren schwer und verklebe seine Augen, daß es nicht etwa mit seinen Augen sehe und mit seinen Ohren höre, und sein Herz verstehe und es sich bekehre, daß ihm Heilung werde"; und daß die Glaubensgeheimnisse nicht früher aufgeschlossen werden, als wenn sie von der Art sind, nämlich abgeödet, daß sie nicht mehr glauben, aus dem schon angeführten Grunde, damit sie nämlich nicht entweihen könnten, sagte auch der Herr deutlich im gleich Folgenden bei Jes.6/11,12: "Ich sprach, wie lange, Herr? und Er sprach, bis verheert werden die Städte, daß kein Bewohner, und die Häuser, daß kein Mensch (mehr da sei), und der Boden verheert wird durch Verödung, und entfernen wird Jehovah den Menschen": Mensch heißt, wer weise ist, oder anerkennt und glaubt. Von der Art waren, wie gesagt, die Juden um die Zeit der Ankunft des Herrn, und aus demselben Grunde werden sie auch jetzt noch in einer solchen Verödung gehalten durch Begierden, besonders durch Geiz, damit, obwohl sie tausendmal hören vom Herrn und von dem Vorbildlichen der Kirche bei ihnen, daß es im einzelnen den Herrn bedeute, dennoch nichts anerkennen und glauben. Dies nun war der Grund, warum die Menschen vor der Sündflut aus dem Garten Edens verstoßen und abgeödet wurden, bis sie nichts mehr anerkennen konnten, was wahr war.

304. Hieraus erhellt, daß jenes es ist, was verstanden wird unter den Worten: "daß er nicht etwa seine Hand ausstrecken möchte, und nehmen auch vom Baum der Leben und essen und leben in Ewigkeit". Nehmen vom Baum der Leben und essen heißt, wissen, so daß man anerkennt alles, was Sache der Liebe und des Glaubens ist, denn die Leben in der Mehrzahl sind Liebe und Glaube.

Essen bedeutet hier wie früher erkennen; leben in Ewigkeit heißt nicht im Leibe leben in Ewigkeit, sondern leben nach dem Tod in ewiger Verdammnis. Ein Mensch, der tot ist, wird nicht darum tot genannt, daß er nach dem Leben des Leibes sterben wird, sondern darum, daß er ein Leben des Todes leben wird, denn Tod ist Verdammnis und Hölle. Ähnliches wird durch leben bezeichnet bei

Hes.13/18,19: "Die Seelen, die Meinem Volke, jaget ihr, und die Seelen, die euch (angehören), lasset ihr leben, und ihr habt Mich entweiht bei Meinem Volke, um Seelen zu morden, die nicht sterben sollen, und Seelen leben zu lassen, die nicht leben sollen".

305. Vers 23: Und Jehovah Gott entließ ihn aus dem Garten Eden, zu bauen den Boden, von dem er genommen.

Aus dem Garten Eden verstoßen werden heißt, aller Einsicht und Weisheit beraubt werden. Den Boden bauen, von dem er genommen, heißt, fleischlich werden, wie er es vor der Wiedergeburt war.

Daß aus dem Garten Eden verstoßen werden heiße, aller Einsicht und Weisheit beraubt werden, erhellt aus der Bedeutung des Gartens und Edens, von der früher; Garten nämlich bedeutet Einsicht oder das Verständnis des Wahren, und Eden bedeutet, weil Liebe, (auch) Weisheit, oder das Wollen des Guten.

Daß den Boden bauen, aus dem er genommen, sei fleischlich werden, wie er es vor der Wiedergeburt war, ist früher gezeigt worden: 1. Mose 3/19, wo ähnliche Worte vorkommen.

306. Vers 24: Und Er stieß den Menschen hinaus; und ließ wohnen vom Aufgang an dem Garten Edens die Cherube; und die Flamme des sich wendenden Schwertes, zu hüten den Weg des Baumes der Leben.

Den Menschen hinausstoßen heißt, ihm gänzlich entziehen alles Wollen des Guten und alles Verständnis des Wahren, und zwar so sehr, daß er davon geschieden wird und nicht mehr Mensch ist.

Wohnen lassen vom Aufgang Cherube heißt, Vorsehung tun, daß er nicht eindringen könne in irgendein Glaubensgeheimnis, denn der Aufgang am Garten Edens ist das Himmlische, aus dem Einsicht kommt.

Durch Cherube wird bezeichnet die Vorsehung des Herrn, daß ein solcher Mensch nicht eindringen könne in das, was Sache des Glaubens ist.

Durch die Flamme des sich wendenden Schwertes wird bezeichnet die Eigenliebe mit ihren unsinnigen Begierden und den Einbildungen in deren Gefolge, die von der Art sind, daß er zwar eindringen will, aber von da aus zum Leiblichen und Irdischen hingeführt wird, und dies, damit gehütet werde der Weg des Baumes der Leben, d.h., damit er das Heilige nicht entweihen könne.

307. Es wird hier gehandelt von der sechsten und siebenten Nachkommenschaft, die in der Sündflut unterging; welche (Menschen) ganz ausgestoßen wurden aus dem Garten Edens oder aus aller Einsicht des Wahren, und gleichsam Unmenschen wurden und unsinnigen Begierden und Einbildungen überlassen.

308. Was der Aufgang und was der Garten Edens bedeute ist früher gezeigt worden, daher nicht dabei zu verweilen ist. Daß aber die Cherube bedeuten die Vorsehung des Herrn, daß der Mensch nicht aus dem Eigenen, Sinnlichen und Wißtümlichen unsinnig eindringe in die Geheimnisse des Glaubens und sie entweihe, und so verlorengehe, kann aus allen Stellen im Worte, in denen der Cherube Erwähnung geschieht, erhellen. Weil die Juden von der Art waren, daß, wenn sie etwas deutlich gewußt hätten von der Ankunft des Herrn, von den Vorbildern oder Typen der Kirche, daß sie nämlich den Herrn bezeichneten, dann von dem Leben nach dem Tode, von dem inwendigen Menschen und von dem inneren Sinn des Wortes, sie es entweiht hätten und auf ewig verlorengegangen wären, weshalb dies vorgebildet wurde durch die Cherube am Gnadenstuhl über der Lade, über den Teppichen der Wohnung, über dem Vorhang desgleichen im Tempel und damit angedeutet, daß der Herr (jene Dinge) überwacht habe: 2. Mose 25/18-21; 26/1,31; 1.Kön.6/23-29,32,33. Denn die Lade, in der das Zeugnis lag, bedeutete dasselbe, was der Baum des Lebens, nämlich den Herrn und das Himmlische, das einzig des Herrn ist. Daher auch der Herr oftmals heißt der Gott Israels, der auf Cheruben sitzt; Er redete auch mit Aharon und Moses zwischen Cheruben: 2. Mose 25/22; 4. Mose 7/89.

Es wird dies deutlich beschrieben bei Hes.9/3-7, wo Folgendes steht: "Die Herrlichkeit des Gottes Israels erhob sich von dem Cherub, über dem sie gewesen war, hin zur Schwelle des Hauses, und rief dem in Leinwand gekleideten Manne zu und sprach zu ihm: gehe mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem, und zeichne ein Zeichen auf die Stirnen der Männer, die da ächzen und seufzen, überall die Greuel, die geschehen sind in ihrer Mitte; und zu jenen sprach Er: Gehet durch die Stadt ihm nach und schlaget; nicht soll schonen euer Auge, noch sollt ihr Nachsicht haben; Greis, Jüngling, und Jungfrau, und Kind und Weiber tötet, bis sie ausgerottet sind; besudelt das Haus und füllet die Vorhöfe mit Durchbohrten".

Hes.10/1-7: "Er sprach zu dem in Leinwand gekleideten Mann: Gehe hinein zwischen das Rad unterhalb des Cherubs, und fülle deine Hände mit Feuerkohlen von (denen, die) zwischen den Cheruben und streue sie über die Stadt; der Cherub streckte seine Hand zwischen den Cheruben hervor zum Feuer, das zwischen den Cheruben, und nahm und gab (davon) in die Hände des in Leinwand Gekleideten, und dieser nahm (es), und ging hinaus": woraus erhellt, daß die Vorsehung des Herrn, die das Eindringen in die Geheimnisse des Glaubens verhindert, bezeichnet wird durch Cherube, und daß sie deswegen ihren unsinnigen Begierden überlassen worden sind, die hier auch bezeichnet werden durch das Feuer, das über die Stadt gestreut werden, und (durch das), daß niemand verschont werden sollte.

309. Daß durch "die Flamme des sich wendenden Schwertes" bezeichnet wird die Eigenliebe mit ihren unsinnigen Begierden und Überredungen, die von der Art sind, daß sie zwar eindringen wollen, aber davon abgeführt werden zum Leiblichen und Irdischen, kann mit so vielem aus dem Wort belegt werden, daß man Seiten damit anfüllen könnte. Es stehe hier bloß Folgendes:

Hes.21/9,10,14,15,19,20: "Weissage und sprich: So sprach Jehovah, sprich: Schwert, Schwert, geschärft und auch gefegt zu schlachten eine Schlachtung, geschärft, daß es einen Blitz hat; es werde wiederholt das Schwert zum dritten Mal, das Schwert (seiner) Durchbohrten, das Schwert der großen Durchbohrung, eindringen in die Kammern zu ihnen, daß das Herz zergeht und es vervielfältigen wird die Anstöße, in allen ihren Toren habe Ich den Schrecken des Schwertes gegeben, ach es ist gemacht zum Blitzen": Schwert steht hier für die Verödung des Menschen, daß er nichts Gutes und Wahres sieht, sondern lauter Falsches und Entgegengesetztes, und dieses heißt die Anstöße vervielfältigen.

Nahum 3/3: "Reiter, der steigen läßt, und Flamme des Schwertes, und Blitz des Speeres und die Menge Durchbohrter": von denen, die in die Geheimnisse des Glaubens eindringen wollen.

310. Die einzelnen Worte schließen so viel Geheimnisvolles in sich, daß es unmöglich ist, es auseinanderzusetzen; sie passen auf den Genius des Volkes, das in der Sündflut unterging. Dieser Genius war ganz verschieden von dem Genius derer, die nach der Sündflut lebten. Um es nur kurz anzugeben: ihre ersten Eltern, welche die Älteste Kirche ausmachten, waren himmlisch, somit waren ihnen himmlische Samen eingepflanzt, daher ihre Nachkommen Samen himmlischen Ursprungs bei sich hatten. Der Same himmlischen Ursprungs ist von der Art, daß die Liebe das ganze Gemüt beherrscht und es zu einem macht; denn das menschliche Gemüt besteht aus zwei Teilen, aus Willen und Verstand; zum Willen gehört die Liebe oder das Gute, zum Verstand gehört der Glaube oder das Wahre. Aus der Liebe oder dem Guten wird man inne, was Sache des Glaubens oder des Wahren ist, somit ist es ein Gemüt. Wenn die (Menschen) von dieser Art sind, so bleibt bei den Nachkommen ein Same von daher, und wenn diese vom Wahren und Guten abgehen, so ist große Gefahr da; denn so verkehren sie ihr ganzes Gemüt, so daß es im anderen Leben kaum wieder hergestellt werden kann. Anders ist es bei denen, die keinen himmlischen Samen, sondern geistigen Samen in sich haben wie die Menschen nach der Sündflut, und die, welche heutzutage leben; sie haben keine Liebe, somit kein Wollen des Guten, es kann ihnen aber doch Glaube oder das Verständnis des Wahren gegeben werden; aus dem Glauben oder dem Verständnisse des Wahren können sie zu einer tätigen Liebe gebracht werden, jedoch auf einem anderen Weg, und zwar durch das vom Herrn eingeflößte Gewissen aus den Erkenntnissen des Wahren und des Guten aus diesem. Daher ist ihr Zustand ein ganz anderer, als der Zustand der Menschen vor der Sündflut war. Von diesem Zustand soll, vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn, im Folgenden (etwas) gesagt werden.

Dies sind Geheimnisse, die dem Menschen heutzutage völlig unbekannt sind. Denn heutiges Tages weiß man nicht, was der himmlische Mensch, nicht einmal was der geistige, noch weniger, die Beschaffenheit das Gemüt und das Leben des Menschen und infolgedessen sein Zustand nach dem Tode dadurch erhalten hat.

311. Der Zustand derer, die durch die Sündflut umkamen, ist im anderen Leben von der Art, daß sie durchaus nicht in der Geisterwelt oder bei anderen Geistern sein können, sondern in einer Hölle, die getrennt ist von den Höllen anderer und zwar wie unter einem Berge; er erscheint wie ein dazwischenliegender Berg infolge ihrer gräßlichen Phantasien und Überredungen.

Ihre Phantasien und Überredungen sind von der Art, daß sie anderen Geistern eine solche Stumpfheit beibringen, daß diese nicht wissen, ob sie leben oder ob sie tot sind, denn sie nehmen ihnen alles Verständnis des Wahren, daß sie nichts inne werden. In einer solchen Überredung waren sie auch, als sie lebten; und weil sie im anderen Leben von der Art werden mußten, daß sie bei anderen Geistern gar nicht hätten sein können, ohne ihnen eine Art von Tod beizubringen, sind sie alle vertilgt worden, und der Herr hat die Menschen nach der Sündflut, aus seiner göttlichen Barmherzigkeit, in andere Zustände versetzt.

312. Der Zustand dieser Menschen vor der Sündflut ist ganz geschildert in diesem Vers, als: sie seien ausgestoßen oder geschieden worden vom himmlisch Guten; es seien vom Aufgang am Garten Edens Cherube hingestellt worden; und weil sie von jener Art waren, heißt es, vom Aufgang am Garten Edens, welche Worte nur auf sie passen, von denen aber, die nachher lebten, kann dies nicht gesagt werden, sondern vom Garten Edens am Aufgang. Dann heißt es, Flamme des sich wendenden Schwertes; wäre von den jetzigen die Rede gewesen, so hätte es geheißen: Schwert der Flamme, auch nicht Baum der Leben, sondern Baum des Lebens; außer anderem im Zusammenhang, was gar nicht erklärt werden kann, und nur von den Engeln, denen der Herr es offenbart, verstanden wird, denn jeder Zustand hat unbestimmbar viele Geheimnisse, von denen nicht einmal ein einziges dem menschlichen Geschlechte bekannt ist.

313. Aus Obigem, was vom ersten Menschen nun gesagt worden ist, kann erhellen, daß von ihm nicht das Erbböse bis auf alle gekommen ist, die heutzutage leben, noch wie man fälschlich meint, daß es kein anderes Erbböse gibt, als welches von da ausgeflossen wäre; denn es ist die Älteste Kirche, von der hier die Rede ist und sie wird Mensch genannt, und wenn dieser Adam heißt, so bedeutet es, der Mensch sei vom Boden (Home [=Mensch] von humus [=Boden], gerade wie im Hebräischen Adam [=Mensch] von Adamah [=Boden]), oder er sei Mensch geworden aus einem Nicht-Menschen, durch die Wiedergeburt des Herrn. Dies ist des Namens Ursprung und dies des Namens Bedeutung. Mit dem Erbbösen aber hat es die Bewandtnis, daß ein jeder, der eine wirkliche Sünde begeht, sich dadurch eine Natur anbildet und das Böse von daher den Kindern eingepflanzt wird und erblich wird, also (jedem) von jedem (seiner) Erzeuger von seinem Großvater, Urgroßvater, Ururgroßvater und den Vorhergehenden der Reihe nach, und so wird es vervielfältigt und wächst in der von ihm abstammenden Nachkommenschaft und bleibt bei einem jeden, und wird bei jedem durch seine wirklichen Sünden vermehrt; auch wird es nicht zerstört, so daß es nicht schade, außer bei denen, die vom Herrn wiedergeboren werden. Dies kann jeder, wenn er aufmerkt, wissen, aus dem Umstand, daß die bösen Neigungen der Eltern sichtbar in den Kindern bleiben, so daß eine Familie, ja eine Generation von der anderen daran erkannt werden kann.

 

Nr. 314 - 323 abgedruckt in Band